Energie

Entlastung
Aktionärsberater stellt sich gegen Thyssen-Krupp-Aufsichtsrat

Die Anteilseigner von Thyssen-Krupp sind in Aufruhr. Nach Aktionärsvertretern hat auch der US-Aktionärsberater ISS eine Empfehlung für die Hauptversammlung abgegeben – und die fällt für die Aufseher nicht gut aus.
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EssenNach dem Milliardendebakel bei Thyssen-Krupp gerät der Aufsichtsrat des Konzerns unter Führung von Gerhard Cromme zunehmend in die Kritik. Nachdem zunächst deutsche Aktionärsvertreter und Kleinaktionäre angekündigt hatten, dem Kontrollgremium die Entlastung versagen zu wollen, schloss sich der US-Aktionärsberater ISS der Kritik an. Auch der ISS empfahl nun den Investoren, dem Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern.

Kritisiert werde der Umgang des Aufsichtsrats mit der Krise bei den Stahlwerken in Amerika sowie mit dem Schienenkartell, hieß es in einem ISS-Report. Darüber hinaus ärgere man sich über den „Widerwillen des Aufsichtsrats, die Notwendigkeit von Verbesserungen einzugestehen“, obwohl das Gremium versagt habe, angemessen auf die Entwicklungen der vergangenen Jahre zu reagieren.

Eine solche Empfehlung sei eine seltene Ausnahme, sagte der Deutschland-Chef von ISS, Thomas von Oehsen, dem Wirtschaftsmagazin „Capital“. In der Regel hielten sich die ISS-Kunden an das Votum des Dienstleisters.

Im Vorfeld des Aktionärstreffens am 18. Januar hatte sich der Chef der mächtigen Krupp-Stiftung, Berthold Beitz, jedoch bereits hinter Cromme gestellt. Die Stiftung ist mit einem Anteil von mehr als 25 Prozent wichtigster Großaktionär. Es gilt als wahrscheinlich, dass sie ihr Votum bei dem Treffen auch durchsetzen kann.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr war der Stahl- und Anlagenbauer wegen hoher Abschreibungen auf zwei Stahlwerke in Brasilien und den USA mit rund 5 Milliarden Euro tief in die Verlustzone gestürzt. Außerdem stand das Unternehmen wegen Kartell- und Korruptionsaffären wochenlang in den Schlagzeilen.

Anfang Dezember hatte der Stahlriese mitgeteilt, sich von den drei Vorständen Edwin Eichler, Olaf Berlien und Jürgen Claassen zu trennen. Damit verlor der Industriekonzern gleich die Hälfte des obersten Firmengremiums.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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