Energie

Gasexplosion in Österreich Italien ruft Energie-Notstand aus

Nach einer Explosion an einer Erdgasverteilstation in Österreich wurde die Anlage heruntergefahren. In Südeuropa gibt es bereits Versorgungsprobleme. Italien ruft den Notstand aus – und die Gaspreise steigen rasant.
Update: 12.12.2017 - 22:13 Uhr Kommentieren

„Engpässe bei Erdgaslieferungen“ – Die Folgen einer schweren Gasexplosion

„Engpässe bei Erdgaslieferungen“ – Die Folgen einer schweren Gasexplosion

Düsseldorf, WienÖsterreich ist im Schockzustand. Am Dienstagmorgen kam es kurz vor 9 Uhr zu einer Explosion mit anschließendem Großbrand in der Gasverteilerstation Baumgarten der Firma Gas Connect Austria (GCA). Bei dem Unfall in Niederösterreich wurde ein Mensch getötet, 21 weitere Personen wurden verletzt. Ein Schwerverletzter ist wieder außer Lebensgefahr, teilte der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV mit, der Mehrheitseigentümer der GCA mit ihren 280 Mitarbeitern ist. Insgesamt waren nach Angaben eines Firmensprechers zum Zeitpunkt des Unfalls rund 60 Personen in der Anlage.

Für Mittwoch zeichnet sich eine Entspannung der unterbrochenen Gasversorgung nach Deutschland, Italien und Ungarn vom österreichischen Verteilzentrum in Baumgarten ab. Wie der Öl- und Gaskonzern OMV am späten Dienstagabend mitteilte, sollen die Gasleitungen in Richtung Deutschland, Italien und Ungarn kurz vor Mitternacht wieder ihren Betrieb aufnehmen. Damit würde sich insbesondere die Situation in Italien entspannen.

Noch am Nachmittag bekämpfte die Feuerwehr in Baumgarten an der March, unweit von Österreichs Hauptstadt Wien, die Brandherde. Die genaue Ursache der Explosion ist weiter unklar. Nach ersten Erkenntnissen ist es womöglich zu einem technischen Versagen bei der Gasfilterung gekommen. Die Experten von GCA und die Ermittler des österreichischen Landeskriminalamts warten aktuell darauf, das Gelände betreten zu können. „Die Anlage wurde im kontrollierten Zustand heruntergefahren und ist außer Betrieb“, erklärte GCA nach der Explosion.

OMV teilte am Dienstagnachmittag mit, die Wiederherstellung der regulären Gasversorgung werde „Tage, nicht Stunden“ dauern.

Die nationale Erdgasversorgung in Österreich sei zwar laut der Betreibergesellschaft vorerst sichergestellt. Der Totalausfall der Gasstation hat aber gravierende Folgen für die angrenzenden Länder im Süden der Alpenrepublik. Die benachbarten Fernleitungsbetreiber seien umgehend informiert worden, damit sie rechtzeitig Maßnahmen einleiten konnten, erklärte GCA.

Zum besseren Verständnis: Die Verteilerstation in Baumgarten ist der entscheidende Knotenpunkt für die Gasversorgung Zentral- und Südosteuropas. Hier kommen mehrere Pipelines zusammen, durch die jährlich bis zu 40 Milliarden Kubikmeter Gas verteilt werden. Insbesondere für Länder wie Österreich, Italien oder Ungarn ist Baumgarten enorm wichtig für die Energieversorgung. Durch die Explosion ist der Gastransit durch Österreich Richtung Süden und Südosten aber bis auf weiteres beeinträchtigt.

Die Austrian Gas Grid Management (AGGM), die für die Gasflussteuerung und die Aufrechterhaltung der Netzstabilität in Österreich zuständig ist, verschickte am Dienstag mehrere sogenannte „Urgent Market Messages“ – unter anderem wegen dem Eintritt von „Höherer Gewalt“. Darin heißt es etwa, dass wegen der Explosion in Baumgarten „mehrere Import- und Exportflüsse gestoppt“ wurden.

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