Energie

Energiewirtschaft
Ökostrom-Förderungen sollen sich an Nachfrage orientieren

Über die EEG-Umlage erhalten Betreiber von Ökostrom-Anlagen über Jahre einen Festpreis. Zur Sicherheit der Versorgung trägt das nicht unbedingt bei. Nun fordert die Energiewirtschaft, dass die Förderung umgebaut wird.
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BerlinDie deutsche Energiewirtschaft fordert einen radikalen Umbau der Ökostrom-Förderung und des gesamten Energiemarktes. Die bisherige Förderung von erneuerbaren Energien durch eine feste Einspeisevergütung soll dafür schrittweise fallen, wie ein am Freitag vorgestelltes Konzept des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vorsieht. Ziel sei es, dass die erneuerbaren Energien nicht nur sauberen Strom lieferten, sondern auch zur Sicherheit der Versorgung beitrügen.

Bislang erhalten die Betreiber von Ökostrom-Anlagen über 20 Jahre hinweg einen garantierten Festpreis für ihren Strom. Finanziert wird diese Förderung über die sogenannte EEG-Umlage. Sie deckt die Differenz zwischen der Einspeisevergütung und dem tatsächlichen Preis an der Strombörse ab. Mit dieser Förderung habe der Ökostrom-Ausbau funktioniert, sagte BDEW-Präsident Ewald Woste. „Aber wir erkaufen ihn mit einem unglaublich hohen Preis.“

Künftig soll sich die Förderung nach Vorstellung des BDEW mehr an der Nachfrage nach Strom orientieren und am Beitrag der Anlagen zur Versorgungssicherheit. Dafür schlägt die Energiewirtschaft ein zweistufiges Vorgehen vor. Zunächst sollen die Betreiber neuer Ökostrom-Anlagen verpflichtet werden, ihren Strom selbst zu verkaufen. Die Differenz zur bisherigen Einspeisevergütung erhalten sie dann weiterhin ausgezahlt. Damit würde ein Übergang zu einem System geschaffen, in dem die Ökostrom-Produktion sich an der Nachfrage orientiert.

Mittelfristig soll das Übergangsmodell durch eine andere Art der Förderung abgelöst werden. Ökostrom-Anbieter würden sich in Auktionen gegenseitig unterbieten: Wer will am wenigsten Förderung, um eine bestimmte Menge Ökostrom bereitzustellen. Sie verkaufen ihren Strom dann an der Börse und erhalten oben drauf die per Auktion ausgehandelte Förderprämie.

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Ökostrom-Förderungen sollen sich an Nachfrage orientieren

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Kommentare zu " Energiewirtschaft : Ökostrom-Förderungen sollen sich an Nachfrage orientieren"

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  • Der BDEW - Frau Müller - hat wie viele andere Kommentare die Energiewende nicht verstanden.

    Stromerzeugen nach Fahrplan geht nicht in einer regenerativen Stromerzeugung, ebenso wenig wie die Verstaatlichung von Wind und Sonne oder deren Agieren, Scheinen, Wehen nach gesetzlicher Vorschrift.

    Jetzt möchte Frau Müller die "Erneuerbaren" an die Börse bringen, kurz: sie will das Wetter an die Strombörse bringen und dann werden aus "Subventionsempfängern Kaufleute"...

    Wetter muss an die Strombörse... man kann es nur noch einmal wiederholen!!!

    Zugleich werden Prämien für fossile Gas-Kraftwerke gefordert, die als Reserve dienen sollen.

    Dass eine die Ex-Sekretärin der großen Parteivorsitzenden als Oberlobbyistin der "Gegenenergiewende" auftritt, ist eine Personalie des Merkellismus, macht aber Ihren Vorschlag nicht besser.

    Für mich gehört die Frau seit gestern ins Kabarett der unfreiwillig Komischen...

  • In einem funktionierenden Markt ist das gehandelte Gut grundsätzlich knapp. Aufgrund der Knappheit des Gutes bildet sich dann ein Marktpreis. Wenn ein funktionierender Markt mit einem subventionierten Gut "geflutet" wird, dann weiss man, was mit dem normalen "Marktpreis" passiert. Und man weiss auch, dass es zu Investitionsblockaden, Ineffizienzen bis hin zur Marktstörung kommen kann. Im Strommarkt treten die etablierten Versorger gegen die "Erneuerbaren" an. Hinter den "Erneuerbaren" steht aber im Endeffekt der Verbraucher, welcher von der Politik zur Entrichtung der Subvention gezwungen wird. Fatal ist, dass leider das teure Subventionsgut auch noch mit erheblichen Mängeln (fehlende Grundlastfähigkeit, mittlerweile massive Störung der Betriebssicherheit des Gesamtsystems) behaftet ist. Wenn man also den "Markt" im Bereich der Stromversorgung erhalten will (und damit den Industriestandort Deutschland), muss man es auch zulassen, dass die Marktkräfte wirken können. In der planwirtschaftlichen Ausgestaltung des EEG mit Abnahmezwang, Einspeisevorrang und ausgeschaltetem Wettbewerb liegt das Problem! Die "Erneuerbaren" sind den Kinderschuhen entwachsen. Setzt sie den Markkräften aus. Wird das nicht getan, werden wir immer höhere planwirtschaftliche Subventionen zahlen, um die Industrie im Land zu halten und den Mittelstand zu motivieren. Wer zahlt diese Subventionen?

  • Wenn Sie als Person die Wahl haben zwischen einem Bus mit unbestimmten Fahrplan und einer Schweizer Eisenbahn....

    Ein Punkt der für die Mediendiskussion zu technisch ist, ist die Frequenzstabilität die durch die rotativen Massen der Turbogeneratoren der Grosskraftwerke sichergestellt wird.

    Ohne den Vorrang für "Erneuerbare Energien" werden die Versorger den grössten Teil des Strombedarfs mittels moderner Grosskraftwerke decken. Lediglich geringfügige Mengen wird man in einem derartigem Szenario an der Strombörse kaufen wenn der Preis sehr vorteilhaft ist. Weitere Mengen können zu sehr günstigen Preise in Nachbarländer verkauft werden.

    Insofern hätte ein solches System zur Konequenz, dass die Windmühlenflügel meist stillstehen würden und die Verbraucher die für diese Anlagen notwendigen Subventionen als "Förderprämie" bezahlen.

    Das wäre für die Oekogläubigen die häufig an die Illusion "Erneuerbarer Energien" glauben nicht vermittelbar.

    Vandale

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