Energie

Eon und Co.
Für die Wende fehlt die Energie

Die Pläne waren ambitioniert, jetzt kommt die Ernüchterung: Die Energieriesen Eon, EnBW und RWE investieren deutlich weniger in Solar- und Windkraft als versprochen. Und sie verbreiten wenig Hoffnung auf Besserung.
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DüsseldorfDie Ankündigung klang markig: „Erneuerbare Energien sind ein zentraler Pfeiler unserer Konzernstrategie“, sagte Eon-Chef Johannes Teyssen vor wenig mehr als einem Jahr. Gerade Windanlagen auf hoher See seien ein Wachstumsfeld.

Doch die Zahlen, die der Düsseldorfer Versorger heute vorgestellt hat, sprechen eine andere Sprache: Eon fährt die Investitionen zurück – auch in Sonnen- und Windkraft. Bei den Konkurrenten EnBW und RWE sieht es ähnlich aus. 

Dabei ließen nicht nur Eon, sondern auch die Konkurrenz vor gar nicht allzu langer derartige Bekenntnisse hören. Der neue RWE-Chef Peter Terium etwa verkündete im Sommer die völlige Abkehr von der Atomkraft und die Konzentration auf die erneuerbaren Energien – sein Vorgänger Jürgen Großmann hatte sich noch vehement für die Kernenergie eingesetzt und war dafür vom Naturschutzbund als Dinosaurier gescholten worden. Bei EnBW gab es einen symbolträchtigen Wechsel in der Chefetage: Mit Frank Mastiaux übernahm der Manager, der bei Eon zuvor die Sparte der erneuerbaren Energien aufgebaut hatte.

Inzwischen wird jedoch deutlich, dass die großen deutschen Energieversorger ihre Investitionen zurückfahren, auch die in die erneuerbaren Energien. Mit Eon folgt auch der dritte im Bunde der großen deutschen Versorger dem Pfad, den zuvor bereits EnBW und RWE eingeschlagen hatten. Wie der Konzern bei der Vorlage seiner Bilanz mitteilte, wird das Unternehmen statt wie im vergangenen Jahr fast 7 Milliarden Euro 2013 nur noch 6,1 Milliarden Euro investieren. Bis 2015 sollen die Investitionen gar auf 4,5 Milliarden Euro sinken.

Der Anteil, der für den Ausbau der erneuerbaren Energien genutzt wird, geht bereits in diesem Jahr von 25 Prozent auf 21 Prozent zurück. Statt wie im vergangenen Jahr rund 1,75 Milliarden Euro investiert der Konzern damit in diesem Jahr nur noch 1,3 Milliarden Euro in seine Windparks und Co. „Die wirtschaftliche Lage im Jahr 2013 ist deutlich angespannt“, erklärte Eon-Chef Johannes Theyssen. „Und in den nächsten Jahren wird es mit Sicherheit nicht einfacher für Eon.“ 2015 sollen die Investitionen in den Bereich erneuerbare Energien sogar auf weniger als eine Milliarde Euro pro Jahr sinken.

Der Konzern wendet sich derzeit vor allem Märkten außerhalb Europas zu, etwa der Türkei, Brasilien und Russland. Die langfristige Unternehmensstrategie sei auf weitere Internationalisierung ausgerichtet, sagte Teyssen. Zwar gehören die erneuerbaren Energien zu den „drei Wachstumsfeldern“ des Konzerns, sagte Eon-Finanzchef Markus Schenck – ihr Anteil an der Stromerzeugung könne sogar schon in diesem Jahr den der konventionellen Kraftwerke übersteigen. Der Anteil am Konzernergebnis soll von derzeit 12 Prozent auf 15 Prozent in zwei Jahren steigen. Doch der „limitierende Faktor“ sei eben die Kapitalausstattung des Unternehmens.

Kommentare zu " Eon und Co.: Für die Wende fehlt die Energie"

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  • Also welchen Nutzen: Wenn ich Xe-135 aus dem Salz extrahiere, was ich sollte, dann wird dieses Isotope, was 7% der Fissionprodukte ausmacht, zu Cs-135 zerfallen (HWT es Xe-135 Zerfalls ist 8h). Cs-135 hat eine HW-Zeit von 2,3 Mio Jahren.
    Wenn ich mittels Xe-135 den Reaktor steuere (bzw. im Reaktor transmutiere), dann vernichte ich das Xe-135 bevor das Cs-135 entstehen kann. Ein ähnliches Verfahren brauche ich auch noch für das Tc-99.

  • Hi Anonym...135Xe ist in der Tat ein starke Absorber für thermische Neutronen.
    Ich frage mich wie Sie 135Xe, ein hochradioaktives Gas mit kurzer Halbwertszeit gewinnen können, in die Steuerstäbe inleiten können....Ein wenig abwegig.

    Welchen Nutzen soll dies haben?

    Vandale

  • Vandale: Ich glaube dass uns zu allen Fragen eine Antwort einfallen wird, weil diese Probleme technisch lösbar sind (Behauptung). Man könnte Teile der Regelstäbe teilweise von Xenon-135 durchfliessen lassen, und die Neutronen-Ökonomie sehr stark verbessern. Ich glaube wenn wir zielgerichtet und ohne Tabus in diese Richtung forschen, sind wir einem "Energie-Paradies" recht nah.

    Wobei die Frage natürlich ist, ob bei uns in Deutschland alle auch wirklich ein Energieparadies haben wollen, oder ob es nicht einfacher ist über ein Volk zu herrschen, welches man selektiv durch die Verknappung von Energie ausbeuten und kontrollieren kann.

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