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RWE-Chef Terium will die Dividende kürzen

Nun geht es den Aktionären doch an den Kragen: RWE-Chef Terium will offenbar die Dividende kürzen – anders als noch vor einigen Monaten versprochen. Der Konzern kommt mit den Folgen der Energiewende nicht klar.
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DüsseldorfRWE-Chef Peter Terium will nach Informationen des Handelsblatts im Zuge des Sparprogramms auch die Dividenden senken. Terium wolle das jahrelange Versprechen kassieren, 50 bis 60 Prozent des nachhaltigen, das heißt um diverse Sondereffekte bereinigten, Nettogewinns auszuschütten, hieß es in Kreisen des Aufsichtsrates. Noch stehen die Details nicht fest. Wahrscheinlich ist aber keine komplette Abschaffung, sondern eine Reduzierung der Quote. Auf jeden Fall soll es aber schon für das laufende Jahr nicht mehr die zwei Euro je Aktie geben, die RWE noch für 2012 zahlte.

Das brisante Thema soll schon auf der nächsten Aufsichtsratssitzung Ende kommender Woche diskutiert werden. Die kommunalen Aktionäre, die rund 25 Prozent der Anteile halten, dürften die Pläne ablehnen. In den chronisch klammen Haushalten sind die hohen RWE-Dividenden fest eingeplant.

Terium sieht sich angesichts des massiven Gewinneinbruchs in der Stromproduktion aber gezwungen, an allen Stellen zu sparen. So will er die jährlichen Kosten um mindestens zwei Milliarden Euro senken. Das ist doppelt so viel wie noch vor einem Jahr geplant.

RWE hat wie die anderen großen Energieversorger Probleme durch die Umstellung der deutschen Stromversorgung auf erneuerbare Energien. Die Erträge aus der konventionellen Stromerzeugung sind gesunken. „Erhebliche Teile unserer konventionellen Kraftwerke weisen rote Zahlen aus“, sagte Terium bei der Hauptversammlung des Konzerns im April. Vor allem viele Gaskraftwerke des Konzerns lohnt sich auf Grund der gesunkenen Börsenstrompreise und des zeitweise riesigen Angebots von Strom aus erneuerbaren Energiequellen kaum noch.

Zuletzt hatte der Konzern zwar einen um 9,1 Prozent gestiegenen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) für das erste Halbjahr ausgewiesen, dieser sei jedoch vor allem auf Sondereffekte zurückzuführen, hieß es. Anfang Juli hatte ein Schiedsgericht RWE in einem jahrelang währenden Streit mit dem russischen Gaslieferanten Gazprom weitgehend Recht gegeben. Gazprom hatte seine Preise an den Ölpreis gekoppelt, das Gericht löste diese Bindung. Gazprom muss dem Essener Energieversorger nun Rückzahlungen leisten.

Ohne Sondereinflüsse sank das Nettoergebnis jedoch um fast 40 Prozent auf 979 Millionen Euro. Der Unternehmensbereich Konventionelle Stromerzeugung büßte im ersten Halbjahr 2013 fast zwei Drittel seines operativen Ergebnisses ein.

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Den Konzern plagen hohe Schulden

Kommentare zu " Energieversorger: RWE-Chef Terium will die Dividende kürzen"

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  • ......früher hatte ich Angst im Dunkeln... ...seitdm ich Stromrechnungen bekomme, habe ich Angst vor Licht... (GSN)
    Klasse Spruch !!!
    Grundsätzlich gehören Energie, Wasser und soziale Dienste nicht in private Hand. Grundversorgung muss für alle bezahlbar sein und wenn der Staat diese Umlagen in der Hand hat, werden die Enscheidungen anders ausfallen. Hier gibt es dann keine Aktionäre, die nur Dividenden erwarten - koste es was es wolle. Deutschlands Wähler im eingenen bestimmen was gut ist.

  • .............................
    ..EON / RWE..
    .............................
    nach doppeltief und kaufsignalen
    sind die versorger outperformer.
    im dax..!!
    ..
    eon..ca. 20%
    rwe..ca. 25% in einer woche..!!
    ..

  • @ Goalharry

    Seit 30 Jahren wurde kein neues AKW mehr genehmigt. Es ging immer nur darum die bestehenden Anlagen so lange weiter zu nutzen bis ausreichend verläßliche Alternativen zu akzeptablen Preisen verfügbar sind.

    Jeder Private der sich eine autarke Energieversorgung einrichten will weiß dass er neben Solar im Sommer für den Winter auch noch Wind benötigt. Dass er den unregelmäßig anfallenden Strom per Speicher puffern muss wenn er eine garantierte Stromversorgung will.
    Und dass er weiter den großen Dieseltank befüllen muss und das Notstromaggregat nicht verkaufen kann. Denn schon nach 3 Tagen im Februar schreit jeder nach dem konventionellen Strom sobald der Puffer leer ist und die Kinder und Greise bei -10 Grad im Wohnzimmer apathisch werden.

    Der Private rechnet sich dann durch was er sich leisten kann und will. Der Politikerbürokrat rechnet sich maximal aus wie viele Milliarden Steuern er "umFAIRteilen" muss.

    Mich jammern dauernd Leute an weil ihre Lebenshaltungskosten steigen und das Geld knapp wird. Nun 5% der Kosten eines Brotes basiert auf dem verwendetem Getreide. Von diesen 5% sind wieder 2% nur Energiekosten.

    Natürlich ist das Notstromaggregat gemessen an seiner Betriebsdauer nicht "rentabel". Die Frage ist nur ob wir es uns leisten können darauf zu verzichten?

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