Energie

Eon in Italien und Spanien
Stromerzeuger will ausländische Töchter verkaufen

Insidern zufolge hat der Energiekonzern Eon sowohl für seine Geschäfte in Spanien, als auch für jene in Italien konkrete Offerten erhalten. Der Konzern könnte an den Sparten je zwei Milliarden Euro verdienen.
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Mailand/FrankfurtDer Energiekonzern Eon steht einem Pressebericht zufolge kurz vor einer Einigung über den Verkauf seines spanischen Geschäfts. Favorisierter Käufer sei die australische Macquarie Bank, schreibt die „Rheinische Post“ (Dienstag) unter Berufung auf Branchenkreise. Der Eon-Aufsichtsrat stehe auf Abruf bereit, um in den nächsten Tagen das Geschäft zu genehmigen. Eon Spanien wird dem Vernehmen nach mit gut zwei Milliarden Euro bewertet und beschäftigt 1200 Mitarbeiter. Macquarie hatte vor zwei Jahren bereits das Ferngasnetz von Eon übernommen.

Kurz zuvor waren Insider-Informationen bekannt geworden, nach denen der Konzern auch mehrere verbindliche Offerten für seine Italien-Aktivitäten erhalten hatte. Sowohl Energiefirmen als auch Finanzinvestoren hätten ihr Interesse an der Sparte bekundet, die ebenfalls mehr als zwei Milliarden Euro wert sein könnte.

Italiens größter Versorger Enel, der Regionalversorger Hera und der Gas- und Stromvertrieb Gala legten Gebote für den Kundenbestand von Eon vor, wie drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Der französische Energieriese EDF erwäge, über die italienische Tochter Edison ein unverbindliches Gebot außerhalb des offiziellen Bieterprozesses vorzulegen, sagten zwei Insider.

Für das Erneuerbare-Energien-Geschäft legten der Energiekonzern Erg und der Infrastrukturfonds F2i Offerten vor, wie zwei der Insider sagten. Auch der Investmentfonds Brookfields habe Interesse gezeigt.

Die Botschaft hat die Aktien des Versorgers angeschoben. Die Titel legten am Dienstag in einem freundlichen Marktumfeld um bis zu 3,1 Prozent auf 13,94 Euro zu und waren damit so teuer wie seit Anfang Oktober nicht mehr. Eine hohe Zahl von Interessenten sei erst einmal eine gute Nachricht, sagte ein Börsianer.

Eon beschäftigt in Italien rund 1000 Mitarbeiter und beliefert etwa 860.000 Strom- und Gaskunden. Der Konzern betreibt dort Kohle- und Gaskraftwerke sowie Windkraft- und Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von etwa sechs Gigawatt. Zu dem Erneuerbare-Energien-Geschäft zählt auch ein Wasserkraftwerk, dessen Wert auf rund eine Milliarde Euro geschätzt werde, sagten Insider.

Der Wert der Wind- und Solarkraftwerke werde auf rund 300 Millionen Euro taxiert.

Während das Interesse an den Strom- und Gaskunden sowie am Erneuerbare-Energien-Geschäft hoch sei, sei das traditionelle Stromerzeugungsgeschäft weniger gefragt. Die Stromnachfrage schwächelt wegen der Wirtschaftskrise in Italien, die Preise sind unter Druck.

EDF, Enel, Hera, Erg und F2i lehnten eine Stellungnahme ab, Gala konnte für eine Stellungnahme zunächst nicht erreicht werden.

Insider sagten, auch die Finanzinvestoren Contour Global, Terra Firma und Aquila Capital hätten Interesse an einzelnen Teilen gezeigt. Ein Banker sagte, Shanghai Power sei stark an einem Kohlekraftwerk auf Sardinien interessiert, wollte aber nicht sagen, ob die Chinesen ein Gebot abgegeben haben. Der Wert der Anlage mit einer Kapazität von 598 Megawatt werde auf rund 200 Millionen Euro geschätzt.

Eon hatte das Italien-Geschäft vor über einem Jahr zum Verkauf gestellt. Ursprünglich hatte Eon Insidern zufolge angestrebt, das Geschäft bereits im zweiten Quartal zu veräußern. Beim jetzigen Anlauf musste Eon die Bieterfrist verlängern, sie lief nun am Montag aus. Der Konzern habe bisher nicht entschieden, ob er sein Italien-Geschäft als ganzes oder in Teilen verkauft, sagten Insider.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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