Energie

Exxon, Chevron, Total
Quartalsgewinn der Ölmultis bricht ein

Die Ölkonzerne haben in den vergangenen drei Monaten deutlich weniger verdient als in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres. Grund ist der anhaltend niedrige Ölpreis. Die Folge: drastische Investitionskürzungen.
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DüsseldorfDas dritte Quartal ist für die internationalen Ölkonzerne bislang ernüchternd ausgefallen, wie die aktuell veröffentlichten Zahlen zeigen. So meldeten die amerikanischen Ölmultis Exxon und Chevron deutliche Gewinneinbußen von 37 bzw. 35 Prozent für den Zeitraum von Juni bis September. Schon Freitagmorgen hatten die französische Total und die italienische Eni Quartalsergebnisse veröffentlicht.

„Die Ergebnisse des dritten Quartals liegen zwar niedriger als vor einem Jahr, spiegeln aber eine Verbesserung gegenüber den ersten beiden Quartalen dieses Jahres wider“, unterstrich Chevron-Chef John Watson. Der Quartalsgewinn des amerikanischen Ölkonzerns schrumpfte um gut ein Drittel auf 1,28 Milliarden Dollar (1,17 Millionen Euro). Im Vorjahreszeitraum standen aber noch über zwei Milliarden Dollar in den Büchern. Gleichzeitig ging die Fördermenge um ein Prozent zurück.

„Exxon Mobil liefert weiterhin solide Resultate“, übte sich auch der Vorstandsvorsitzende Rex W. Tillerson in Optimismus. „Da das Geschäftsumfeld aber herausfordernd bleibt, muss sich das Unternehmen weiter auf die Produktivitätssteigerung fokussieren, strategische Investments vorantreiben und langfristige Werte für die Aktionäre schaffen.“ Mit anderen Worten: Der Konzern wird seine Sparmaßnahmen fortsetzen. Auch der weltweit größte börsennotierte Ölkonzern hatte wegen der anhaltend niedrigen Ölpreise und schrumpfender Raffineriemargen deutlich weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn fiel um 37 Prozent auf 2,65 Milliarden US-Dollar. Die Investitionen hat der Konzern sogar um 45 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar zusammengestrichen. Der führende Ölmulti ist in der Branche keine Ausnahme.

Trotz der leichten Erholung der Rohölpreise setzen die internationalen Ölmultis ihre Streichkonzerte ungebremst fort. Der massive Rückgangs des Ölpreises, der sich seit Mitte 2014 mehr als halbiert hat, zwingt die großen Ölgesellschaften zu drastischen Kürzungen. Nach Berechnungen des Beratungsunternehmens Wood Mackenzie wurden die Investmentbudgets in der Zeit von 2015 bis 2020 um ein Fünftel und damit um eine Billion Dollar (916 Milliarden Euro) zusammengestrichen.

Diese Sparmaßnahmen zeigen zwar inzwischen erste Wirkung. Doch der Ölpreis bewegt sich kaum nach oben und schwankt seit Wochen um die Marke von 50 Dollar. Zum einen zweifeln die Märkte an dem Willen der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), ihre Produktion zumindest zu deckeln. Zum anderen wird mit höheren Preisen ein neuerliches Anspringen der US-Schieferölproduktion erwartet, durch die die USA vor zwei Jahren als Nachfrager an den Ölmärkten weitgehend ausgefallen waren. Um ihre Marktanteile zu verteidigen, hatte die Opec ihre Förderung ausgeweitet und so den Ölpreisverfall mit ausgelöst. Mit einer Erholung der Ölpreise auf die alten Niveaus von mehr als 100 Dollar rechnen aber ohnehin weder Experten noch die Unternehmen selbst.

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