Energie

Eon und RWE
Energieriesen schlagen Enovos-Anteile los

Die Energieversorger RWE und Eon bessern ihre Kassen durch einen Verkauf in Luxemburg auf. Sie trennen sich von ihren Minderheitsanteilen am dortigen Energiekonzern Enovos, der auch in Deutschland aktiv ist.

DüsseldorfDie beiden Energiekonzerne RWE und Eon haben für ihre Beteiligungen am Luxemburger Energieversorger Enovos Käufer gefunden. Ein Bieterkonsortium unter der Führung des Großherzogtums Luxemburg und des Finanzinvestors und Anteilseigners Ardian werde die Anteile übernehmen, teilten die Versorger am Mittwoch mit. Über die Höhe des Kaufpreises sei Stillschweigen vereinbart worden. Einer mit dem Vorgang vertrauten Person zufolge bewegt sich der Kaufpreis insgesamt im mittleren dreistelligen Millionenbereich.

Der Anteilsverkauf beflügelte die Aktien der beiden Versorger. Sie führten die Gewinnerliste im Dax an. RWE notierten knapp sechs Prozent im Plus bei 11,97 Euro, Eon gewannen 4,8 Prozent auf 8,89 Euro.

Im Jahr 2012 hatte der Stahlkonzern Arcelor-Mittal sein Enovos-Paket von 23,48 Prozent für 330 Millionen Euro an Ardian verkauft. Im Februar hatte Reuters von einer mit dem Vorgang vertrauten Person erfahren, Enovos könnte insgesamt in einer Transaktion mit zwei Milliarden Euro bewertet werden. RWE hält 18,4 Prozent an dem 2009 gegründeten Unternehmen, Eon zehn Prozent. Zu den übrigen Eignern gehören staatliche und kommunale Einrichtungen in Luxemburg sowie der Versorger GDF Suez.

Die Transaktion, die im ersten Quartal 2016 über die Bühne gehen soll, steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Stadtrates der Stadt Luxemburg, des Aufsichtsrates der RWE AG sowie der zuständigen Kartellbehörden.

Seit 2014 wollen sich die deutschen Energiekonzerne von ihren Enovos-Anteilen trennen. RWE und Eon versuchen mit Verkäufen von Beteiligungen ihre klammen Kassen zu füllen. Enovos ist auch auf dem deutschen, französischen und belgischen Energiemarkt aktiv. So beliefert das Unternehmen etwa den niedersächsischen Stahlkonzern Georgsmarienhütte mit Strom. Georgsmarienhütte gehört dem ehemaligen RWE-Chef Jürgen Großmann.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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