Energie

Gase-Hersteller
Linde profitiert, Air Liquide schrumpft

Der Ausbau des Medizingase-Geschäfts treibt den Gewinn des Münchner Industriegase-Konzerns Linde an. Weniger gut lief es bei der Konkurrenz aus Frankreich. An den Zielen halten beide Firmen fest.
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München/ParisDer Industriegase-Spezialist und Anlagenbauer Linde bleibt vor allem dank der milliardenschweren Übernahme des US-Medizindienstleisters Lincare auf Rekordkurs. „Obwohl der konjunkturelle Rückenwind eher schwächer geworden ist, konnten wir weiter profitabel wachsen“, sagte Unternehmenschef Wolfgang Reitzle am Dienstag in München. Dazu habe vor allem der Ausbau des Gesundheitsgeschäfts durch den Dax-Konzern beigetragen. Linde hatte Lincare vor einem Jahr gekauft.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte im zweiten Quartal um 14,5 Prozent auf eine Milliarde Euro. Neben besser laufenden Geschäften mit Gasen trug auch das Sparprogramm zum Gewinnzuwachs bei. Unter dem Strich bleibt ein Gewinn von 342 Millionen Euro nach 304 Millionen im Vorjahresquartal. Der Umsatz kletterte um elf Prozent auf 4,2 Milliarden Euro – ein Plus von 13,4 Prozent.

Der französische Gase-Hersteller und Linde-Konkurrent Air Liquide verbuchte einen Gewinnrückgangs, bleibt aber optimistisch für das Gesamtjahr. Bei einem konstanten Geschäftsumfeld werde der Gewinn 2013 wohl zulegen, kündigte Air-Liquide-Chef Benoit Potier am Dienstag an. Im ersten Halbjahr schrumpfte der Überschuss wegen hoher Kosten im Zusammenhang mit Stellenstreichungen und sonstigen Sparmaßnahmen in Europa um vier Prozent auf 752 Millionen Euro. Der Umsatz hingegen stieg leicht um 0,4 Prozent auf 7,56 Milliarden Euro.

Bei Linde entwickelte sich die größte Sparte Gase in den einzelnen Bereichen unterschiedlich stark. Größter Umsatzbringer war das Healthcare-Geschäft nach dem Lincare-Zukauf. Aber auch das Onsite-Geschäft – die Versorgung von Großkunden mit Gasen an der Produktionsanlage – trug zum Plus bei. Weniger stark wachsen konnte Linde hingegen bei Flaschen- und Flüssiggasen. Hier bekam Linde die Wirtschaftsprobleme in einigen Euro-Ländern zu spüren.

Auch mit der kleineren Sparte Anlagenbau setzten die Münchener von April bis Juni deutlich mehr um als im Vorjahr. Der Auftragsbestand erreichte dank großer Projekte Ende Juni einen Rekordwert. Dabei habe Linde vor allem seine Position in den Wachstumsmärkten Russland und Asien weiter ausbauen können, hieß es.

In diesem Jahr will Linde ein operatives Ergebnis von mindestens vier Milliarden Euro erreichen. 2016 soll es dann mindestens fünf Milliarden Euro betragen. Dazu beitragen soll auch ein strikter Sparkurs. Im Zeitraum 2013 bis 2016 wollen die Münchener 750 Millionen bis 900 Millionen Euro einsparen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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