Energie

Eon Spin-off Uniper verkauft Gasfeld für Milliardenbetrag

Der verschuldete Stromproduzent verschafft sich durch einen spektakulären Verkauf Luft: Uniper trennt sich von der Beteiligung am sibirischen Gasfeld Yuschno Russkoje – um die Vorgänger Ruhrgas jahrelang gekämpft hatte.
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Das österreichische Öl- und Gasunternehmen OMV erwirbt den Uniper-Anteil an dem russischen Gasfeld. Quelle: obs
Gasfeld Juschno Russkoje

Das österreichische Öl- und Gasunternehmen OMV erwirbt den Uniper-Anteil an dem russischen Gasfeld.

(Foto: obs)

Es ist keine schöne Premiere, die Uniper-Chef Klaus Schäfer am kommenden Donnerstag feiern wird. Zum ersten Mal wird der 49-jährige die Bilanz des Unternehmens präsentieren, in das Eon das alte Geschäft mit Kohle- und Gaskraftwerken sowie Großhandel abgespaltet hat – und es ist klar, dass die Lage schwierig ist: Unter dem Strich steht ein gewaltiger Milliardenverlust.

Jetzt überraschte Schäfer im Vorfeld aber mit einer Transaktion, die dem angeschlagenen Unternehmen gehörig Luft verschafft. Uniper vereinbarte mit dem österreichischen Öl- und Gasunternehmen OMV den Verkauf des eigenen Anteils am russischen Gasfeld Yushno-Russkoje. Uniper erhält für das 25-Prozent-Paket einen Verkaufspreis von 1,75 Milliarden Euro zum Bilanzstichtag vom 31. Dezember 2016.

Das sind die größten Kraftwerke der Welt
Wasserkraft: Drei-Schluchten-Staudamm (China)
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Der Jangtse liefert das Wasser für dieses gigantische Kraftwerk. 32 Turbinen sorgen für eine Nennleistung von 22.500 Megawatt. Damit ist der Drei-Schluchten-Damm nicht nur das größte Wasserkraft, sondern das größte Kraftwerk überhaupt weltweit.

Groß wie die Leistung war auch die Kritik an dem Bauwerk, das eine einzigartige Landschaft zerstörte und die Umsiedlung vieler Menschen nötig machte. Andererseits dient der Damm auch dem Hochwasserschutz in der oft von den Fluten heimgesuchten Region: Allein im 20. Jahrhundert kamen drei Millionen Menschen bei Überschwemmungen des Jangtse ums Leben.

Kernkraft: Kashiwazaki-Kariwa (Japan)
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Trotz der Reaktorkatastrophe von Fukushima setzt Japan nach wie vor auf die Kernkraft. Das größte Kernkraftwerk ist Kashiwazaki-Kariwa in der japanischen Präfektur Niigata. 8.200 Megawatt liefern seine insgesamt sieben Reaktoren, damit ist die Anlage das leistungsstärkste Kernkraftwerk der Welt.

Seit 1985 in Betrieb, musste das Kraftwerk im Lauf der Jahre wiederholt abgeschaltet werden, unter anderem wegen Beschädigungen durch Erdbeben. So war die Anlage nach einem Beben am 16. Juli 2007 für insgesamt 21 Monate außer Betrieb. Ins Gerede kam der Reaktor auch 2002, nachdem der Betreiber Untersuchungsberichte gefälscht und Störfälle zu vertuschen versucht hatte.

Windkraft: Windpark Gansu (China)
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Am Rand der Wüste Gobi entsteht der weltweit größte Windpark an Land. 2010 gingen hier die ersten Windräder ans Netz, bis 2020 sind Windanlagen mit einer Gesamtleistung von 20.000 Megawatt geplant. Würden diese Windräder 4000 Stunden im Jahr unter Volllast laufen, ließe sich die Nennleistung von etwa 15 Kernkraftwerken erreichen.

Offshore-Windpark: London Array (GB)
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2013 eröffnete der damalige Premierminister David Cameron den Windpark in der Themsemündung. Mit 175 Windräder und 630 Megawatt Gesamtleistung ist die Anlage die größte ihrer Art weltweit. Eine zweite Ausbaustufe, die zusätzlich 240 Megawatt bringen sollte, wurde 2014 gestoppt - unter anderem wegen möglicher Auswirkungen auf die Seevögel-Population in dem Gebiet.

