Energie

EU-Sanktionen
Uralkali sorgt sich nicht um den Absatz

„Wir sind wirklich eine friedliche Branche“: Der Düngemittelhersteller Uralkali sieht sich durch Sanktionen im Ukraine-Konflikt nicht gefährdet. Der Konzern hat nach eigenen Angaben einen Trumpf – die Binnennachfrage.
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Der Düngemittelkonzern Uralkali erwartet keine Belastungen durch Sanktionen gegen sein Heimatland Russland. Das Unternehmen trage mit seinen Produkten zur weltweiten Nahrungsmittelversorgung bei, sagte Uralkali-Chef Dmitri Ossipow in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Die Gefahr, dass die Geschäfte von Uralkali durch Sanktionen eingeschränkt werden, sei deshalb auch in Zukunft gering. „Unsere Endkunden sind Landwirte. Es geht um Weizen, Mais und Reis - wir sind wirklich eine friedliche Branche.“

Auch der Nachschub an Bergbauausrüstung und Technologie, die Uralkali auch aus Deutschland bezieht, sollte wegen Sanktionen nicht abreißen, sagte Ossipow. Beim Verkauf von Düngemittel sei das Unternehmen, das mit dem hessischen Anbieter K+S konkurriert, ohnehin nur in geringem Ausmaß abhängig von den westlichen Märkten, unterstrich der Uralkali-Chef. „Unsere größten Absatzmärkte sind Brasilien, Russland, Indien und China.“ Verkäufe nach Europa und in die USA machen nach Angaben der Russen nur 16 Prozent ihres Gesamtumsatzes aus.

Der Westen hat wegen des russischen Vorgehens in der Ukraine bereits eine Reihe von Sanktionen gegen das Land beschlossen. Sollte sich die Lage weiter zuspitzen, könnte es weitergehende Auflagen geben. Auf der Sanktionsliste steht auch Sergej Tschemesow. Er ist Chef des einflussreichen Firmenkonglomerats Rostec und auch Aufsichtsratschef von Uralkali.

Talsohle beim Preis durchschritten

Uralkali hatte im Sommer 2013 das Exportkonsortium BPC mit dem weißrussischen Staatskonzern Belaruskali aufgekündigt und damit Schockwellen in der Kali-Düngemittelbranche ausgelöst. BPC und das nordamerikanische Pendant Canpotex hatten bis dahin rund 70 Prozent des Marktes kontrolliert und dafür gesorgt, dass die Preise stets auf einem hohen Niveau blieben. Seit August verkauft Uralkali jedoch auf eigene Faust so viel wie möglich, weshalb die Preise auf Talfahrt gingen.

Im Januar stimmte Uralkali zu, Kali für 305 Dollar je Tonne nach China zu verkaufen - der Preis lag damit fast ein Viertel tiefer als im Jahr zuvor. Uralkali-Chef Ossipow geht jedoch davon aus, dass dies der Tiefpunkt war und es mit den Preisen nun nach oben geht. Auch K+S hat kürzlich erklärt, die Talsohle sei durchschritten.

Zu einer möglichen Neuauflage des Exportbündnisses BPC, auf das viele in der Branche hoffen, äußerte sich der Uralkali-Chef zurückhaltend. Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko habe zwar ein „sehr konstruktives Gespräch“ mit dem neuen Uralkali-Großaktionär Dmitri Masepin geführt, der in Weißrussland geboren ist. Bei den Gesprächen über eine Neuauflage des Bündnisses gebe es jedoch nur weniger Fortschritte, sagte Ossipow. Derzeit gebe es noch „zu viele Wenns und Abers“. Uralkali werde einem erneuten Bündnis nur zustimmen, wenn es zum eigenen Vorteil sei.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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