Energie

Fukushima Abriss des Atomkraftwerks teurer als erwartet

Das Atomkraftwerk in Fukushima wird Japan Milliarden kosten. Das Ministerium gibt eine neue Schätzung zu den Aufräumarbeiten heraus - und die liegt deutlich über der bisher veranschlagten Summe.
Die Aufräumarbeiten am Atomkraftwerk Fukushima laufen weiter. Quelle: AP
Japan

Die Aufräumarbeiten am Atomkraftwerk Fukushima laufen weiter.

(Foto: AP)

TokioDer Rückbau des zerstörten Atomkraftwerks im japanischen Fukushima wird deutlich teurer als gedacht. Der Abriss der Anlage und die Entsorgung des radioaktiv verseuchten Wassers werde wesentlich mehr kosten als die bislang veranschlagte Summe von zwei Billionen Yen (umgerechnet 17 Milliarden Euro) hieß es in einem Bericht des Industrieministeriums. Die tatsächlichen Kosten seien noch gar nicht abzusehen.

Nach Einschätzung des Ministeriums werden außerdem mindestens 88 Milliarden Euro fällig, um Einzelpersonen und Unternehmen in der Region zu entschädigen.

Fukushima – fünf Jahre nach dem Inferno
Strahlung in Tomioka
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22 Impulse pro Minute (cpm) zeigt das Strahlenmessgerät in der japanischen Stadt Tomioka an – pro Minute treffen also 22 radioaktive Teilchen auf die Messeinheit des Geräts. Noch immer sind die Folgen der Atomkatastrophe in der Präfektur Fukushima zu spüren, auch in Tomioka. Die Stadt befindet sich innerhalb der 20 Kilometer breiten Sperrzone um das havarierte Atomkraftwerk, das 2011 nach einem Erdbeben von einem Tsunami getroffen wurde.

Verlassene Städte
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Die Einwohner von Tomioka wurden nach der Katastrophe, die die Region vor genau fünf Jahren erfasste, in die nahe gelegene Stadt Koriyama evakuiert. Noch immer haben die japanischen Behörden den Landstrich um Fukushima herum nicht für die endgültige Rückkehr der Einwohner freigegeben. Besucher können die verlassene Region aber inzwischen wieder für einen begrenzten Zeitraum betreten.

Ladenlokal in Tomioka
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Menschenleere Ladenlokale zeugen trotz offenbar vollen Warenbeständen vom Wegzug der Bewohner. Insgesamt kamen bei der Fukushima-Katastrophe vor fünf Jahren sieben Menschen in Tomioka ums Leben, zwölf weitere wurden noch Monate später vermisst.

Kaum Verkehr
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Die Ampeln, die in dieser Straße von Tamioka den Verkehr regeln sollten, scheinen heute überflüssig. Kaum ein Fahrzeug ist auf den Straßen zu sehen, die von zahlreichen Kabeln zur Stromversorgung überhangen sind.

Zerstörtes Haus
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Insgesamt waren 2011 rund 62.000 Menschen in einem Umkreis von 20 Kilometern um das havarierte Kraftwerk herum von der Evakuierung durch die Regierung betroffen. Heute können Besucher wieder bis auf 2,5 Kilometer an das AKW heranfahren.

Hoffnungsschimmer in Rikuzentakata
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Auch die Nachbarpräfektur Iwate wurde 2011 von dem Tsunami getroffen – mit am stärksten in der Stadt Rikuzentakata. Rund 80 Prozent des Stadtgebiets wurden damals überflutet, mehr als 5000 Haushalte waren davon betroffen. Heute allerdings gilt die Stadt als Hoffnungsschimmer.

Tsunami-Damm
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In einem Großprojekt stattet die Regierung die Küste der Stadt mit einem riesigen Tsunami-Schutzwall aus. Rund 12,5 Meter hoch soll er werden und so weitere Überflutungen verhindern. Eine Tsunami-Welle kann eine Größe von über 100 Metern haben – allerdings nur in sehr, sehr seltenen Fällen.

Im Akw Fukushima war infolge eines schweren Erdbebens und eines Tsunami am 11. März 2011 das Kühlsystem ausgefallen, woraufhin sich in mehreren Reaktoren eine Kernschmelze ereignete. Drei der sechs Reaktoren wurden bei der Katastrophe zerstört und das umliegende Gebiet radioaktiv verseucht. Zehntausende Menschen mussten damals die verstrahlte Gegend verlassen. Die Aufräumarbeiten sollen noch mindestens drei Jahrzehnte dauern.

  • afp
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