Energie

EU-Kommissar fordert
Mehr Geschlossenheit im Solarstreit mit China

Der Streit um Strafzölle auf Solarmodul-Importe aus China geht weiter: EU-Kommissar De Gucht verteidigt diese erneut und mahnt die Europäer zu mehr Geschlossenheit gegenüber China. Ansonsten drohe eine Spaltung der EU.
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BerlinEU-Handelskommissar Karel De Gucht hat die EU-Staaten zur Geschlossenheit im Streit um Strafzölle auf Solarmodul-Importe aus China gemahnt. „Wir Europäer sollten nicht in die Falle laufen, uns von irgendjemandem spalten zu lassen“, sagte De Gucht der Wochenzeitung „Die Zeit“ laut Vorabbericht vom Mittwoch. Das gelte für alle Fälle dieser Art, „seien es die Chinesen, die Russen oder wer auch immer“.

Erneut verteidigte er die EU-Strafzölle gegen chinesische Solarhersteller gegen Kritik, die etwa aus Deutschland kommt. De Gucht warf China „massives Preisdumping“ bei Solarprodukten für den europäischen Markt vor. „Wenn wir ihnen das bei solch einer klaren Faktenlage durchgehen lassen, verschwindet in Europa ein ganzer Industriezweig“, warnte er.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hat die Entscheidung über vorläufige Strafzölle als „schweren Fehler“ bezeichnet. Noch am Dienstag hatte er erklärt, die Strafzölle gegen China dürften längerfristig kaum Bestand haben. Wenn in sechs Monaten die endgültige Entscheidung dazu falle, bei der dann die Mitgliedsländer das Sagen hätten, werde sich zeigen, dass die Mehrheit für Verhandlungen und nicht für Sanktionen eintrete.

China erwägt nach Angaben des europäischen Autoverbandes ACEA, als Reaktion auf die EU-Strafmaßnahmen neben Strafzöllen auf europäische Weine auch zusätzliche Zölle auf die Einfuhr von Autos aus Europa zu erheben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " EU-Kommissar fordert: Mehr Geschlossenheit im Solarstreit mit China"

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  • Es geht nicht nur um Solarzölle (die kommen leider zu spät).
    Es geht auch darum sich nicht durch China ausverkaufen zu lassen.
    Autozölle, was soll der Witz, die gibt es schon. Und noch einige mehr. Ein Blick in die entsprechende Datenbank klärt auch. China führt wesentlich mehr aus als ein. Irgendwo muß da doch ein Markt sein, den man überschwemmen kann.
    So kanns auch nicht gehen.
    De Gucht hat Recht.

  • Der Erneuerbare Energiesektor ist und bleibt auf Dauer ein unwirschaftlicher Sektor. Dieser EE-Sektor war und ist nur mit dem Diktat des EEG (Erneuerbaren Energie Gesetz) am Weltmarkt (in der Marktwirtschaft von freier Nachfrage und Angebot) zu halten. Somit wird er durch die EEG-Zwangsabgabe hochsubventioniert! Und Dauersubventionen führen auf Dauer zur Bankrotterklärung. Die deutsche Energiewende steht kurz vor dieser Bankrotterklärung einer hochsubventionierten Erneuerbaren Energietechnik Ideologie/Vision!
    Aus diesem Grund sind EU-Strafzölle gegen chinesisches PV-Module kompeltt abzulehnen! Dies schadet nur den anderen sehr profitablen und marktfähigen Industrie- und Handelsbranchen in Europa!
    Man sollte sich auch mal bewusst machen, dass auch der Absatz der chinesischen PV-Konkurenz seit Monaten im Sinkflug ist. Schauen Sie sich mal die Zahlen des chinesischen Solarriesen LDK Solar an...

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