Energie

Eon-Chef Johannes Teyssen „Bitcoins verschlingen Unmengen an Strom“

Der Eon-Chef hat mit der alten Energiewelt gebrochen – und fordert jetzt einen Mindestpreis für das klimaschädliche Kohlendioxid. Bei der Handelsblatt-Energietagung überraschte Johannes Teyssen mit launigen Aussagen.
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BerlinEon-Chef Johannes Teyssen beobachtet das Phänomen Bitcoin fasziniert – hält jedoch gebührenden Abstand: „Persönlich lasse ich die Finger davon, dafür bin zu alt“, sagte der Manager am Dienstag auf der Handelsblatt-Energietagung. Und doch kann er dem Hype etwas positives abgewinnen, wie er – nicht ganz ernst – anmerkt: „Was ich faszinierend finde, ist der Energieverbrauch – die verschlingen Unmengen an Strom.“

Für die immer komplexeren Rechenoperationen, die nötig sind, um die Digitalwährend in sogenannten „Bitcoin-Minen“ zu schürfen, braucht es aktuell 40 Terrawattstunden Strom im Jahr. Das ist „soviel wie ganz Ungarn verbraucht“, sagte Teyssen. Bis 2020 könnte die Herstellung von Bitcoins „so viel Strom verschlingen, wie heute die ganze Welt verbraucht“, erläuterte der Energiemanager.

„Wir sehen, dass hohe Energieverbräuche kein Alleinstellungsmerkmal der klassischen Schwerindustrie sind. Kaum etwas ist weiter entfernt von der Realwirtschaft als Bitcoins“, kritisierte Teyssen. Er hatte aber auch eine gute Nachricht parat: „Die Energieeffizienz der Bitcoin-Schürfcomputer ist in den letzten Jahren signifikant gesteigert worden“, so Teyssen. Es sei keine Spekulation, dass der Energieverbrauch je Bitcoin-Transaktion weiter sinken werde.

Keine Behörde hätte den rasanten Effizienzfortschritt bei den Bitcoins vorhersehen können. „Wäre anfangs eine Genehmigung für Bitcoins nötig gewesen, wäre sie wohl nie erteilt worden“, erklärte Teyssen. Was den Manager dabei umtreibt: Der technische Fortschritt lässt sich kaum prognostizieren. „Dieser Fortschritt ist in allen Facetten der Energie so schnell geworden, dass die öffentliche Wahrnehmung kaum mehr mit kommt“, so Teyssen.  

Auch wenn Teyssen Technologie-Hypes wie den Bitcoin mit Skepsis betrachtet – vor den Umwälzungen in der eigenen Branche schreckt er nicht zurück: Vor drei Jahren entschied sich Teyssen für die Aufspaltung von Eon – und die Konzentration des größten deutschen Energiekonzerns auf die neue Energiewelt. Und spätestens seit Eon vor zwei Wochen den Verkauf der letzten Aktien der Uniper SE, die die Kohle- und Gaskraftwerke übernommen hatte, besiegelte, hat er sich mit seinem Unternehmen komplett der Energiewende verschrieben.

Und Teyssen macht das inzwischen voller Überzeugung: Zum Auftakt der Handelsblatt-Energietagung in Berlin machte er sich für eine Verschärfung des Klimaschutzes stark: „Der europäische Emissionshandel braucht einen Mindestpreis“, forderte Teyssen vor den rund 1.200 Managern, die zum wichtigsten Branchentreff gekommen sind. Die Tagung, die inzwischen zum 25. Mal stattfindet, läuft bis Donnerstag.

Bislang wird im europäischen Emissionshandel der Klimaschutz über den Markt geregelt. Wer eine Tonne des klimaschädlichen CO2 ausstößt, benötigt ein Emissionszertifikat, die unter einander gehandelt werden können. Die Preise sind aber so sehr im Keller, dass der Emissionshandel kaum noch Anreize für zusätzlichen Klimaschutz bietet. Deshalb fordert Teyssen „einen Mindestpreis im europäischen Emissionshandel“ und eine „nationale Abgabe in Deutschland für alle Energiemärkte im Rahmen einer Reform der Energiesteuern und -abgaben“.

Mit seinem Engagement für den Klimaschutz macht sich Teyssen in der Branche nicht nur Freunde. Uniper-Chef Klaus Schäfer warf der ehemaligen Mutter Eon und Teyssen schon vor, die Überzeugungen allzu rasch zu ändern. Eon hatte vor kurzem schon einen Aufruf unterzeichnet, der einen Ausstieg aus der Kohleverstromung fordert.

