Energie

Energieversorger
Gewinn bei RWE fällt und fällt und...

Schlimmer geht immer: Der Essener Energiekonzern RWE legt abermals schlechte Zahlen vor. Alles geht zurück – Umsatz, Gewinn, Strom- und Gasabsatz. Unternehmenschef Peter Terium kündigt weitere Kraftwerksschließungen an.
  • 7

DüsseldorfRWE kommt nicht raus aus den schlechten Zahlen. Im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2013 sank der Gewinn vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen (Ebitda) um 32 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro und das betriebliche Ergebnis um 40 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das um Sondereinflüsse bereinigte nachhaltige Nettoergebnis, das ausschlaggebend für die Berechnung der Dividende ist, ging um 62 Prozent auf 700 Millionen Euro zurück.

RWE gab zu Bedenken, dass im Zahlenwerk des ersten Halbjahres 2013 auch ein hoher Einmalertrag aus dem Schiedsurteil im Preisrevisionsverfahren mit Gazprom enthalten war. Zudem ist erstmals das Ergebnis der RWE-Tochter Dea nicht mehr im Konzernergebnis enthalten, das Upstream-Geschäft stehe zum Verkauf und werde daher rückwirkend zum 1. Januar 2014 als „nicht fortgeführte Aktivität“ erfasst.

Dennoch: Der Trend geht weiter nach unten. Der Umsatz von RWE lag mit 25,1 Milliarden Euro satte 10 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Stromabsatz sank um 6 Prozent auf 128,4 Milliarden Kilowattstunden, der Gasabsatz aufgrund des niedrigen Heizbedarfs sogar um 22 Prozent. Auch beim Konkurrenten Eon, der am Mittwoch Halbjahreszahlen vorgelegt hatte, war der Gasabsatz eingebrochen – sogar um 24 Prozent. Beim Stromabsatz hatte der Düsseldorfer Konzern jedoch zulegen können, wenn auch nur um magere zwei Prozent.

Auch bei Eon war das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) gefallen. Es betrug im ersten Halbjahr 2013 nur noch 5 Milliarden Euro (Vorjahr: 5,7), der nachhaltige Konzernüberschuss 1,5 Milliarden Euro (Vorjahr:1,9).

Seite 1:

Gewinn bei RWE fällt und fällt und...

Seite 2:

Sparen, Sparen, Sparen

Kommentare zu " Energieversorger: Gewinn bei RWE fällt und fällt und..."

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Sehr geehrter Herr Singer,

    ihren punktuell nicht sachgerechten und populistischen Kommentar kann ich als Branchenkenner nicht stehen lassen.
    Das Wort Pleite wird nicht erwähnt. Kernaussage ist, dass die EEG-Effekte zur Unwirtschaftlichkeit von Kraftwerken führen. Dies wird zum einen durch die Vorrangeinspeisung des EEG-Stroms, die zu Stillstandszeiten insbesondere bei Gas-Kraftwerken(Spitzenlast) als auch die durch die Vermarktung der EEG-Mengen an der EEX gesunkenen Börsenpreise begründen. Diese gesunkenen Börsenpreise schlagen sich aber auf Grund der EEG-Umlageerhöhung nicht in den Endkundenpreisen nieder.

    Welches Oligopol meinen Sie? Durch das sog. Unbundling und die sog. Rekommunalisierung sind alle Stufen der Wertschöpfungskette in einen erhöhten Wettbewerb gestellt. Jeder Kunde wählt seinen Lieferanten frei. Erzeugen darf grundsätzlich auch jeder.

    RWE ist mit SmartHome, E-Mobility, Bürger-Strom- und Bürger-Wind-Genossenschaften durchaus innovativ und an der Energiewendebeteiligt. Auch die durch die Energiewende aus dem Markt gedrängten Gaskraftwerke insbesondere Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk sind technisch absolut up-to-date. Ferner investiert RWE durch die Tochter RWE Innogy in erneuerbare Energien und hat soweit mir bekannt ist sogar ein eigenes Schiff zur Errichtung von Offshore-Windparks.

    Auf Grund der Zeichenbegrenzung kann ich jetzt nicht auf alle Ihre Argumente eingehen.

    Ich hoffe, Ihnen ihren Kommentar sachlich reflektiert zu haben und wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute.

  • Die Energiewende auf Basis eines volkswertvernichtenden EEG lässt nicht nur die Erneuerbaren Energien unwirtschaftlich darstehen, sondern vernichtet insbesonders auch die wertschöpfenden Industriearbeitsplätze bei den Kraftwerksbetreibern und der übrigen deutschen Wirtschaft. Solange RWE die Ehtik-Energiewende von Merkel immer noch als etwas wirtschaftliches ansieht und propagierd, sonlange wird es mit der deutschen Energiewirtschaft und auch EU-Wirtschaft bergabg gehen. EEG sofort abschaffen und zur Marktwirtschaft zurückkehren anosnsten gehen wir ALLE auf eine Zeit von Mangel und Armut zu. Danke!

  • Essenz des Artikels:

    1. RWE macht weiter Gewinn
    2. Es werden Kraftwerke alter Bauart stillgelegt
    3. Die Preise für Strom sinken

    Das sind positive Nachrichten

    RWE ist gut beraten, sich eine neue Position innerhalb unserer zukünftigen Energieversorgung zu suchen. Strom wird zukünftig im Wesentlichen dezentral erzeugt und zunehmend dezentral gespeichert werden. Heizenergie wird durch die energetische Sanierung immer weniger nachgefragt werden.

    RWE und die anderen großen Versorger werden sich darauf spezialisieren müssen, Großspeicher (Pumpspeicher) zur Verfügung zu halten sowie Gaskraftwerke, Offshore-Windkraftwerke bzw PV-Parks in großem Stil zu betreiben.

    Für diese Leistungen sollten Sie in der Öffentlichkeit und bei den politischen Entscheidern werben. Bei diesen Leitungen ist eher die Akzeptanz der Öffentlichkeit zu erwarten als beim Betrieb von Kohle- oder Braunkohlekraftwerken.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%