Energie

Europa-Geschäft
Thyssen-Krupp hält an Stahlsparte fest

Der krisengeplagte Industriekonzern ThyssenKrupp steht weiterhin zu seiner europäischen Stahlsparte. "Wir haben immer gesagt, dass wir am Stahlgeschäft festhalten wollen", sagte ein Konzern-Sprecher am Samstag.
  • 0

FrankfurtDaran habe sich nichts geändert. Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete vorab, Vorstandschef Heinrich Hiesinger habe jüngst intern deutlich gemacht, dass das europäische Stahlgeschäft nicht zum Verkauf stehe. Der Stahl verdiene Geld und passe perfekt zum neuen Thyssen-Krupp-Leitbild von der Ingenieurskunst, so Hiesinger. Die europäische Stahlsparte erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/13 einen bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 143 Millionen Euro, ein Rückgang zum Vorjahr von 42 Prozent.

Außerdem sei im aktuell schwierigen wirtschaftlichen Umfeld und mit der gewaltigen Pensionslast, die auf der Sparte laste, wohl kein attraktiver Preis zu erzielen, schreibt das Magazin. Daher würde ein Verkauf des europäischen Stahlgeschäfts Thyssen-Krupp bei der Sanierung nicht entscheidend voranbringen.

Spekulationen, Thyssen-Krupp wolle sich von seinem europäischen Stahlgeschäft trennen, sind in den vergangenen Jahren immer mal wieder aufgekommen. 2000 hatte der Konzern einmal versucht, das Geschäft an die Börse zu bringen, die Pläne jedoch in letzter Minute gestoppt.

Thyssen-Krupp steckt wegen Problemen im amerikanischen Stahlgeschäft vor allem in seinem Werk in Brasilien tief in den roten Zahlen fest. Zwar konnte Hiesinger dem Konzern erst vor wenigen Tagen etwas Luft verschaffen, indem er die US-Stahlfabrik in Alabama nach monatelangen Verhandlungen für rund 1,1 Milliarden Euro an Arcelor-Mittal und Nippon Steel verkaufte und zudem über eine Kapitalerhöhung 882 Millionen Euro einnahm. Den im Umbau befindlichen Ruhrkonzern drücken Schulden von fünf Milliarden Euro. Analysten vermuten daher, dass Thyssen-Krupp bei weiteren Verlusten und Abschreibungen womöglich in wenigen Monaten wieder frisches Geld benötigt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Europa-Geschäft: Thyssen-Krupp hält an Stahlsparte fest"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%