Energie

Flaute der Minenbranche
Der große Abbau

Die Höhenflüge bei Kupfer, Eisenerz und Gold bescherten der Bergbau-Branche satte Gewinne. Doch nun setzt den Konzernen die Konjunkturflaute zu. Die Rohstoff-Riesen streichen, kürzen, sparen – und jetzt rollen Köpfe.
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DüsseldorfIn der erfolgsverwöhnten Rohstoffbranche setzt die Katerstimmung ein. Die üppigen Gewinne schrumpfen. Der weltgrößte Bergbaukonzern BHP Billiton erleidet im zweiten Halbjahr 2012 einen Gewinneinbruch. Der Reingewinn ging um 58 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar zurück. Im Vergleichszeitraum hatte das Plus noch bei 9,9 Milliarden Dollar gelegen.

Neben BHP Billiton haben auch der ebenfalls anglo-australische Konzern Rio Tinto sowie das südafrikanisch-britische Unternehmen Anglo American drastische Gewinnrückgänge für das vergangene Geschäftsjahr gemeldet. Der nach Börsenwert zweitgrößte Rohstoffkonzern Rio Tinto fuhr erstmals seit fast 20 Jahren unterm Strich sogar einen herben Verlust von fast drei Milliarden Dollar ein. Bei Anglo American türmte sich ein Minus von 1,5 Milliarden Dollar auf.

Der Kater setzt zuerst im Kopf ein: Nach dem desaströsen Ergebnis verkündet BHP-Vorstandschef Marius Kloppers in Sydney seinen Rückzug von der Spitze des britisch-australischen Unternehmens. Im Mai werde Andrew Mackenzie die Führung des Konzerns übernehmen.

„Es war nie einfach, die Entscheidung über den richtigen Zeitpunkt für das Ausscheiden zu treffen“, sagte der 50-jährige Kloppers, der BHP Billiton seit sechs Jahren führt. „Ich glaube aber, dass jetzt die Zeit gekommen ist, den Taktstock der Führung weiterzugeben.“

Kloppers ist nicht allein: Die Aufseher des BHP-Konkurrenten Rio Tinto schassten jüngst den langjährigen Chef Tom Albanese. Die Kontrolleure von Anglo American wiederum warfen kurz zuvor die Vorstandschefin Cynthia Carrol hinaus.Alle drei Manager stehen für eine Zeit der ungehemmten Expansion der Bergbaubranche. Jahrelang profitierten die Rohstoff-Riesen von den Preis-Höhenflügen bei Kupfer, Eisenerz, Gold, Platin und Co. Die Minenkonzerne strichen hohe Gewinne ein.

Die Konzerne hatten in der Boom-Phase Milliardensummen in den Ausbau von Minen sowie in Übernahmen gesteckt. Albanese, Carroll und Kloppers kauften Gruben oder kleinere Konkurrenten in Afrika oder Lateinamerika, steckten hohe Summen in den Ausbau von Gütergleisen, Straßen und Verladehäfen in Australien.

Doch heute sind die Vorzeichen anders. Die Konjunkturflaute in Europa und die schwächere Nachfrage aus China drücken die Rohstoffpreise. Vor allem Aluminium und Nickel erholen sich kaum von den Kurseinbrüchen. Der Preis von Eisenerz hingegen erholte sich zuletzt wieder etwas. „Die Branche steht vor großen Herausforderungen. Ein kräftiger Gegenwind schlägt den Minenkonzernen entgegen“, sagte Christian Gritzka von der Knapp Voith Vermögensverwaltung AG, zu Handelsblatt-Online.

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