Energie

Erneuerbare Energien
Versorger verlieren den Glauben an die Energiewende

Die Energiewende wird von Versorgern zunehmend kritisch gesehen. Das zeigt eine Umfrage, die dem Handelsblatt vorliegt. Damit abgeschaltete Kraftwerke nicht zu Engpässen führen, erwarten die Versorger eine neue Lösung.
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DüsseldorfNur noch knapp die Hälfte der befragten Energieversorger sehen in der Energiewende Chancen, 2012 waren es noch 80 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Unternehmensberatung Horvath und Partners hervor, die Handelsblatt Online vorab vorliegt.

44 deutsche Führungskräfte aus dem Energiesektor waren in einem einem standardisierten Onlinefragebogen von der Unternehmensberatung befragt worden. 56 Prozent von ihnen sind Geschäftsführer und Vorstände, 20 Prozent sind Bereichsleiter und 24 Prozent Abteilungsleiter.

Einige Versorger wollen angesichts der stark gefallen Großhandelspreise für Strom auch in Zukunft sogar konventionelle Kraftwerke abschalten. Doch es drohen Engpässe in der Stromversorgung, denn Kapazitäten für Erneuerbare Energien sind zum einen volatiler als Atom- und Kohlekraft und zum anderen ungleichmäßig in Deutschland verteilt. Deswegen läuft derzeit eine Debatte, wie diesem größer werdenden Problem begegnet werden kann.

Eine knappe Mehrheit der Befragten erwartet die Einführung eines Kapazitätsmarkts durch die Bundesregierung. In einem solchen Markt könnten die Kraftwerksbetreiber eine gesicherte Stromleistung (Kapazität) anbieten und dafür zusätzliche Einnahmen erhalten.

Bereits beschlossene Sache ist ein stärker kontrollierter Ausbau der regenerativen Energien. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will ein Ausschreibungsverfahren ab 2017. Dann sollen Anlagen zur Erzeugung von Ökostrom nur noch von demjenigen gebaut werden, der in der Ausschreibung den Zuschlag erhält. So soll der Ausbau der Erneuerbaren Energien besser kontrolliert werden. Doch bisher sind nur wenige Energieversorger laut der Umfrage auf diesen Prozess vorbereitet, heißt es in der Studie von Horvath und Partners. Die Mehrheit befürchte durch die Einführung dieses Verfahrens sinkende Margen, heißt es.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Erneuerbare Energien: Versorger verlieren den Glauben an die Energiewende"

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  • Die Politik hat für genügend Energie zu sorgen. Die Preise müssen jedoch nridrig sein, damit sie sich jeder Energie leisten kann. Z. Zt. sind die Preise auf Anweisung unserer Politiker um min. 75% überhöht. Begründung: Diätenerhöhung, nach meiner Meinung.! Sogar unysere Nachnar sind für Atom. Polen will eines Kraftwerk bei Stetting bauen. Protest unserer Politiker? Natürlich nicht. Sind alle Länder, die Atomstrom haben nur mit absolten Volliditen besetzt und nur wir haben die Intelligenzsbestien, wie z.B. beim Bau???

  • Die auf ökoreligiösen Visionen beruhende "Energiewende" wird von Politikern und Medien getragen. Einige Vertreter von Stadtwerken sahen egoistisch Vorteile durch den Wegfall der umweltfreundlichen Kernkraftwerke mit ihren niedrigen Betriebskosten um mit eigenen Kraftwerken mehr Geld zu verdienen. Andere sahen Möglichkeiten an den Ökosubventionen, umweltschädlichen Windmühlen und Solaranlagen, mitzuverdienen.

    Ich kenne niemanden der bei einem Versorger in gehobener Position tätig ist/war der die "Energiewende" für die Volkswirtschaft positiv empfindet.

    Für die Gesellschaft bedeutet die Energiewende 40 Mrd. € Kosten/Jahr für die diversen Subventionen "Erneuerbarer Energien". Wertloser Zufallsstrom der für die Netze enorme Herausforderungen bedeutet.

  • Blödsinn - die Versorger erwarten neue Lösungen!?

    Die Versorger haben sich den Mist selbst eingebrockt. Allein EON hat Milliarden durch Fehlinvestitionen im Ausland pulverisiert. Auf der Habenseite haben die Atomkonzerne Milliarden an Subventionen für Dreckschleudern, wie Kohle- und Kernkraftwerke eingenommen. Wohlgemerkt ohne eine Gegenleistung! Ein Geschenk der Politiker als Zugeständnis für penetranten Lobbyismus.

    Und nun kommt ein Teyssen mit dem Umstieg auf saubere Energiekonzepte nicht klar. Kaum versiegen die Milliardensubventionen, jammern die Konzerne herum. Verstaatlichen und das Flop-Management austauschen - das ist das Einzige, was da noch helfen würde. Energie würde bezahlbar bleiben, die Kosten muss sowieso die Allgemeinheit tragen, dann können auch künftige Gewinne in die Taschen der Finanzverwaltungen fliessen. Expansion wird dann nicht mehr benötigt. Hauptziel ist die Versorgung der Bundesrepublik. So bleiben wir autark und sind die Nieten in Nadelstreifen aus den Atomkonzernen los!

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