Energie

Gas Natural will EDP
Entsteht ein iberischer Energieriese?

Diese Fusion könnte die erwartete Konsolidierungswelle unter Europas Energiekonzernen auslösen: Die spanische Gas Natural plant offenbar die Übernahme der portugiesischen EDP. Der Deal wäre 35 Milliarden Euro schwer.
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MadridIn der europäischen Versorgerbranche könnte durch eine 35 Milliarden Euro schwere Fusion ein neuer Energieriese geschmiedet werden. Der spanische Gas- und Stromversorger Gas Natural sei an den portugiesischen Konkurrenten EDP mit einem Gebot herangetreten, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die EDP-Aktie legte am Dienstag zeitweise um mehr als vier Prozent zu, während Papiere von Gas Natural ins Minus rutschten. Gas Natural und EDP dementierten Fusionsverhandlungen. Ein Zusammenschluss der Südeuropäer könnte auch die Spekulationen um die deutschen Versorger Eon, RWE & Co. weiter anheizen.

Aus einem Bündnis der beiden Unternehmen würde gemessen am Marktwert der viertgrößte europäische Versorger nach der italienischen Enel, der spanischen Iberdrola und der französischen Engie entstehen. Die Gespräche befänden sich allerdings noch in einem frühen Stadium, sagten die Insider.

Die Geschäfte würden sich gut ergänzen. EDP hat sein Geschäft mit Ökostrom ausgebaut, während Gas Natural stark in der Stromerzeugung mit Kohle- und Gaskraftwerken ist. Gas Natural ist zudem in Chile und Mexiko vertreten, EDP in Brasilien und den USA.

Deutsche Versorger wie Eon und RWE sind auf den Märkten in Spanien und Portugal nicht oder kaum vertreten. Eon hatte vor zehn Jahren den spanischen Versorger Endesa für über 40 Milliarden Euro übernehmen wollen, das Bieterrennen jedoch gegen Enel und dem spanischen Konzern Acciona verloren. Zwar erwarb Eon noch diverse Geschäfte in Südeuropa, allerdings hatten die Essener damit kein Glück. Der Konzern musste Milliardenabschreibungen vornehmen.

Der Vorstoß von Gas Natural könnte eine seit längerem erwartete Konsolidierung der europäischen Erzeugerbranche ins Rollen bringen. Die RWE-Ökostromtochter Innogy ist Insidern zufolge im Visier der französischen Engie. An der früheren Eon-Tochter Uniper soll der finnische Fortum-Konzern interessiert sein.

RWE hatte 2011 Fusionsgespräche mit dem spanischen Versorger Iberdrola geführt, die in letzter Minute scheiterten. Auch der durch die Aufspaltung geschrumpfte Eon-Konzern ist mit einem Marktwert von rund 18 Milliarden Euro wesentlich günstiger als zu früheren Zeiten zu haben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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