Energie

Erdölriese
Total zieht Niederlassungen aus Steueroasen ab

Vertreibung aus dem Paradies: Der französische Erdölriese Total will einige Niederlassung aus Steueroasen abziehen. Er stand deswegen seit langem unter Druck.
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ParisDer wegen seiner Steuerpraxis seit langem in der Kritik stehende französische Erdölriese Total will einige seiner Niederlassungen aus Steuerparadiesen abziehen. Bis Ende 2016 sollten neun Filialen aus Steueroasen nach Europa umgesiedelt werden, kündigte der Konzern am Mittwoch in Paris an. Seit 2012 seien bereits 14 Niederlassungen aus Steuerparadiesen zurückgezogen worden und seien nun in Frankreich oder in den Niederlanden beheimatet.

Der Konzern veröffentlichte am Mittwoch auch erstmals eine Liste mit all seinen 903 Niederlassungen weltweit. Bisher hatte das Unternehmen regelmäßig lediglich eine Liste mit 200 seiner Filialen veröffentlicht.

Total-Chef Patrick Pouyanné hatte Ende Januar in einem Interview versichert, sein Konzern habe Niederlassungen in Steuerparadiesen wie den Kaiman-Inseln oder auf den Bermudas nicht aus „Gründen der Steueroptimierung“, sondern aus buchhalterischen und juristischen Gründen, etwa wegen der Möglichkeit zu Dollar-Konten. Total hob nun hervor, dass nicht alle Niederlassungen in Steuerparadiesen nach Europa zurückverlegt werden könnten, zum Beispiel dann, wenn Total nicht der hauptentscheidende Aktionär sei.

Am Mittwoch prangerte Frankreichs Präsident François Hollande die Steuerflucht großer Konzerne an. In einem Interview mit der Zeitung „Le Parisien“ kritisierte er Taktiken zur „Steueroptimierung“, wobei er insbesondere Total erwähnte. „Total ist das größte französische Unternehmen und sollte daher auch der größte französische Steuerzahler sein.“ Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat den Kampf gegen die Steuerflucht zu einer ihrer Prioritäten erklärt.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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