Energie

Eon-Abspaltung
Uniper schlägt sich trotz Verlust ordentlich

Vor neun Monaten hat Eon-Chef Johannes Teyssen die Kohle- und Gaskraftwerke in ein neues Unternehmen abgespalten. Uniper rutscht nun tief in die Verlustzone. Doch im operativen Geschäft läuft es überraschend gut.
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DüsseldorfWenn Eon-Chef Johannes Teyssen über das abgespaltene Unternehmen Uniper spricht, wählt er klare Worte: „Viele haben doch im Vorfeld gesagt, dass Uniper mit den Kohle- und Gaskraftwerken nur eine Resterampe sei. Das war erwiesenermaßen eine Frechheit.“

Auf den ersten Blick sieht das, was die Uniper SE in den ersten neun Monaten des Bestehens zustandegebracht hat, nicht so aus. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 4,2 Milliarden Euro, bedingt durch hohe Abschreibungen. Auf dem zweiten Blick lief es aber operativ überraschend gut. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 600 Millionen auf 1,8 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag früh mitteilte. Zwar musste Uniper in der europäischen Stromproduktion weiter Einbußen verkraften, im Gashandel könnte das Unternehmen aber deutlich zulegen.

In der europäischen Stromerzeugung fiel das Ebitda um 170 Millionen Euro auf nur noch 600 Millionen Euro, im Großhandel stieg es dagegen um 0,9 Milliarden auf 1,4 Milliarden Euro. Uniper profitierte hier vor allem durch erfolgreiche Nachverhandlungen mit Gazprom.

Uniper legte zum ersten Mal seit dem Börsengang einen Zwischenbericht vor. Eon hatte zum Jahresbeginn die Kohle- und Gaskraftwerke, den Großhandel und die Gasproduktion in das neue Unternehmen abgespalten, um sich selbst auf erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb konzentrieren zu können.

Zum 12. September führte Uniper-Chef Klaus Schäfer die Aktie an der Börse ein. Eon trennte sich dabei von gut 53 Prozent der Anteile und will sich mittelfristig komplett trennen. Die Aktie hat sich seither überraschend gut geschlagen. Sie notiert mit aktuell rund 11,30 Euro deutlich über dem Ausgabekurs von 10,015 Euro.

Uniper kämpft mit schwierigen Rahmenbedingungen. Die Kohle- und Gaskraftwerke waren in den vergangenen Jahren durch Wind- und Solaranlagen zunehmend aus dem Markt gedrängt worden. Der Strompreis, den die Kraftwerke im Großhandel erzielen können, war innerhalb von fünf Jahren von mehr als 50 Euro je Megawattstunde auf nur noch knapp über 20 Euro Anfang 2016 zusammen geschmolzen. Entsprechend schrumpften die Renditen der früher hoch rentablen Kraftwerke.

Zuletzt hat sich zwar die Lage im Stromgroßhandel für die Stromproduzenten wieder verbessert. In den vergangenen Wochen stiegen die Strompreise auf mehr als 30 Euro je Megawattstunde – unter anderem weil in Frankreich mehrere Atomkraftwerke still stehen. Kurzfristig bringt das Uniper aber nichts, weil das Unternehmen den Strom längerfristig am Terminmarkt verkauft.

Eon hatte in der vergangenen Woche wegen Uniper einen Rekordverlust von 9,3 Milliarden Euro ausgewiesen. Der Energiekonzern musste nach dem Börsengang den Buchwert von Uniper an den Marktwert anpassen und Abschreibungen von rund zehn Milliarden Euro vornehmen. Vor der Spaltung hatte Eon Uniper mit 15,5 Milliarden Euro in den Büchern stehen, aktuell ist das Unternehmen an der Börse rund 4,2 Milliarden Euro wert.

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