Energie

Fortum legt Gebot vor
Finnen machen bei Uniper Ernst

Der finnische Energiekonzern Fortum hat den Uniper-Aktionären seine Offerte unterbreitet – und ist immer noch nicht willkommen. Der deutsche Stromproduzent beweist mit soliden Zahlen, warum er alleine bleiben will.
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DüsseldorfSpätestens seit einer Woche wissen die Finnen, dass sie in Düsseldorf nicht willkommen sind. In zehn finnischen Tageszeitungen schaltete der deutsche Energiekonzern Uniper ganzseitige Anzeigen – mit einem offenen Brief von Vorstandschef Klaus Schäfer an die Aktionäre des heimischen Energiekonzerns Fortum. Schäfer warf darin viele Fragen auf – und hatte letztlich eine zentrale Botschaft: Fortum ist als Investor unerwünscht.

Die Finnen lassen sich von den Zeitungsanzeigen aber nicht abschrecken. Im Gegenteil: Am Dienstag unterbreiteten sie den Uniper-Aktionären ihre Offerte nun offiziell. Die Finanzaufsicht Bafin hat die Unterlagen geprüft und freigegeben. Fortum bietet 22 Euro je Uniper-Aktie. Damit wird der der deutsche Konzern mit rund acht Milliarden Euro bewertet. Bis zum 16. Januar können die Uniper-Aktionäre jetzt ihre Anteile veräußern.

Das Gebot liegt zwar deutlich unter dem aktuellen Kurs von rund 23,80 Euro. Fortum betonte am Dienstagmorgen aber noch einmal, dass man einen Aufschlag von 36 Prozent auf den Kurs von Ende Mai zahle, als die ersten Spekulationen über die Übernahme durchsickerten. Beim Börsengang von Uniper im September vergangenen Jahres habe der Kurs gerade einmal bei zehn Euro gelegen.

„Wir sind davon überzeugt, dass unser Angebot eine sehr attraktive Bewertung der Uniper-Aktien darstellt und allen Uniper-Aktionären eine hervorragende Möglichkeit bietet, den starken Wertzuwachs des vergangenen Jahres zu realisieren“, sagte Pekka Lundmark, Präsident und CEO von Fortum.

Das Unternehmen hat sich ein großes Paket auch faktisch schon gesichert. Ende September, als der Konzern seine Pläne erstmals öffentlich machte, gab er eine Vereinbarung mit Eon bekannt. Der deutsche Energiekonzern, der Uniper erst im vergangenen Jahr abgespalten hatte, ist bereit, sein restliches Paket von 46,7 Prozent im Rahmen der Offerte für 3,76 Milliarden Euro zu verkaufen – und kann von der Option kaum noch zurücktreten: Es wäre dann schließlich eine Strafzahlung von mindestens 750 Millionen Euro fällig. Je nach Entwicklung des Uniper-Kurses könnte die Zahlung sogar im Extremfall auf 1,5 Milliarden Euro steigen. Eon müsste zudem alle bis dahin angedienten Aktien ebenfalls übernehmen.

„Obwohl wir uns über alle angedienten Aktien freuen, möchte ich ganz klar betonen, dass für uns der Erwerb des Eon-Anteils in Höhe von 46,65 Prozent im Vordergrund steht“, betonte Lundmark und nahm den anderen Aktionären die Hoffnung auf einen weiteren Aufschlag: „Wir haben keinerlei Pläne und sehen keinen Grund, das Angebot zu erhöhen.“

Es bleibt aber abzuwarten, wie viele der anderen Aktionäre Eon folgen werden. In Branchenkreisen gilt es aber als wahrscheinlich, dass sich Fortum zumindest die Mehrheit sichern wird. Dann könnte der Konzern im Anschluss auch weitere Aktien nachkaufen. Größere institutionelle Investoren wollen aber weiter bei Uniper engagiert bleiben und spekulieren auf ein Abfindungsangebot, wenn Fortum später einen Beherrschungsvertrag schließen wolle.

Solche Absichten weisen Fortum und Lundmark aber noch von sich. Der Fortum-Chef betont regelmäßig, dass er gar keine Übernahme anstrebt. Der finnische Konzern wolle sich vielmehr bei Uniper als langfristiger Partner und konstruktiver Aktionär beteiligen. „Als Großaktionär beabsichtigen wir, unserer Verantwortung als konstruktiver Partner von Uniper gerecht zu werden“, betonte Lundmark auch jetzt wieder.

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