Energie

Gehaltserhöhung abgelehnt
Aktionäre verpassen BP-Chef eine Ohrfeige

Nach dem Rekordverlust von BP wehren sich die Aktionäre gegen die üppige Gehaltserhöhung für Konzernchef Bob Dudley. Die Abstimmung ist zwar nicht bindend – ist aber eine deutliche Ohrfeige für das Management.

LondonDie Aktionäre des britischen Energiekonzerns BP haben klar gegen die happige Gehaltserhöhung für Vorstandschef Bob Dudley gestimmt. Bei der Hauptversammlung am Donnerstag votierten fast 60 Prozent der Anteilseigner dagegen, dass Dudley fürs vergangene Jahr 13,8 Millionen Pfund bekommt und damit 20 Prozent mehr als 2014. BP war vergangenes Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht und machte knapp sechs Milliarden Euro Minus.

Das Votum der Aktionäre ist nicht bindend. Es bedeutet aber eine Ohrfeige fürs Management von BP. Viele Anteilseigner waren der Meinung, die Gehaltserhöhung sei angesichts des Riesenverlustes und der Streichung von 3000 weiteren Stellen ein schlechtes Signal. In früheren Jahren lagen die Zustimmungsquoten bei bis zu 90 Prozent. „Das ist ein bedeutendes Ergebnis“, sagte ein Vertreter der Kirche von England, die Aktien an BP hält.

Verwaltungsratspräsident Carl-Henric Svanberg versprach bei Eröffnung der Aktionärsversammlung zwar Reformen der Vergütungsstruktur. Die für das vergangene Jahr beschlossenen Zahlungen für den Vorstand blieben aber bestehen, sagte er.

Die Anteilseigner hatten 2014 beschlossen – damals verpflichtend – Dudleys Pensionsansprüche zu verdoppeln. Sie stimmen alle drei Jahre über die Vergütungsstruktur ab. 2014 allerdings hatte der Ölpreis noch bei 100 Dollar pro Barrel (159 Liter) gelegen. Im vergangenen Jahr rutschte er zeitweise auf unter 40 Dollar ab.

Die Lobbygruppe Institute of Directors (IoD) hatte vor Beginn der Hauptversammlung gemahnt, die Meinung der Aktionäre zu berücksichtigen. Zwar werde BP nicht schlecht gemanagt, sondern leide nur wie alle Unternehmen der Branche unter dem niedrigen Ölpreis. „Doch der Kodex der guten Unternehmensführung ist glasklar: Die Vergütung soll direkt von der Leistung abhängen“, sagte IoD-Vorsitzender Simon Walker.

Der britische Konzern leidet unter der Branchenkrise infolge des Ölpreisverfalls. Im vergangenen Jahr häufte er mit einem Minus von 6,5 Milliarden Dollar den größten Verlust seiner Firmengeschichte an. Im Zuge dessen strich das Management mehr als 5000 Stellen. Selbst 2010, als der Konzern erste Belastungen aus der verheerenden Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko verbuchte, war das Jahresergebnis nicht so schlecht.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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