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RWE kürzt die Dividende

RWE greift beim Sparkurs zu radikalen Mitteln: Den Aktionären kürzt das Unternehmen die Dividende drastisch. Und auch weitere Entlassungen sind für Unternehmenschef Peter Terium kein Tabu mehr.
Update: 19.09.2013 - 20:05 Uhr 26 Kommentare
„ Erhebliche Teile unserer konventionellen Kraftwerke weisen rote Zahlen aus“: RWE-Chef Peter Terium. Quelle: AP/dpa

Erhebliche Teile unserer konventionellen Kraftwerke weisen rote Zahlen aus“: RWE-Chef Peter Terium.

(Foto: AP/dpa)

DüsseldorfDer Versorger RWE tritt weiter auf die Kostenbremse und kürzt die Gewinnbeteiligung für die Aktionäre drastisch. Für das laufende Jahr will der von der Energiewende gebeutelte Konzern nur noch einen Euro je Aktie als Dividende zahlen. Damit werde die Ausschüttung halbiert, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend in Essen mit. Damit will RWE nur rund ein Viertel des erwartenden 2013er-Gewinns ausschütten. Die Aktionäre müssen sich auch künftig auf eine geringere Beteiligung einstellen. So sollen künftig nur noch 40 bis 50 Prozent des nachhaltigen Nettoergebnisses als Dividende weitergegeben werden. Bisher hatte RWE 50 bis 60 Prozent in Aussicht gestellt.

„Es gibt keinen Zweifel daran, dass uns schwere Zeiten bevorstehen. Das müssen wir auch bei der Dividendenpolitik berücksichtigen“, sagte RWE-Chef Peter Terium. Er kündigte zudem an, dass die Sparanstrengungen verstärkt werden müssten. Details dazu sollen am 14. November bekanntgegeben werden. Gleichwohl bekräftigte RWE seine Gewinnprognose für das laufende Jahr. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll weiter bei etwa 9 Milliarden Euro, das betriebliche Ergebnis bei 5,9 Milliarden Euro und das nachhaltige Nettoergebnis bei 2,4 Milliarden Euro liegen.

Auch die Mitarbeiter trifft der Sparkurs hart. Nach Informationen des Handelsblatts will RWE im Rahmen seines Sparprogramms mehr als 3000 weitere Stellen abbauen. In dieser Größenordnung würden in der Kraftwerkssparte RWE Generation Arbeitsplätze abgebaut, hieß es in Aufsichtsratskreisen. Derzeit beschäftigt die wichtige Tochtergesellschaft rund 18.000 Mitarbeiter.

RWE-Chef Peter Terium hatte im Frühjahr ein neues Sparprogramm speziell für die Stromproduktion aufgelegt, RWE Neo. Das Kerngeschäft von Deutschlands größtem Stromerzeuger leidet unter dem drastischen Verfall der Preise im Stromgroßhandel. Innerhalb von zwei Jahren sind sie um 20 Euro auf knapp 40 Euro je Megawattstunde eingebrochen. Im ersten Halbjahr war das Betriebsergebnis der Sparte schon um rund 60 Prozent eingebrochen. RWE Neo sollte zunächst Einsparungen von 500 Millionen Euro pro Jahr bringen. Die Situation ist aber so dramatisch, dass die Summe schon auf 750 Millionen Euro aufgestockt wurde

Die Arbeitnehmervertreter von RWE Generation und deren Tochter RWE Power haben sich mit dem Management der Sparte auch schon über einen Sozialplan geeinigt. Der Konzernvorstand hat ihn aber noch nicht abgesegnet.

Die mehr als 3000 Stellen kommen zu den länger geplanten Maßnahmen noch hinzu. Schon Teriums Vorgänger Peter Terium hatte den Abbau von 8000 Stellen eingeleitet, von denen aber viele auf den Verkauf von Tochtergesellschaften entfallen. Terium hatte dann vor einem Jahr „RWE 2015“ aufgelegt, dem 2400 Stellen zum Opfer fallen. Wie die „WAZ“ berichtet, plant der RWE-Chef zudem einen dreijährigen Verzicht auf Lohnerhöhungen für die Mitarbeiter.