Teyssens Plädoyer richtet sich an die kommende Bundesregierung. In ihren Sondierungsgesprächen haben sich Union und SPD zurückhaltend zum Klimaschutz geäußert. Im Abschlusspapier zu den Sondierungsgesprächen verabschiedeten sie sich praktisch vom deutschen Klimaziel für 2020. Danach war eigentlich eine Reduktion des CO2-Ausstoßes gegenüber 1990 um 40 Prozent vorgesehen.

Handelsblatt Energie Briefing
Klimaschutz darf nicht zu inakzeptablen Belastungen führen
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16 Kommentare zu "Eon-Chef Johannes Teyssen: „Bitcoins verschlingen Unmengen an Strom“"

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  • Herr Peter Spiegel23.01.2018, 16:42

    Gut, dass Sie die Erderwärmung durch CO²ansprechen. Bin ich froh, dass es bei uns keine Brandrodungen gibt.

    Aber Rindviecher, die auch Methan oder CO² verbreiten, gibt es leider hier auch mehr als genug. Und es werden immer mehr.

  • Ich bin überzeugt, dass die Bitcoin-Blase platzt. DAs Verschlüsseln von Währungen & Geldern und der damit verbundene, krasse Stromverbrauch sind perfide Abschweifungen von Dark-Net-Nutzern und Spekulanten, die gebremst werden müssen durch internationale Regulierungen. Bzgl.unserem Klimaschutz ist es wesentlich den Verbrauch zu senken und zugleich neue Energie-Nutzung von der aufkommrnden Neutrino-Energy mit Investitionen in die zu entwickelnden Technologien Voranzubringen. Ich hörte dazu vom Projekt der Berliner Neutrino Group die Kleinstkraftwerke für die mobile Haushaltsverorgung unter Leitung von Prof. Krause und weiteren international bekannten Wissenschaftlern entwickeln. Das sind spannende News, die man auch an Eon-Chef herantragen muss.

  • Ich bin überzeugt, dass die Bitcoin-Blase platzt. DAs Verschlüsseln von Währungen & Geldern und der damit verbundene, krasse Stromverbrauch sind perfide Abschweifungen von Dark-Net-Nutzern und Spekulanten, die gebremst werden müssen durch internationale Regulierungen. Bzgl.unserem Klimaschutz ist es wesentlich den Verbrauch zu senken und zugleich neue Energie-Nutzung von der aufkommrnden Neutrino-Energy mit Investitionen in die zu entwickelnden Technologien Voranzubringen. Ich hörte dazu vom Projekt der Berliner Neutrino Group die Kleinstkraftwerke für die mobile Haushaltsverorgung unter Leitung von Prof. Krause und weiteren international bekannten Wissenschaftlern entwickeln. Das sind spannende News, die man auch an Eon herantragen muss.

  • Herr Peer Kabus@ Genau so ist das, abholzen , zubetonieren und dann ist das CO2 an der Erwärmung schuld. So etwas kann sich nur die negativ Elite einfallen lassen.

  • Zum Thema selbst habe ich vor kurzem gelesen, dass der Stromverbrauch dieser Spekulatius-Währung dem Stromverbrauch Argentiniens entsprechen soll, womit „Unmengen“ quantifizierbar sind, wenn diese Info stimmt.

    Das ein solcher Stromverbrauch auch entsprechende Abwärme produziert (neben den Verlusten bei der Stromerzeugung) erscheint logisch. Im Fall der Coins entsteht also ein doppelter Stromverbrach der Vergleichsgröße Argentinien zuzüglich der dazugehörenden Abwärme.

    Zum Thema „Klimarettung“ maße ich mir keine Urteilskompetenz an. Nur erscheint es mir logisch, dass es klimatische Konsequenzen geben muss, wenn riesige Flächen des Regenwalds vernichtet werden.

  • Hallo Herr Berger,

    ich denke, dass beim Ozonloch wie auch bei den anderen ökoreligiösen Weltuntergangskatastrophen anfangs gute Wissenschaftler (Ozonoch NASA) gab die dies als Hypothese im besten Wissen aus ihren Daten geschlossen und vorgetragen haben.

    Beim Waldsterben hat der eigentlich Initiator seine Hypothese später widerrufen, wurde dann aber seitens Medien und Politik, die darauf aufgesprungen waren, ignoriert. Andere "Wissenschaftler" haben dies zum eigenen Gunsten aufgegriffen. Eine wissenschaftliche Diskussion war dann nicht mehr möglich.

    Da die Hypothesen den ökosozialistischen Geistern sehr willkommen waren wurden diese dann entsprechend entwickelt. Im Fall des Klimaschwindels (vielleicht die armselgiste dieser Hypothesen) sind es ganze Branchen die daran hängen.

