Energie

Erneuerbare Energien Solarkraftwerk wird zum Millionengrab für RWE und Co

Das spanische Solarkraftwerk Andasol 3 produziert vor allem eins: Verluste. Besitzer sind RWE, Rheinenergie und Stadtwerke München. Sie schicken jetzt ihre Anwälte los, die gegen geänderte Förderregeln in Spanien klagen.
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Da war die Förder-Welt noch in Ordnung: Arbeiter im Jahr 2008 vor dem Parabolrinnen-Kraftwerk „Andasol 1“. „Andasol 3“ arbeitet nach dem gleichen Prinzip, macht seinen Besitzern aber nicht so viel Freude. Quelle: dpa

Da war die Förder-Welt noch in Ordnung: Arbeiter im Jahr 2008 vor dem Parabolrinnen-Kraftwerk „Andasol 1“. „Andasol 3“ arbeitet nach dem gleichen Prinzip, macht seinen Besitzern aber nicht so viel Freude.

(Foto: dpa)

DüsseldorfVom Vorzeigeprojekt zum Millionengrab in nur zwei Jahren: Das 2011 eingeweihte spanische Solarthermiekraftwerk Andasol 3 beschert deutschen Energieversorgern hohe Verluste. Allein der größte Anteilseigner, die Stadtwerke München, musste auf die Anlage 64 Millionen Euro abschreiben.

Der Kölner Versorger Rheinenergie hakt 17 Millionen Euro ab – etwa ein Drittel seiner Investitionssumme. Und auch der Essener RWE -Konzern und der Anlagenbauer Ferrostaal räumten am Dienstag Abschreibungen ein - Ferrostaal nannte sie „erheblich“. Als Grund geben die Unternehmen an, dass die spanische Regierung zugesagte Fördermittel zusammengestrichen habe. Die Unternehmen prüfen nun rechtliche Schritte.

Das Parabolrinnenkraftwerk in der Provinz Granada hat 315 Millionen Euro gekostet. Die Anlage soll bis zu 200.000 Menschen mit Strom versorgen. Solarthermische Kraftwerke haben einen höheren Wirkungsgrad als Photovoltaik-Anlagen und können mit kostengünstigen Speichern den Strombedarf auch in den Abendstunden decken.

Da sie aber noch keine Massenware sind, sind sie teurer als herkömmliche Solarmodul-Anlagen. Mithin sind Investoren nur über Subventionen zu locken.

Die Stadtwerke München halten an dem 50-Megawatt-Kraftwerk 48,9 Prozent. „Andasol 3 ist das beste Beispiel dafür, dass wir die Energiewende auf europäischer Ebene verwirklichen müssen“, hatte der damalige Stadtwerke-Chef Kurt Mühlhäuser bei der Einweihung im September 2011 gesagt. „Sie kann nur dann gelingen, wenn die verschiedenen Akteure – wie eben bei Andasol 3 – an einem Strang ziehen und die politischen Rahmenbedingungen stimmen.“

Konzerne beklagen nachträgliche Änderung der Förderung
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15 Kommentare zu "Erneuerbare Energien: Solarkraftwerk wird zum Millionengrab für RWE und Co"

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  • Atomstrom unversicherbar, unbezahlbar

    3. Juni 2013

    Beschränkte Haftung – teure Abfallbeseitigung – auf Kosten aller

    Werden diese unterschiedlichen Szenarien betrachtet, ergibt sich eine Haftpflichtversicherungsprämie, welche

    die Kilowattstunde in einer Spanne von rund 0,14 Euro bis 67,30 Euro verteuern würde.

    Dieser Aufschlag auf den regulären Strompreis müsste über den gesamten Zeitraum des Aufbaus der Deckungssumme gezahlt werden.

    http://www.solarify.eu/atomstrom-unversicherbar-unbezahlbar/

    soviel zum günstigen Atomstrom
    unglaublich

  • Kein Wunder. Viel zu lange wurde weder auf die Kosten, noch auf wirklichen Nutzen geschaut. Diese Korrektur der Erneuerbaren werden nur Unternehmen überleben, die langfristig denken und nachhaltige Strategien parat haben. Eine interessante Beratung dazu liefert z.B. www.marquardt-strategie.de

  • Sind die spanischen (Jugend-)Arbeitslosen nicht wichtiger als Dinge, die sich aus sich selbst heraus nicht rechnen und nur deshalb in der Landschaft stehen, weil es Subventionen dafür gibt? Alle dürfen zuviel bezahlen, weil es seltsame Gesetze gibt, die in einem rezessiven Land mit hoher Arbeitslosigkeit eh keinen Sinn mehr machen, weil der Staat mit Sozialtransfers die Stromrechnungen der Armen zahlen muß?