Gewerkschaft ist entrüstet
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26 Kommentare zu "Energieversorger: RWE kürzt die Dividende"

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  • RWE und EON sind die Melkkühe der SPD auf Kommunalebene.
    Ohne die mehrheitlich roten Kommunen wird dort auch kein Vorstand gewählt.
    Das gehört abgestellt.

  • "Die Gewerkschaften reagierten entrüstet: „Verdi wird sicher keine Tarifverhandlung mit einer Nullrunde abschließen“"

    Tja, als die ganzen linken Hippies auf der Straße gegen Atomkraft und für Solardächer getanzt haben, waren die Gewerkschaften aber nicht entrüstet, sondern völlig amüsiert.
    Jetzt gilt es den Preis dafür zu bezahlen.
    Das gleiche gilt für die ganzen Kommunen und Stadtwerke mit Gaskraftwerken.
    Ein Schluck der eigenen Medizin hilft manchmal doch Wunder !

  • Gestern stand im Handelsblatt (Printausgabe) zu lesen, dass die Schulden der G7-Staaten von 2007 bis dato von 24 Billionen Us-Dollar auf aktuell 42 Billionen US-Dollar angestiegen sind. Also 18 Billionen in 6 Jahren, das muss man sich mal vorstellen, fast eine Verdoppelung. Die Staaten brauchen halt Einnahmen, um sich über die Runden zu retten. Dabei fallen die 20 MRD Euro aus Stromsteuer und Mwst. darauf in Deutschland doch nicht wirklich ins Gewicht, oder? Und es gibt noch immer genug Leute, die bereit sind das zu zahlen, weil sie meinen, es wäre umweltfreundlich, was da gemacht wird.

  • "Schon Teriums Vorgänger Peter Terium"
    Sein Bruder sozusagen, oder etwa nicht?

  • Die müssen einfach nur da bleiben, hier regiert doch schon Planwirtschaft und Brüssel will jeden Tag noch ein bisschen mehr.

  • Strom wird nur zu einem kleinen Teil an der Börse gehandelt. http://de.wikipedia.org/wiki/Stromb%C3%B6rse#Kritik
    Durch die Direktvermarktung von Fossilstrom und die mini Spotmarktmengen sind Markmanipulationen sehr gewinnträchtig.
    Die AfD vereinfacht etwas zu sehr.
    „Man muß die Dinge so einfach wie möglich machen. Aber nicht einfacher.“ Sagte ein bekannter Physiker.

  • @DagmarK und Freidenker: Falls Ihr es nicht mitbekommen habt, die DDR ist untergegangen weil Sozialismus nicht funktioniert und deshalb die Menschen die DDR nicht mehr wollten.
    Aber Ihr könnt am Sozialismus-Experiment weiter arbeiten: Geht nach Nordkorea! (Aber nehmt Euch genug zu essen mit.)

  • Der Reiz an EON und Co aus Aktionärssicht lag 1) am Monopol und 2) den konstant hohen Dividenden. Letztere hat bzw. hatte (RWE) man den SPD-kontrollierten Stadtwerken zu verdanken. Eine linke Hand wusch die andere - wie in der DDR.

    Nun steht der König EON ohne Kleider da und man sieht, wie erbärmlich lächerlich er wirklich ist.

  • Nur Ruhe bewahren! Nach der Wahl wird die Energiewende gekippt werden.

    Auch die letzten Dummköpfe in den Parlamenten werden erkennen, dass es so einfach nicht mehr geht. Wenn, was zu hoffen und zu erwarten ist, die AfD in den Bundestag einzieht, wird dieser für die Ökosozialisten der Blockparteien (mit Merkel, der großen Zerstörerin und Wertevernichterin an der Spitze)schmerzhafte Lernprozess eine dramatische Beschleunigung erfahren.

    Und natürlich werden RWE und E.ON von dieser Politikwende profitieren. Viele Finanzanalysten an der Börse spekulieren offenbar darauf. Anders ist der deutliche Kursanstieg dieser Aktien in jüngster Zeit kaum zu erklären. Ich schätze, dass das noch eine ganze Zeitlang anhalten wird.

  • Ihre Aussage ist komplett falsch.

    Wenn Sie sich einmal genau die von Ihnen genannte Seite anschauen, sehen sie, dass die Preise von 2000-2008 (als das EEG noch nicht großen Einfluss hatte) inflationsbereinigt um 20% gestiegen sind!

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