Energie

Erneuerbare Energien Wettbewerb um Bau von Windparks an Land nimmt ab

Bei der Bundesnetzagentur gehen weniger Anträge für den Bau von Windparks ein. Schuld sei das Ausschreibungsverfahren, sagt der Bundesverband Windenergie.
Kommentieren
Unklarheiten in der Gesetzgebung lassen die Konkurrenz um die Bauaufträge von Windparks schrumpfen. Quelle: dpa
Windpark in NRW

Unklarheiten in der Gesetzgebung lassen die Konkurrenz um die Bauaufträge von Windparks schrumpfen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Wettbewerbsdruck beim Bau von Windparks an Land hat abgenommen. Erstmalig sei die ausgeschriebene Menge von 670 Megawatt (MW) nicht voll gezeichnet gewesen, teilte die Bundesnetzagentur am Donnerstag mit. Es seien 111 Gebote mit einem Umfang von 604 MW eingegangen.

Der Durchschnittswert, also die Subvention, die der Betreiber für jede Kilowattstunde Strom bekommt, liege nun bei 5,73 Cent pro Kilowattstunde und damit leicht über dem Niveau der Ausschreibung vom Mai 2017, als sich 5,71 Cent je kWh ergaben. Die nach dem Gesetz bei solchen Ausschreibungen bevorzugten Bürgerenergiegesellschaften seien mit 15 erfolgreichen Geboten im Umfang von 113 Megawatt beteiligt gewesen.

„Die leichte Unterzeichnung einer Ausschreibung bestätigt den Trend der letzten Runden mit zurückgehenden Gebotsmengen“, erklärte Behörden-Präsident Jochen Homann. „Die gegenüber der Ausschreibung im Februar angestiegene Förderung dürfte Bietern wieder verstärkte Anreize bieten, an zukünftigen Ausschreibungen teilzunehmen.“

Das sind die größten Windkraft-Konzerne der Welt
Platz 14: XEMC (China)
1 von 14

Nirgendwo auf der Welt werden jährlich mehr Windräder ans Stromnetz angeschlossen als in China. XEMC profitiert zwar von diesem Boom, hat aber durch einen etwas schwächeren Windmarkt an Bedeutung verloren. Der chinesische Elektrokonzern hat im Jahr 2009 die niederländische Energiefirma Darwind gekauft und sich so wertvolles Know-how für die Herstellung von Windturbinen und Rotorblättern gesichert, den wichtigsten Komponenten von Windenergieanlagen. Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma FTI Intelligence brachte es XEMC 2017 auf fast tausend verkaufte Turbinen und einen Marktanteil von 1,8 Prozent.

Marktanteil 1,8 Prozent.  

Platz 13: Sewind (China)
2 von 14

Im vergangenen Jahr fand sich auf diesem Platz noch der chinesische Staatskonzern Dongfang, im Ranking 2017 wird er von seinem ebenfalls chinesischen Konkurrenten Sewind zwei Plätze nach hinten verwiesen. Die Windkraftsparte des chinesischen Staatskonzerns Shanghai Electric produziert in zwei Fabriken jährlich mehr als 3.000 Windräder. Besonders erfolgreich ist das Unternehmen mit seinen Anlagen auf hoher See. Im Segment Offshore-Wind zählt Sewind zu den drei größten Herstellern weltweit. In Deutschland sind die Chinesen zudem am Maschinenbauer Manz AG beteiligt.

Marktanteil: 2,1 Prozent.  

Platz 12: CSIC Haizhuang (China)
3 von 14

Unter den 15 führenden Windkraftkonzernen der Welt befinden sich gleich acht Unternehmen aus China. Der Grund ist simpel: Im Reich der Mitte wurden alleine 2017 mehr als 45 Prozent der weltweit neu installierten Windräder ans Stromnetz angeschlossen. Ausländische Firmen kommen in China kaum zum Zug, der Markt ist weitgehend abgeschottet. Dieser Heimatbonus beflügelt Konzerne wie CSIC Haizhuang – sie prägen verstärkt den Weltmarkt.

