Energie

Energieversorger

RWE-Chef Terium will die Dividende kürzen

Nun geht es den Aktionären doch an den Kragen: RWE-Chef Terium will offenbar die Dividende kürzen – anders als noch vor einigen Monaten versprochen. Der Konzern kommt mit den Folgen der Energiewende nicht klar.
33 Kommentare
Hat derzeit wenig zu lachen: RWE-Chef Peter Terium. Quelle: AP

Hat derzeit wenig zu lachen: RWE-Chef Peter Terium.

(Foto: AP)

DüsseldorfRWE-Chef Peter Terium will nach Informationen des Handelsblatts im Zuge des Sparprogramms auch die Dividenden senken. Terium wolle das jahrelange Versprechen kassieren, 50 bis 60 Prozent des nachhaltigen, das heißt um diverse Sondereffekte bereinigten, Nettogewinns auszuschütten, hieß es in Kreisen des Aufsichtsrates. Noch stehen die Details nicht fest. Wahrscheinlich ist aber keine komplette Abschaffung, sondern eine Reduzierung der Quote. Auf jeden Fall soll es aber schon für das laufende Jahr nicht mehr die zwei Euro je Aktie geben, die RWE noch für 2012 zahlte.

Das brisante Thema soll schon auf der nächsten Aufsichtsratssitzung Ende kommender Woche diskutiert werden. Die kommunalen Aktionäre, die rund 25 Prozent der Anteile halten, dürften die Pläne ablehnen. In den chronisch klammen Haushalten sind die hohen RWE-Dividenden fest eingeplant.

Terium sieht sich angesichts des massiven Gewinneinbruchs in der Stromproduktion aber gezwungen, an allen Stellen zu sparen. So will er die jährlichen Kosten um mindestens zwei Milliarden Euro senken. Das ist doppelt so viel wie noch vor einem Jahr geplant.

RWE hat wie die anderen großen Energieversorger Probleme durch die Umstellung der deutschen Stromversorgung auf erneuerbare Energien. Die Erträge aus der konventionellen Stromerzeugung sind gesunken. „Erhebliche Teile unserer konventionellen Kraftwerke weisen rote Zahlen aus“, sagte Terium bei der Hauptversammlung des Konzerns im April. Vor allem viele Gaskraftwerke des Konzerns lohnt sich auf Grund der gesunkenen Börsenstrompreise und des zeitweise riesigen Angebots von Strom aus erneuerbaren Energiequellen kaum noch.

Zuletzt hatte der Konzern zwar einen um 9,1 Prozent gestiegenen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) für das erste Halbjahr ausgewiesen, dieser sei jedoch vor allem auf Sondereffekte zurückzuführen, hieß es. Anfang Juli hatte ein Schiedsgericht RWE in einem jahrelang währenden Streit mit dem russischen Gaslieferanten Gazprom weitgehend Recht gegeben. Gazprom hatte seine Preise an den Ölpreis gekoppelt, das Gericht löste diese Bindung. Gazprom muss dem Essener Energieversorger nun Rückzahlungen leisten.

Ohne Sondereinflüsse sank das Nettoergebnis jedoch um fast 40 Prozent auf 979 Millionen Euro. Der Unternehmensbereich Konventionelle Stromerzeugung büßte im ersten Halbjahr 2013 fast zwei Drittel seines operativen Ergebnisses ein.

Den Konzern plagen hohe Schulden
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

33 Kommentare zu "Energieversorger: RWE-Chef Terium will die Dividende kürzen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • ......früher hatte ich Angst im Dunkeln... ...seitdm ich Stromrechnungen bekomme, habe ich Angst vor Licht... (GSN)
    Klasse Spruch !!!
    Grundsätzlich gehören Energie, Wasser und soziale Dienste nicht in private Hand. Grundversorgung muss für alle bezahlbar sein und wenn der Staat diese Umlagen in der Hand hat, werden die Enscheidungen anders ausfallen. Hier gibt es dann keine Aktionäre, die nur Dividenden erwarten - koste es was es wolle. Deutschlands Wähler im eingenen bestimmen was gut ist.

  • .............................
    ..EON / RWE..
    .............................
    nach doppeltief und kaufsignalen
    sind die versorger outperformer.
    im dax..!!
    ..
    eon..ca. 20%
    rwe..ca. 25% in einer woche..!!
    ..

  • @ Goalharry

    Seit 30 Jahren wurde kein neues AKW mehr genehmigt. Es ging immer nur darum die bestehenden Anlagen so lange weiter zu nutzen bis ausreichend verläßliche Alternativen zu akzeptablen Preisen verfügbar sind.

    Jeder Private der sich eine autarke Energieversorgung einrichten will weiß dass er neben Solar im Sommer für den Winter auch noch Wind benötigt. Dass er den unregelmäßig anfallenden Strom per Speicher puffern muss wenn er eine garantierte Stromversorgung will.
    Und dass er weiter den großen Dieseltank befüllen muss und das Notstromaggregat nicht verkaufen kann. Denn schon nach 3 Tagen im Februar schreit jeder nach dem konventionellen Strom sobald der Puffer leer ist und die Kinder und Greise bei -10 Grad im Wohnzimmer apathisch werden.

    Der Private rechnet sich dann durch was er sich leisten kann und will. Der Politikerbürokrat rechnet sich maximal aus wie viele Milliarden Steuern er "umFAIRteilen" muss.

