Energie

Energiewende
Windkraft vor Energie-Reform mit Rekordausbau

Die Windkraft-Förderung könnte künftig gekürzt werden. Um noch zu alten Konditionen bauen zu können, wurde verstärkt investiert. Sigmar Gabriel will auch das fortan verhindern – die Energiebranche läuft Sturm.
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BerlinInmitten der Debatte über eine Kürzung der Windkraft-Förderung meldet die Branche den stärksten Zubau aller Zeiten. 2013 seien rund 1200 Windräder mit fast 3,3 Gigawatt neuer Leistung installiert worden, teilte der Bundesverband Windenergie (BWE) am Freitag in Berlin mit. Dies ist etwa ein Drittel mehr als 2012 und entspricht der Kapazität von drei Atomkraftwerken. Knapp drei Gigawatt kamen an Land hinzu, der Rest auf hoher See. Grund dafür sei auch die Debatte über Kürzungen der garantierten Abnahmepreise für Windstrom, die bereits vor gut einem Jahr aufkam. Um noch zu alten Konditionen bauen zu können, wurde verstärkt investiert. Da zudem noch viele Genehmigungen vorlägen, werde auch 2014 trotz der geplanten Energie-Reform von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel allein an Land zwischen 2,5 und drei Gigawatt gebaut, sagte der BWE voraus.

Dies ist mehr als Gabriel künftig zulassen will: Er hat einen Deckel von 2,5 Gigawatt vorgeschlagen. Wird mehr gebaut, greifen in der Zeit danach zusätzliche Kürzungen bei den Abnahmevergütungen für neue Anlagen, um den Zubau zu bremsen. Zudem plant er Einschnitte bei den Abnahmepreisen des Stroms neuer Windräder an guten Standorten, die bereits jetzt als überfördert gelten.

Um einen Ansturm von Investoren zu verhindern, die noch zu alten Konditionen bauen wollen, hat er einen Stichtag 22. Januar festgelegt. Dies ist der Tag des Kabinettsbeschlusses zu den Eckpunkten der Reform. Nur Windrad-Projekte, die bis dann bereits genehmigt wurden, sollen noch gebaut werden.

Unter anderem gegen diese Regelung läuft die Branche Sturm, da teils schon erheblich in Planungen investiert worden sei. Man habe bereits Signale empfangen, dass sich hier etwas ändern könne, sagte BWE-Präsidentin Sylvia Pilarsky-Grosch. Befürchtet wird zudem, dass durch Förderkürzungen, deren Details noch offen sind, ein Ausbau in windschwächeren Binnenländern unmöglich würden.

Zwar wurde auch 2013 im Küstenland Schleswig-Holstein am meisten neu gebaut, doch schon an zweiter Stelle folgt Rheinland-Pfalz. Auch in Bayern wurden mehr Windräder errichtet als in Vorjahren. Bei den Ländern ist der Widerstand gegen die Pläne Gabriels daher besonders groß. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hatte sie "volkswirtschaftlich unsinnig" genannt, da Windstrom an Land unter den erneuerbaren Energien am günstigsten sei. Die Länder können eine Reform des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) im Bundesrat zumindest erheblich verzögern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • nein, der Nutzungsgrad ist höher, bei offshore 4.000 bis 4.500 Volllaststunden jährlich, bei neuen (!) onshore-Anlagen ca. 2.500 bis 3.000. (also bezogen auf 8760 Std. p.a. einiges mehr als von Ihnen genannt)

  • 3GW(Land)*0,2(Vollastfaktor)=0,6GW
    0,3 GW(offshore)*0,5=0,15GW
    Summe 0,75 GW Die durchschnittlich zur Verfügung stehen. Ein so kleines AKW ist mir nicht bekannt.
    Somit ist die Aussage das die Kapazität derer von 3 AKW entspricht äußerst irreführend.
    Das die Aussagen von Lobbyverbänden erstaunlich wenig mit der Wahrheit zu tun haben, ist allerdings lange bekannt.
    Oder auch : "Rauchen ist nicht gesundheitschädlich" P.Morris !

  • Die Kosten für "Erneuerbare Energien" betragen aktuell gut 30 Mrd. €/a (EEG, Netz, Netzausbau, EKF Fond). Die Kosten für die Kapazitätsbereitstellung moderner Grosskraftwerke, ca. 10 Mrd. €/a kommen hinzu und werden von den Versorgern getragen. Diese Kosten werden die Versorger nicht dauerhaft tragen können. Jede zusätzliche Windmühle, jede zusätzliche Solaranlage erhöht diese Kosten. Je mehr Anlagen hinzugebaut werden, desto eher kommt der Zeitpunkt wann die Gesellschaft mit den Kosten überfordert ist. Im Sinne von lieber schnell und schmerzhaft ist ein schneller Ausbau "Erneuerbarer Energien" wünschenswert.

    Es gilt:

    Im Stromnetz müssen Einspeisung und Last in jedem Augenblick identisch sein. Schwankungen im Sekundenbereich werden durch die rotativen Massen der Turbogeneratoren der modernen Grosskraftwerke stabilisiert. In der nächsten Stufe erfolgt die Stabilisierung durch die Kesselreserve der Dampfkraftwerke bis dann Leistungsänderungen bei Gasturbinen und PSP die weitere Stabilisierung übernehmen.

    Die umweltschädlichen Windmühlen und Solaranlagen tragen nicht zur Netzstabilität bei. Der Anteil des Windstroms muss daher im Sinne der Netzstabilität begrenzt bleiben. Bereits heute wird diese Grenze vielfach überschritten, Anlagen zu Lasten der Stromzahler abgestellt, oder der umweltschädliche Oekostrom für Lau, oder zu Negativpreisen exportiert.

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