Energie

Gehaltsverzicht
RWE-Vorstand schnallt den Gürtel enger

Nach den Aktionären und Führungskräften schlägt sich die schwierige Situation bei RWE auch bei den Gehältern des Vorstands nieder. Angesichts der Lage des Energiekonzerns ist das aber ein Tropfen auf den heißen Stein.
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DüsseldorfEs ist ein starkes Symbol, dass RWE-Chef Peter Terium und seine Vorstandskollegen am Dienstag senden. Insgesamt verzichten die vier Vorstandsmitglieder für das Jahr 2014 auf 500.000 Euro, heißt es in einer Mitteilung.

Die Summe hört sich viel an, verglichen mit dem gesamten Vorstandsgehalt aus dem Jahr 2012 ist der Verzicht jedoch überschaubar – RWE zahlte dem damals noch siebenköpfigen Management insgesamt 15 Millionen Euro. Die Höhe des Verzichts betrüge demnach etwa drei Prozent. Zahlen für das Jahr 2013 legt RWE erst am 4. März vor.

Angesichts der schwierigen Lage des Konzerns sind eine halbe Million Euro Ersparnis ein Tropfen auf den heißen Stein. Unter dem Strich brach das Ergebnis von Januar bis Ende September um mehr als zwei Drittel auf 609 Millionen Euro ein, im dritten Quartal machte das Unternehmen sogar einen Verlust von 370 Millionen Euro.

Verzichten mussten vor den obersten RWE-Bossen bereits die unteren Ebenen, sowie die Aktienbesitzer. RWE-Anteilseigner sollen für das abgelaufene Geschäftsjahr nur noch einen Euro je Aktie bekommen – halb so viel wie ein Jahr zuvor. Auch seinen leitenden Angestellten und den übertariflich Beschäftigten hat Terium bereits eine Nullrunde verordnet.

„Das Unternehmen ist in einer überaus schwierigen Lage. Da ist es für uns selbstverständlich, dass auch wir einen Beitrag leisten“, sagte Terium.

Erst Ende Januar musste er eine Wertberichtigung in Höhe von 3,3 Milliarden Euro bekanntgeben. Grund dafür seien vor allem die vielen unrentabel gewordenen konventionellen Kraftwerke. Die Wertberichtigungen würden auch auf das Nettoergebnis des Konzerns durchschlagen, hatte RWE betont. Wie das Handelsblatt aus Konzernkreisen erfuhr, wird der Energieversorger für das abgelaufene Jahr zum ersten Mal in seiner Geschichte einen Verlust vermelden müssen – womöglich sogar in Milliardenhöhe.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Gehaltsverzicht: RWE-Vorstand schnallt den Gürtel enger"

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  • Nullrunde?Das heisst ja dass die Angestellten immer noch gleich viel bekommen.In meiner GuV stehen die angestellten bei "Kosten", die eventuell Erlöse erwirtschaften sollten da sonst der Job überflüssig wäre.

    4 Vorstände verzichten auf 3% bzw.500.000€ ZUSAMMEN?

    Klar,und dem eigentümer,also demjenigen dem der Laden gehört streicht man am meisten zusammen.

    Deutschland,schaf dich und deine "Angestellten" ab, unpackbar.Wert schafft man nur als Unternehmer.Wenn Whatsapp mit 55 MA soviel wert ist wie RWE,RESPEKT.Achja,alle Angestellten sind jetzt wohl Multimillionäre,wird bei RWE,Siemens,Daimler,SAP NIE passieren,da alle Angestellten 9-5 ihren Bürostuhl plattsitzen, der irgendwie auch den Aktionären gehört.Naja,egal,länger als 1-2 Tage muss ich in so nem Laden nicht drinbleiben.
    Danke für die VW Papiere gestern um etwa 185,morgen fliegts wieder.vielleicht stürz ich mich dann wiederholt auf RWE

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