Thermisches Solarkraftwerk: Ivanpah (USA)
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In der kalifornischen Mojave-Wüste steht das weltgrößte solarthermische Kraftwerk: Mehr als 300.000 Spiegel fokussieren die Sonnenstrahlung auf drei Solartürme. Dort heizt sich Wasser auf, der Wasserdampf wird dann über Turbinen zur Energiegewinnung genutzt. Die Nennleistung der Anlage liegt bei 392 Megawatt.

Photovoltaik-Solarkraftwerk: Longyangxia Dam Solar Park (China)
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Strom aus Sonne gewinnt auch das weltgrößte Photovoltaik-Kraftwerk. Die Anlage im Gebiet der Longyangxia-Talsperre in der chinesischen Provinz Qinghai erstreckt sich über mehr als 20 Quadratkilometer und bringt es auf eine Nennleistung von 850 Megawatt.

Öl: Shoaiba-Kraftwerk (Saudi-Arabien)
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Wo sonst als im Ölstaat Saudi-Arabien sollte das weltgrößte Ölkraftwerk stehen? Auf eine Leistung von 5600 Megawatt bringt es die Anlage an der Küste des Roten Meeres. Das zum Betrieb des Kraftwerks nötige Süßwasser liefern angegliederte Meerwasser-Entsalzungsanlagen, die ihrerseits vom Kraftwerk mit Energie versorgt werden.

Für Schäfer ist das ein zweifacher Coup: Er drückt damit erstens die Schulden deutlich. Diese hatten sich zum Ende des dritten Quartals auf 3,7 Milliarden Euro summiert und wären ansonsten zum Jahresende wegen Investitionen wieder angestiegen. Zweitens erreicht er eines seiner wichtigsten Versprechen, das er dem Kapitalmarkt gegeben hat, vorzeitig: Bis Ende 2017 wollte Schäfer durch Verkäufe rund zwei Milliarden Euro einnehmen.

„Durch den Verkauf des Anteils an Yushno-Russkoje wird es uns gelingen, bereits zu diesem frühen Zeitpunkt unser Entschuldungsziel fast vollständig zu erreichen“, betonte Schäfer jetzt entsprechend stolz. Dabei trenne sich das Unternehmen von einer Aktivität, die nicht mehr zum Kerngeschäft gehöre.

Uniper ist auf die Entlastung dringend angewiesen. Das Unternehmen ist in einem äußert schwierigen Markt tätig. Die Kohle- und Gaskraftwerke leiden unter der Energiewende und dem Preisverfall im Großhandel. Die Margen sind in den vergangenen Jahren zusammengeschmolzen. Schäfer selbst spricht von „Margendruck“. Zum dritten Quartal wies Uniper wegen hoher Abschreibungen unter dem Strich einen Fehlbetrag von 4,2 Milliarden Euro aus.

Eines der größten russischen Gasfelder
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1 Kommentar zu "Eon Spin-off: Uniper verkauft Gasfeld für Milliardenbetrag"

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  • EON und RWE waren vor ein paar Jahren kraftstrotzende Unternehmen die Milliarden an ihre teils staatlichen Eigentümer ausgeschüttet hatten.

    Einst traf ich einen Londoner Analysten der mir gegenüber von den Unternehmen schwärmte. Die umweltfreundlichen, zukunftsträchtigen Kernkraftwerke generieren Milliarden Cash Flow...Die modernen Kohlekraftwerke... Er meinte die Laufzeitbegrenzungen für die Kernkraftwerke würden sicherlich analog anderer Staaten revidiert...

    Ich sagte ihm dass er die Deutsche Gesellschaft nicht kenne. Die Ökoreligion ist nach dem Rückzug des Christentums die massgebliche Religion in Deutschland. Ich sprach über die Stilllegung voll funktionsfähiger Kernkraftwerke, Klimaschwindel...Er verstand nicht und so wechselten wir das Thema.

    Mittlerweile hat man die Versorger ohne nennenswerte Entschädigung für die teils privaten Eigner durch Stilllegung der Kernkraftwerke, das Ökospektakel um die Entsorgung der radioaktiven Abfälle, durch die Konkurrenz massiv subventioniertem, umweltschädlichen Ökostroms weitgehend zerstört.

    Da erstaunt es nicht dass die Unternehmen ihre letzten werthaltigen Assets verkaufen.

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