Energie

Energieversorger
MVV kämpft weiter mit sinkenden Gewinnen

Die niedrigen Großhandelspreise für Strom senken die Gewinne des Energieversorgers MVV. Die steigende Erzeugung von Ökostrom drückt den Preis. Für private Verbraucher wird Energie trotzdem teurer.
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StuttgartDer Energieversorger MVV bekommt weiter die niedrigen Großhandelspreise für Strom zu spüren. In den ersten drei Quartalen des noch bis Ende September laufenden Geschäftsjahres 2012/13 sank der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Steuern und Zinsen um drei Prozent auf 219 Millionen Euro, wie MVV am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz kletterte dagegen unter anderem wegen des langen Winters um sechs Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Euro.

Wenige Wochen vor Abschluss des Geschäftsjahres bekräftigte das Stadtwerkenetz mit Sitz in Mannheim seine Prognose: Der seit Jahren von Rekord zu Rekord eilende Umsatz werde die Erlöse der Vorperiode etwas überschreiten. Der bereinigte Gewinn vor Steuern und Zinsen hingegen werde fünf Prozent niedriger ausfallen. MVV könne sich „nicht von den gravierenden Auswirkungen des tiefgreifenden Wandels der gesamten Energiebranche abkoppeln“, sagte Vorstandschef Georg Müller.

MVV hat wie die gesamte Branche mit niedrigen Preisen an den Strombörsen zu kämpfen, da die steigende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien die Preise drückt. Einige konventionelle Kraftwerke werden dadurch unrentabel und sollen vom Netz genommen werden. Die privaten Verbraucher müssen für ihren Strom dagegen immer tiefer in die Tasche greifen. Denn auf die an den Strombörsen fixierten Großhandelspreise müssen sie noch Steuern und Abgaben - wie die seit Jahren steigende Ökostrom-Umlage - zahlen. Viele Unternehmen sind zum Teil von der Umlage befreit.

Die finanziellen Belastungen infolge der geringen Stromerzeugungsmargen werden bei MVV noch dadurch verstärkt, dass der sechstgrößte deutsche Versorger kräftig investiert. Im Neunmonatszeitraum steckte das Unternehmen 256 Millionen Euro in neue Kraftwerke, wie etwa Windenergieanlagen und eine Biomethananlage.

Im südenglischen Plymouth will MVV ab kommendem Jahr Abfall verfeuern. Die Investitionen liegen in diesem Geschäftsjahr gut 30 Prozent höher als vor Jahresfrist. Der Umbau des Unternehmens sowie der Energieversorgung erfordere Zeit und Geld, sagte MVV-Chef Müller. Die Branche brauche zudem verlässliche Rahmenbedingungen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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