    -Beim Ozonloch stand am Anfang die Beobachtung dass sich das Ozonloch ausweitet und das Wissen das FCKW die Ozonschicht in der oberen Atmosphäre schädigt.
    - Beim Waldsterben stand am Anfang die Beobachtung von Walsdschäden bei saurem Boden und das Wissen von Millionen to SO2 Emissionen in die Atmosphäre.
    - Die "Endlichen Rohstoffe" beruhten auf einem Vergleich der ausgewiesenen Reserven und eines steigenden Verbrauchs.
    - Der Klimaschwindel beruht auf einer gemessenen Erwärmung der Erdatmosphäre seit Ende der Kleinen Eiszeit und dem Wissen das asymetrisch schwingende Moleküle, CO2 , CH4, in einigen Frequenzbereichen IR aktiv sind.

  • Herr Narrog,

    ich möchte Sie nicht persönlich angreifen und sehe Sie auch nicht als "Abgehängten". Falls Sie das so aus meinem Kommentar lesen, tut mir das leid.

    Außerdem ging es mir auch nicht um die Aussagen von "Qualitätsmedien", sondern um Fakten. Der Wald ist natürlich nicht tot, es wird aber immer aufwändiger, aus einem Eichenstamm Wertholz zu gewinnen, weil die Bäume zunehmend Krankheiten haben.

    Wir haben genug Rohstoffe zur Verfügung, aber tatsächlich war es in den 70er Jahren schwer denkbar in der Tiefsee Öl abzubauen. Und das hilft Dubai oder den VAE recht wenig, weil bei denen sind die Felder wohl tatsächlich endlich.

    Beim Ozonloch stimme ich Ihnen zu. Das habe ich tatsächlich selbst noch nicht gesehen und bin wohl auf eine Finte hereingefallen ....

  • „Uniper-Chef Klaus Schäfer warf der ehemaligen Mutter Eon und Teyssen schon vor, die Überzeugungen allzu rasch zu ändern.“

    Dem kann man nur in Teyssens eigenen Worten entgegnen:

    „Der technische Fortschritt lässt sich kaum prognostizieren. „Dieser Fortschritt ist in allen Facetten der Energie so schnell geworden, dass die öffentliche Wahrnehmung kaum mehr mit kommt“.

    Ein kluger Unternehmenslenker – und dafür halte ich Teyssen – muss vor allem die richtigen Prioritäten schnell erkennen können, damit er sein Handeln an diesen ausrichten kann. Welch elementare Bedeutung eine zuverlässige UND nachhaltige (UND zugleich für jedermann erschwingliche) Energieversorgung heute in a l l e n Bereichen des täglichen Lebens hat, dürfte wahrscheinlich jeder aufs Eindrücklichste gemerkt haben, bei dem der Strom schon einmal – uns sei es nur für ein paar Minuten - ausgefallen ist. Von daher ist es nur zu begrüßen, dass Teyssen sich mit seinem Unternehmen komplett der Energiewende verschrieben hat.

    „CO2 müsse wieder einen „wirksamen“ Preis bekommen.“

    Genau. Einen bezüglich seines Steuerungseffekts in Richtung nachhaltige Wirtschaft „wirksamen“.

  • Hallo Herr Berger,

    wenn ich Ihre Aussage betrachte...

    "Für mich ist ärgerlich, dass ich mich über Ihre dürftigen Analysen, die immer nur auf Aussagen einzelner abgehängter Wissenschaftler beruhen, aufrege. Daran sollte ich arbeiten und dermaßen dürftige Kommentare einfach meiden."

    denke ich sehr wohl, dass es für Ihr ökologisches Seelenheil besser ist meine Kommentare zu meiden.

    Ich analysiere die Sachverhalte in der Regel selbst und treffe meine eigenen Schlussfolgerungen. Nutze mein eigenes Wissen, bediene mich bei meinen Aussagen abnehmend aus den bekannten "Qualitätsmedien", zunehmend Alternativmedien, angelsächsischer Finanzseiten und bei technisch/wissenschaftlichen Themen aus Studium, Lehrbüchern, Fachzeitschriften und mir bekannten Wissenschaftlern aus dem persönlichen Umfeld (Beispiel Kernenergie).

    Ich selber bin sicherlich ein total Abgehängter. Ich bin Ingenieur von Beruf, Familienvater und lebe in einer schönen Gemeinde in der Schweiz.

  • Herr Berger,
    warum verteidigen Sie Ihre persönlichen Ansichten zum Klimahype in Verbindung mit der Diffamierung anderer Foristen?

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