Energie

Gasförderung
Wintershall warnt vor Rückgang deutscher Gasförderung

Die Öl- und Gasgesellschaft Wintershall warnt vor einem Rückgang deutscher Gasförderung. Die BASF-Tochter fordert deshalb zur Sicherung einen verlässlichen Rechtsrahmen für die Industrie.
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BerlinDie BASF-Tochter Wintershall hat zur Sicherung der Gasförderung in Deutschland klare gesetzliche Regelungen gefordert. „Die Erdgasproduktion in Deutschland ist im vergangenen Jahr erneut um rund sechs Prozent zurückgegangen“, erklärte die Kasseler Öl- und Gasgesellschaft am Dienstag. Ursache hierfür sei, dass wegen der Diskussion um Schiefergas seit mehr als drei Jahren auch in der konventionellen Gasförderung kein Projekt mehr genehmigt werde, das den Einsatz von Fracking erfordere. Bei dem sogenannten Hydraulic Fracturing handele es sich nicht um eine neue Methode, sondern um ein Verfahren, das seit Jahrzehnten in Deutschland sicher angewandt werde.

Gut ein Drittel des in Deutschland geförderten konventionellen Erdgases werde auf diese Weise zu Tage gebracht, erläuterte der Leiter der Wintershall-Aktivitäten in Deutschland, Andreas Scheck. Durch den derzeitigen Genehmigungsstau werde jedoch die etablierte Erdgasförderung blockiert. In Deutschland würden nur noch elf Prozent des Erdgasbedarfs aus heimischen Quellen gedeckt. Vor 15 Jahren sei der Anteil noch doppelt so hoch gewesen. Neben der Versorgungssicherheit seien auch Arbeitsplätze gefährdet, vor allem in Niedersachsen, wo rund 95 Prozent des deutschen Erdgases gefördert werde.

Die Industrie benötige einen verlässlichen Rechtsrahmen, sagte Scheck. Dabei müssten die etablierte Förderung aus konventionellen Lagerstätten und die Förderung von Schiefergas getrennt betrachtet werden. Schiefergas müsse in Deutschland zunächst wissenschaftlich erprobt werden. Schätzungen gingen von 0,7 bis 2,3 Billionen Kubikmetern Schiefergas in Deutschland aus. Theoretisch könne damit die heimische Förderung für weitere 100 Jahre auf dem jetzigen Niveau bleiben.

Die Schiefergasförderung ist allerdings umstritten. Denn bei dem dabei angewendeten unkonventionellen Fracking-Verfahren werden Wasser und Chemikalien bei hohem Druck unter Tage gepresst, um Gas aus dem Schiefergestein zu lösen. Kritiker befürchten massive Umweltbelastungen – etwa beim Trinkwasser. Zudem muss der Rückfluss des Gemisches entsorgt werden, was unter Umweltgesichtspunkten ebenfalls als bedenklich gilt. Mögliche Folgeschäden des Verfahrens sind überdies bislang kaum untersucht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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