Energie

Eon-Bilanz
Traurige Rekorde

Nie zuvor hat Eon einen so hohen Verlust verbucht wie im abgelaufenen Geschäftsjahr. Grund sind enorme Abschreibungen. Für die Anleger bleibt es spannend. Eon-Chef Teyssen bereitet die Aufspaltung des Konzerns vor.
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DüsseldorfDer Energieriese Eon muss für das vergangene Jahr einen Milliardenverlust verbuchen. Unterm Strich summierte sich der Fehlbetrag für 2014 auf 3,16 Milliarden Euro, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht des Unternehmens hervorgeht. Das ist der höchste Fehlbetrag seit der Gründung von Eon und eines börsennotierten Energieversorgers in Deutschland überhaupt.

Grund für die desaströsen Zahlen sind hohe Wertberichtigungen, vor allem im Ausland. Allein in Schweden, Großbritannien und Italien habe man 4,3 Milliarden Euro Wertberichtigungen vorgenommen, heißt es in dem Bericht. Insgesamt schrieb der Konzern 5,5 Milliarden Euro ab, nach 1,6 Milliarden Euro im Vorjahr.

Das Unternehmen hatte bereits im Jahr 2011 im Zuge der Energiewende rote Zahlen geschrieben, damals in Höhe von 2,2 Milliarden Euro.

Auch im operativen Geschäft sackte der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um neun Prozent auf 8,3 Milliarden Euro ab, das um Sondereffekte wie die Abschreibungen bereinigte nachhaltige Nettoergebnis ging um ein Viertel auf 1,6 Milliarden Euro zurück. Wegen der schwierigen Lage vor allem seiner Gaskraftwerke, die wegen der niedrigen Großhandelspreise für Strom immer seltener angeschaltet werden, erwägt Eon erneut, sein hochmodernes Gaskraftwerk im bayrischen Irsching abzuschalten.

Die Dividende bleibt wie im Dezember angekündigt bei 50 Cent je Aktie – 2013 waren es noch 60 Cent.

Dieses Jahr wird bei den Düsseldorfern wohl ganz im Zeichen der Aufspaltung des Konzerns stehen. Eon soll nur noch aus den neuen Geschäftsfeldern wie Erneuerbare Energien bestehen, in einer neuen Gesellschaft sollen Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken gebündelt werden. Im zweiten Quartal wolle Eon erste Details zu den neuen Gesellschaften nennen, sagte Teyssen.


Aktionäre werden „ab dem nächsten Jahr zwei Arten von Aktien haben“, schrieb Eon-Chef Johannes Teyssen in einem Brief an die Aktionäre , „die der Eon und die der abzuspaltenden Gesellschaft“. Beide, so sei das Unternehmen überzeugt, hätten „beste Zukunftschancen“.

Bis es soweit ist, drücken den Konzern weiter seine hohen Schulden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stiegen sie sogar leicht auf rund 33,4 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Konkurrent RWE plagen 31 Milliarden Euro Verbindlichkeiten.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

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  • Fortsetzung zu 14:21 Uhr: Und selbst wenn Sie noch so oft der Politik und Merkel die Schuld in Tasche zu schieben versuchen, dadurch wird es um keinen Deut wahr. In Brüssel sitzen immer noch die Lobbyisten obwohl sie längst überflüssig sind. EON kann sich wie gesagt nur noch helfen, indem das Flop-Management suspendiert wird. Und zwar ohne goldenen Handschlag. Traurig nur, dass vorher Mitarbeiter entlassen werden und nicht jene zur Verantwortung gezogen werden, die den Mitarbeitern diesen Mist eingebockt haben. Warten wir mal ab, wann die ersten Klagen aus Aktionärskreisen kommen, wenn die Unternehmensspitze nicht schleunigst ausgetauscht wird. Ich denke dass wird nicht mehr solange dauern. Es sieht ja in manchen Sparten fast schon nach Insolvenzverschleppung aus.

  • Meine Herren Hoffmann, Kanter und Co, die Fehler der Atomkonzerne liegen nicht in der deutschen Politik. Sie sind hausgemacht und einzig und allein das Flop-Management der Atomkonzerne trägt die Verantwortung für das finanzielle Desaster der aktuellen und künftigen Bilanzen. Teyssen und Co sind durch Milliardensubventionen träge, denkfaul, innovationslos usw. geworden. Sie brauchten sich ja auch nicht anstrengen, denn sie konnten lange genug die Bilanzen im voraus planen, da die Gewinne per Persilschein in Form von unseren Steuergeldern direkt auf das Konto der Atomkonzerne geflossen sind. Hinzu kamen unverschämte und überhöhte Energieabrechnungen. Kaum im Wettbewerb angekommen versagen Teyssen und Co. Immer wenn uns ein Befreiungsschlag präsentiert werden soll, wird es noch desaströser. Ohne "Steuertropf" kann Teyssen gar nicht mehr. Da wird in der Tat Volksvermögen verbrannt. Und genau genommen auch die Milliarden Subventionen, die allesamt durch falsche Expansionspolitik nun versenkt werden, zählen dazu. Aber das ist nicht der Politik geschuldet. Das ist engstirnigen Managementfehlern geschuldet. Und nun mit großem Fingerzeig den Fehler bei anderen zu suchen, ist geradezu lächerlich. Bei EON muss die gesamte Führungsriege weg. Ebenso gehört der Aufsichtsrat ausgemistet. Ich sage Ihnen das, weil ich Aktionär bei diesem Unternehmen bin und seit langem die Entwicklung und Unternehmenspolitik mit anschaue.

  • @Chris Berg
    Diese ständigen Lügen was Sie und andere über die Kernkraft verbreiten haben doch bereits alle Vernunft und Verstandmenschen durchschaut.
    Die Kernkraft war der Garant für Zuverlässigkeit, Sicherheit, Forschung und Weiterentwicklung im Segment der Hochtechnologie, Fortschritt in der Energietechnik und hat uns unabhängiger von Kohle und Gas gemacht. Die Energiewende macht einen Rückschritt in Richtung Abhängigkeit und Mangel von der Natur (Wind, Sonne, Pflanzenwachstum-Monokultur).

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