Energie

Eon-Aufspaltung
„Die Aktie ist natürlich volatiler“

Eon spaltet sich auf in Eon und die Neue Gesellschaft, in der konventionelle Energieträger gebündelt werden. Eon-Chef Teyssen wehrt sich gegen den Verdacht, dass das abgespaltete Unternehmen zur „Bad Bank“ wird.
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Es ist ein Paukenschlag, mit dem Eon die Woche beginnt - fast noch erstaunlicher als die Aufspaltung des Konzerns ist die Tatsache, dass nichts davon zuvor durchgesickert ist. Dabei ist die Aufspaltung des Konzerns eine „Zäsur“ wie es Eon-Personalvorstand Mike Winkel treffend nennt. Eon - das ist in Zukunft nur noch Erneuerbare Energien, Netze, das Geschäft in der Türkei und die einzelnen Landesgesellschaften. Der komplette Bereich der konventionellen Energie, Atomkraft, Kohle und Gas, wird in eine neue Gesellschaft mit dem Namen Neue Gesellschaft ausgegliedert.

Die Mehrheit dieses neuen Unternehmens soll an die Börse. Doch wer kauft schon so etwas? Die Gewinne aus dem Bereich der konventionellen Energieversorgung sind durch den arg gefallenen Börsenstrompreis zusammengeschmolzen.

Immerhin: Die Neue Gesellschaft soll keine Finanzverbindlichkeiten aufgedrückt bekommen, die bleiben alle bei der Eon SE, versprach Konzernchef Johannes Teyssen und wehrte sich gegen den Verdacht, dass das neue Unternehmen als „Bad Bank“ des Energieversorgers dienen könnte. „So stellt man nicht ein Unternehmen auf, an dessen Erfolg man nicht glaubt“, erklärte er bei der spontan anberaumten Pressekonferenz des Unternehmens in Düsseldorf.

Mehrfach betont Teyssen, dass die Konzernspitze an beide künftigen Unternehmen glaube, dass keine Stellen abgebaut werden sollen, im Gegenteil, langfristig könnten sogar neue Arbeitsplätze hinzu kommen. Eon behält 40.000 der Mitarbeiter, die Neue Gesellschaft soll 20.000 bekommen.

„Es ist noch nicht in die Bücher geschrieben, wer von den Unternehmen künftig das erfolgreichere ist“, betonte Teyssen. „Es hat viele Spin-Offs gegeben, wo man festgestellt hat, der abgespaltene Teil ist der erfolgreichere“. Ob auch potenzielle Investoren von der Dauerhaftigkeit und Rentabilität der Neuen Gesellschaft überzeugt sind, wird sich erst 2016 zeigen. Dann soll die Mehrheit, also mindestens 51 Prozent des abgespaltenen Unternehmens, an die Börse gebracht werden, ein Teil bleibt jedoch auch bei der Eon SE – laut Konzernleitung auch ein Hinweis darauf, dass man an den Erfolg des neuen Unternehmens glaubt.

Kommentare zu " Eon-Aufspaltung: „Die Aktie ist natürlich volatiler“"

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  • Ja, was hatten Sie denn geglaubt, da wünschen die Gutmenschen den Atomausstieg herbei, schließen die Augen und am nächsten Tag ist die Welt besser?
    Glaubten Sie etwa, der Atomausstieg gegen den Sachverstand der überwiegenden Teile der Welt kostet nichts? Warum sind derzeit so viele Atomkraftwerke im Bau? Weil alle anderen blöd oder böse sind und nur wir in Deutschland die Weisheit mit Löffeln gefressen haben? Die Energiewendekampagne klingt für mich oft wie das in Gendersprech übersetzte Gedicht von Emanuel Geibel, nachdem am deutschen Wesen die Welt genesen sollte. Genas sie aber nicht! Und glaubten Sie, die Geschädigten sagen wie alte SED-Bonzen, ja wir haben uns 40 Jahre lang geirrt, Entschuldigung und ab morgen sind wir wieder lieb? Immer wenn sich ideologische -Ismen durchsetzen, wenn Gefühlspolitiker statt Fachleute Entscheidungen treffen, kommen unabsehbare Folgen eines Tages zum Vorschein. Jetzt wirft EON dem Steuerzahler eben das "Dreckgeschäft" vor die Füße. Das ist das, was ein Beschluß unter dem emotionalen Druck der japanischen Ereignisse später dann kostet. Das ist zwar nicht schön, aber auch unschöne Entwicklungen haben ihre Folgerichtigkeit.
    Das Gleiche gilt für Vattenfall. Man entzieht ihnen die Grundlage profitablen Handelns und sie ziehen sich zurück. Das kann man undankbar und ungerecht finden oder nicht, aber folgerichtig ist es allemal.