Marktanteil: 2,3 Prozent.

Platz 11: United Power (China)
4 von 14

Der chinesische Windkraft-Konzern, United Power, bekommt die gedämpfte Entwicklung auf dem Heimatmarkt stark zu spüren. Vom siebten geht es auf den elften Platz und der Marktanteil schrumpft um ganze 1,2 Prozent. Die Tochtergesellschaft des staatlichen Stromversorgers China Guodian produziert Turbinen für Windräder an Land und auf hoher See in beinahe allen Leistungsklassen.

Marktanteil: 2,6 Prozent.

Platz 10: Suzion (Indien)
5 von 14

Dank eines Boom-Jahres auf dem heimischen Markt, hat der indische Windturbinenhersteller Suzion es in die Top 15 geschafft. Das ist allerdings auch der Markt, auf den fast 40 Prozent des Geschäfts von Suzion entfallen. Im laufenden Jahr wird aufgrund von der Umstellung auf offene Ausschreibungen erst einmal mit einem Einbruch des indischen Marktes gerechnet, dann muss auch der Windradbauer zunächst mit einem Auftragseinbruch rechnen.

Marktanteil: 2,6 Prozent.

Platz 9: Senvion (Deutschland)
6 von 14

Deutschlands viertgrößter Windkraftkonzern Senvion hat es auch global wieder unter die Top 10 geschafft. Ganze drei Plätze brachte ihn ein Rekordjahr auf dem deutschen Markt nach vorne. In der Bundesrepublik wurde noch nie soviel Windkraftleistung installiert wie im vergangenen Jahr: Ganze 6,5 Megawatt. Im nächsten Jahr könnte das aber wieder ganz anders aussehen. Die Hamburger kämpfen mit schwindenden Subventionen, massiven Preiskampf und sinkenden Umsätzen.

Marktanteil: 3,7 Prozent.

Platz 8: Mingyang (China)
7 von 14

Chinas drittgrößter Windkraftkonzern will sich vom Maschinenbauer zum Service-Unternehmen wandeln. Zwar soll die Produktion von Turbinen, Gondeln und Rotorblättern weiterhin eine wesentliche Säule des Geschäfts bleiben, aber die Wartung und Instandhaltung von Windrädern verspricht höhere Renditen. Im Gegensatz zu den meisten anderen chinesischen Windkonzernen, konnte Mingyang seinen Marktanteil 2017 sogar vergrößern.

Marktanteil: 4,7 Prozent.

Der Bundesverband Windenergie (BWE) kritisierte das Verfahren und begründete die geringere Teilnahme unter anderem mit einer Verunsicherung der Projektierer. Es gebe Unklarheiten in der Gesetzgebung, die bislang noch nicht beseitig seien, erklärte Verbandspräsident Hermann Albers. Nach wie vor sei gesetzlich nicht geklärt, ob die Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) in künftigen Ausschreibungen Grundlage zur Teilnahmevoraussetzung wird.

„Unklar ist auch, welche Volumen in den kommenden Jahren ausgeschrieben werden, um die Ziele der Bundesregierung – 65 Prozent Erneuerbare bis 2030 – zu erreichen. Hier braucht es einen verlässlichen gesetzlichen Rahmen, um strategische Spekulationen am Markt zu verhindern und Ausschreibungsergebnisse zu stabilisieren.“

Die Bundesregierung hat bei der Förderung von Windstrom Ausschreibungen eingeführt, um die Kosten zu senken. Den Zuschlag bekommt, wer die niedrigste Subvention fordert. Seit 2017 ächzen Windturbinenbauer wie Nordex, Vestas oder Siemens Gamesa in Deutschland mit schwindenden Bestellungen.

Handelsblatt Energie Briefing
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Erneuerbare Energien - Wettbewerb um Bau von Windparks an Land nimmt ab

0 Kommentare zu "Erneuerbare Energien: Wettbewerb um Bau von Windparks an Land nimmt ab"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%