  • So ist es halt, wenn man sein Geschäftsmodell (Abzockermodell) auf staatlichen Subventionen aufbaut. Die Erneuerbare Eenergiebranche basiert weltweit auf dieser Subventions-Blase!
    In Deutschland wird der deutsche Strom-Endkunde per Zwangs-EEG (Erneuerbares Energie Gesetz) zu dieser Dauer-Zwangs-Subvention auf mindestens 20 Jahre genötigt. Mit dieser ideologischen grünsozialitischen Zwangssubvention des Strom per EEG geht somit der Wohlstandsverlust in Deutschland um. Der Strom wird dadurch künstlich durch die deutsche ideologische Politik verteuert. Momentan zahlen wir Deutsche mind. 5 ct. für die kwh Strom zu viel. Mit steil steigender Tendenz. In einigen Jahren wird es Immer mehr Menschen in Deutschland geben, die sich den Strom nicht mehr leisten können und damit am öffentlichen Leben in Deutschland nicht mehr teilhaben werden!
    Schafft endlich das EEG ab! Danke!
    Macht diese assoziale und grünsozialistische ideologisch verblendete diktierte Merkel Energiewende rückgängig, bevor der Schaden für unsere Volkswirtschaft uns Bürgern alle Wohlstandschancen zu nichte macht!

  • Die Andasol-Werke sollten endlich mal Produktionszahlen veröffentlichen!
    das Recht darauf haben auch deutsche Strombezieher, denn die finanzieren dieses Experiment mit 25ct/KWH!!
    Dass es trotzdem Verluste einfährt, war schon längst abzusehen,
    das gesamte Projekt war auf Lügen aufgebaut!
    (und extremer Umweltbelastung durch Wasserverschwendung in trockenen Südspanien!)
    Mit Andasol ist hoffentlich auch DESERTEC gescheitert!.

  • Wer sich auf staatliche Zusagen verlässt, der ist verlassen. Völlig egal in welchen Land der Welt.

  • Tja. Wir wollen aber können nicht.

  • So kurz vor der Ministerpräsidentenwahl dürfte es Ude nicht gefallen wenn er jedem Münchner noch den 50er aus der Tasche zieht. Aber die SZ wird ihm beistehen und Schadensbegrenzung betreiben. Am Schluß kommt dann wieder heraus dass der Ude ganz "sozial gerecht" ist und die Merkel immer schuld ist wenn rot-grüne Politiker ihre Ziele verfehlen.

    Vielleicht beginnen die Ersten aber auch zu begreifen dass man bisher gewährte Subventionen angesichts leerer Kassen eher streichen kann als noch mehr Steuern zu erheben.
    Denn das Steuersubjekt hat mehr Möglichkeiten zur Steuervermeidung als der Subventionsmpfänger angesichts leerer Kassen doch eine Zahlung einzuklagen.

  • Energiewende! Das Wort suggeriert, dass wir zukünftig in der Lage sein werden, alle Atomkraftwerke und fossilen Kraftwerke abzuschalten. Wir reden von einem Stromverbrauch im Industrieland (!) Deutschland von 70.000 MW und mehr. Da der Wind nicht immer weht und die Sonne nachts nicht scheint, müssen gigantische Stromspeichermöglichkeiten geschaffen werden. Wo bitte, sind die Stromspeicher? Diese Speicher müssen effektiv und kostengünstig sein. Auf absehbare Zeit sind solche Speichermöglichkeiten jedoch nicht in Sicht. Ohne eine billige Speichermöglichkeit entwickeln sich die "Erneuerbaren" zum Milliarden-, wenns so weiter läuft zum Billionengrab! Landeschaftsvernichtung inclusive!
    Wenn der Verbraucher die Belastungen nicht mehr schultern kann, wirds es auf den Steuerzahler umgewälzt (Energie-Soli) oder die Betreiber der Anlagen werden belastet. Die Spanier haben sich wohl für letzteres entschieden, trifft dann wenigstens nicht den eigenen Bürger.
    Die Energiewende ist Symbolpolitik: man gewinnt Wähler und generiert Steuern (Stromsteuer 30 MRD Euro, vor 15 Jahren waren es 1,5 MRD). Umweltschutz? Egal!

  • Wo ist das Problem? Hat die Sonne jetzt doch eine Rechnung geschickt ...?

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