Energie

Erdöl- und Gasgeschäft
RWE-Chef Terium will Konzerntochter Dea versilbern

Die Atomwende hat RWE nun verdaut. Der Energiekonzern hat 2012 seinen operativen Gewinn um zehn Prozent gesteigert, nachdem 2011 das Geschäftsergebnis eingebrochen war. Der Versorger will noch weiter sparen.
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EssenZwei Jahre nach der Atomwende kommt der Energiekonzern RWE langsam wieder zurück in die Spur. Dank seiner vergleichsweise günstigen, aber klimaschädlichen Braunkohlekraftwerke konnte der Versorger 2012 seinen Betriebsgewinn über den Markterwartungen steigern. Für das laufende Jahr rechnet Vorstandschef Peter Terium aber mit keinen weiteren Sprüngen.

Auch würden die geplanten Beteiligungsverkäufe wohl länger dauern als geplant, sagte Terium am Dienstag anlässlich der Bilanzpressekonferenz in Essen. Er stellte zudem die Öl- und Gasfördertochter RWE Dea zum Verkauf. Analysten hatten den Unternehmenswert von Dea auf etwa 4,5 Milliarden Euro beziffert.

An der Börse ist RWE am Vormittag der Spitzenreiter: Die Papiere steigen um bis zu 3,5 Prozent auf ein Sieben-Wochen-Hoch von 29,69 Euro.

Im vergangenen Jahr erhöhte RWE den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 10,1 Prozent auf 9,314 Milliarden Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 8,693 Milliarden Euro gerechnet. 2013 werde der Wert wohl in der Größenordnung von neun Milliarden Euro liegen. Das für die Dividende entscheidende nachhaltige Nettoergebnis soll sich erneut in der Größenordnung von 2,4 Milliarden Euro bewegen. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Energieriese mitgeteilt, dass die Aktionäre für 2012 eine unveränderte Dividende von zwei Euro je Aktie erhalten sollen.

RWE profitierte neben wegfallenden Einmalbelastungen aus der Atomwende von den Braunkohlekraftwerken mit ihren günstigen Brennstoffkosten. Zudem konnte der Versorger im vergangenen Jahr eine neue Anlage in Betrieb nehmen. Zu schaffen machen RWE aber ebenso wie dem Konkurrenten E.ON die fallenden Großhandelspreise. "Am deutschen Terminmarkt ist Strom derzeit so günstig wie seit 2005 nicht mehr", sagte Terium. Wegen des vorrangig eingespeisten Ökostroms sinke auch die Auslastung von Gas- und Kohlekraftwerken.

Mit den geplanten Beteiligungsverkäufen im Wert von bis zu sieben Milliarden Euro kommt RWE langsamer als geplant voran. "In der Umsetzungsphase des Programms hat sich gezeigt, dass wir für einen Teil der zur Veräußerung stehenden Beteiligungen keinen angemessenen Wert erzielen können", erläuterte der RWE-Chef im Geschäftsbericht. Bislang habe der Konzern 2,1 Milliarden Euro kassiert.

RWE wolle die geplante Veräußerung seiner tschechischen Netztochter NET4GAS vorantreiben. Durch den Verkauf von RWE Dea spare das Unternehmen erhebliche Investitionen. Details und Durchführung der Transaktion seien noch offen. RWE Dea mit Sitz in Hamburg hatte im vergangenen Jahr dank gestiegener Gas- und Ölpreise sein betriebliches Ergebnis um fast ein Viertel auf 685 Millionen Euro gesteigert.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wenn die Sonne untergeht
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    "Erneuerbare Energien lieferten kaum einen nennenswerten Ergebnisbeitrag. Das betriebliche Ergebnis von RWE Innogy stieg geringfügig auf 183 Millionen Euro. „Die Entwicklung von Wachstumsprojekten ist weiterhin mit hohen Kosten verbunden“, so RWE. Künftig will der Konzern den Ausbau der alternativen Energien nur noch mit gedrosseltem Tempo fortsetzen."

    Die "erneuerbaren Energien" sind ein unberechenbarer Kostenfaktor. Da handelt RWE nur konsequent.
    Die Preis gehen durch die Decke. Das hat selst der letzte Verbraucher schon gemerkt.
    Und die Kostenexplosion beim Strmpreis geht weiter!
    Es weden neue "Abgaben" erfunden; sowohl beim Netzausbau als auch bei den Hermesversicherungen für Offshore-Windmühlen.
    Und wenn doch mal die Sonne scheint und der wind weht, verschenken wir den Strom ans Ausland (oder bezahlen sogar noch dafür, daß er uns abgenommen wird.
    Aber die Erzeuger ehalten natürlich - dank EEG - ihren für 20Jahre garantierten "Abnahmepreis".
    Der wird sogar dan gezahlt, wenn die (Offshore)-Windmühlen abgeschaltet werden.
    Das ist deutsche Förderung paradox!

  • @Rumpelstilzchen

    Den Konzernbossen geht es nur um ihren Jahresbonus. Und so ein Verkauf spült ordentlich Geld in die Kasse und erhöht den Jahresgewinn (Sondereffekte nennt man so was dann). Und was ist schöner als der Bonus für das laufende Geschäftsjahr? Die langfristigen Effekte interessieren diese Herren nicht! Und die dummen Aktionäre beklatschen meist auch noch diese Erosion ihrer langfristigen Gewinninteressen.

  • Das was die Konzerne am Terminmarkt sparen, kommt bei Ihnen dank EEG Zwangssubvention und MWSt auf letztere nicht an!

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