  • Sie können weiterhin mit lauter Buzzwords und faktenfreien Kommentaren weitermachen oder Sie beschäftigen sich mal richtig mit den Themen EEG, Energiewende, Marktwirtschaft, usw. Ich will Sie nicht beleidigen, aber anhand Ihrer Kommentare scheinen Sie sich sehr oberflächlich damit auseinandergesetzt zu haben. Sie können nun beleidigte Leberwurscht spielen oder sich in Selbstreflexion üben.

    1. Sie ignorieren einfach mal Physik. Kann man schon machen, aber dann ignoriert man halt die Realität. Öl, Kohle, Uran, usw. sind nunmal begrenzt und wir erreichen langsam problematische Zustände. Wenn sie wirklich ein Problem mit erneuerbaren Energien haben, dann beschäftigen Sie sich bitte zumindest mit Kernfusion. Das ist einer der nach meiner Meinung wenigen Lösungen, die langfristig (also 100 Jahre und mehr) Sinn machen und auch im Gegensatz zu normalen AKWs viel sicherer (Betrieb wie auch Entsorgung, da Atommüll nur Halbwertszeiten von knapp 2000 Jahren hat, was aber immer noch ziemlich viel ist. Zumindest ist es nicht so eine gefährliche Strahlung wie bei Uranresten und Co., da nur die Magneten welche das Plasma halten verstrahlt werden).

    2. Lassen Sie bitte die Vergleiche zwischen Sozialismus und Kapitalismus. In der Theorie gehts beim ersten primär um Versorgung und beim zweiten um Profit (und das ist auch stark verkürzt), also der typische "Äpfel mit Birnen" Vergleich. Einen "echten" Sozialismus gab es bisher nirgendwo und nirgendwann. Vielleicht wirds das auch nie geben, ich sehe den Menschen noch lange nicht intelektuell bereit dafür, da nehme ich mich nicht aus.

    3. Im Energiesektor herrscht auch ohne EEG keine klassische Marktwirtschaft. Lesen Sie sich mal ein im Bezug auf Subventionen im Atomenergiebereich oder wie dort Risiken kleingerechnet oder gar nicht beachtet werden um den Preis zu drücken. Und rein ökonomisch denken ist ja auch so intelligent, wenn man mal nen GAU hat und 50km Radius und mehr einfach mal Jahrzehnte bis Jahrhunderte unbewohnbar ist.

  • @Max Mustermann
    Jetzt schreiben Sie nicht so einen Schwachsinn daher und verdrehen (wie im realexistierenden Sozialismus "DDR") nicht die Realität!
    Die Energiewende (Erneuerbaren Energien) hatten in der Energie-Marktwirtschaft NIE eine Chance! Erst mit dem Subventions-Abgabenzwangsgesetz EEG (überhöhte Marktpreise für 20 Jahre staatlich garnantiert und dies auch noch mit einen Wettbewerbsfeinldichen Einspeisevorrang versehen) wurde statt der freien Marktwirtschaft (Kohle, Gas und Uran) ein DDR Plansystem im deutschen Energiemarkt implementiert.
    Energienwende/EEG = erst kommt die Lüge, dann folgt der Betrug/Selbstbetrug, danach macht sich der Mangel (DDR) breit und zum Schluss mündet dies alles in einer neuen sozialistischen Armut mit grünen Anstrich!
    So schaut die Realität in Detschland im Jahre 2014 aus!

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