    Mich jammern dauernd Leute an weil ihre Lebenshaltungskosten steigen und das Geld knapp wird. Nun 5% der Kosten eines Brotes basiert auf dem verwendetem Getreide. Von diesen 5% sind wieder 2% nur Energiekosten.

    Natürlich ist das Notstromaggregat gemessen an seiner Betriebsdauer nicht "rentabel". Die Frage ist nur ob wir es uns leisten können darauf zu verzichten?

  • Da ist mal wieder einer, der es wissen muss...

  • Selber Denken und Handeln
    Der klügste Kommentar den ich hier gelesen habe, pragmatisch, statt dogmatisch. All zu gern wird nicht nur ausgeblendet, dass die Kernenergie, aufgrund politischen Willens in den 1950iger und 60iger Jahren massiv subventioniert worden ist, um mit dem Fortschritt und Zeitgeist Schritt zu halten. Schlussendlich geht es bei den jetzt identifizierten Schwächen der Energieversorgung darum, dass ein Management/Unternehmer, die Zeichen der Zeit ignoriert hat und jetzt temporär die wirtschaftlichen Folgen tragen muss. Veränderungen, gerade die, die in kürzester Zeit erfolgen müssen, sind schmerzhaft. Es steht aber jedem frei sich an der Energiewende zu beteiligen. Wenn darauf verzichtet wird ist es eine ebenso individuelle Entscheidung, wie die, in geeigneter Weise vom EEG zu profitieren. Dem Menschen ist Verstand und Vernunft gegeben. Es steht jedem frei sie anzuwenden. Wie sprach Margret Thatcher in einem anderen Zusammenhang: I want my Money back.

  • Auf das Geschrei der heutigen EEG-Profiteure wäre ich gespannt gewesen, wenn RWE u.a. vor zehn Jahren groß in PV investiert und den Großteil der EEG-Gelder eingesackt hätten.
    Die haben einfach damals rational festgestellt das EE Bullshit sind, einfach unwirtschaflich.
    Heute machen Eon, RWE etc. EE doch nur um von den 20 Milliarden Euro Zwangsabgaben einen Teil zu bekommen.
    Mit wirtschaflichen Handeln hat das überhaupt nichts zu tun.

  • Sie als Aktionär müßten die Zusammenhänge doch besser verstehen...
    Warum ist Eon besser als RWE gelitten, weil bei Eon die bremsenden Kommunalen Aktionäre fehlen. Ob unterm Strich Eon wirklich besser als RWE ist, wage ich mal stark zu bezweifeln (Stichwort Brasilien).
    Gut mag sein, das man bei RWE (wie auch bei Eon)früher hätte reagieren können, so vor 20 - 30 Jahren. Aber als normal denkender und handelnder Mensch schaut man zunächst erstmal das an, was vor der Haustür liegt, und dass waren die damaligen politischen Strukturen, die durch die EIGENEN Aktionäre noch bestimmt waren. Die Gleichen, die heute darauf schimpfen, dass in die Atomenergie eingestiegen wurde, sind die, die davon Jahrzehnte profitiert haben. Und da die schreiende Mehrheit eine Änderung wünscht, drehen die jetzt ihr Fähnchen.
    Nur ein Denkanstoss: Was wäre, wenn die Politik heute beschliesst, dass nur noch 1 Literautos zugelassen werden. Ein Diskussion läuft ja schon länger und die Konzerne hätten sich darauf einstellen können. Tausende Arbeitsplätze wurden spontan "freigesetzt" werden. Ist das dann auch ein Managementfehler??

  • Auch im Ausland weint man schon Krokodilstränen als Abgesang auf die deutsche Wirtschaft, wegen dem "EnergieENDE", hier im britischen "Telegraph":

    http://www.telegraph.co.uk/finance/comment/ambroseevans_pritchard/10303285/Romantic-Germany-risks-economic-decline-as-green-dream-spoils.html

    Und selbst der Enteignungs-Trittin plädiert in einem Stahlwerk für Strompreis-Rabatte für die Großindustrie (zu-Ungunsten der Privatverbraucher, irgendjemand muß es ja bezahlen).

  • RWE, eon & Co. sind pleite, weil die Rückstellungen für den Rückbau der Atomkraftwerke bei weitem nicht reichen. So schaut's aus. Der Rest ist Theater!
    Wer immer noch an billigen Atomstrom glaubt, dem ist nicht wirklich nicht mehr zu helfen.

  • Selbst wenn man die Energiewende stoppt, lässt sich der Energiemix nicht zurückdrehen. Die Windkraft- und Solaranlagen sind installiert und generieren Strom. Die Installationskosten sind bereits investiert, die Betriebskosten sind (in Relation zu den Betriebskosten fossiler Kraftwerke und Atom) vernachlässigbar, weil keine Brennstoffe benötigt werden. Selbst wenn man den Strom aus erneuerbaren Energien daher für 2 ct/kWh in zum Kauf anböte, ließen sich dadurch Verluste minimieren. Dagegen wird man mit Gas, Kohle, Öl und Atom nicht ankommen können.
    Im Übrigen sind die EEG-Einspeisetarife für Photovolatik-Anlagen bereits jetzt nicht mehr attraktiv. Dennoch werden Neukapazitäten gebaut. Denn der Eigenverbrauch von PV-Strom ist oft bereits deutlich günstiger als der Strombezug aus dem Netz.
    Der Trend zu den erneuerbaren Energien wird sich daher - ungeachtet der Energiewende und den politischen Entscheidungen hierzu - fortsetzen.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%