Energie

Gewinn bricht ein
Ölpreis-Talfahrt setzt Total zu

Weniger hart als erwartet trifft der Preissturz beim Öl Total, neu aufstellen muss der Konzern sich dennoch. Kürzungen und Firmenverkäufe sollen dem Ölriesen nun wieder auf die Beine helfen.
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Düsseldorf/ParisTotal im Ölpreisdesaster: Die anhaltend niedrigen Preise für Brent und Co. haben dem Ölkonzern im vergangenen Jahr zugesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr brach der Jahresüberschuss um 62 Prozent auf 4,24 Milliarden Dollar ein. Der Jahresumsatz ging um sechs Prozent auf 236 Milliarden Dollar zurück. Trotzdem lag das Ergebnis über den Erwartungen der Analysten.

Abschreibungen in Höhe von 6,5 Milliarden Dollar wirkten sich negativ auf das Jahresergebnis aus. Diese wurden unter anderem für Öl- und Gasprojekte in Kanada und den USA fällig. Nun will der Konzern mit Einsparungen bei Investitionen und Stellen sowie Unternehmensverkäufen reagieren.

So sollen bis 2017 insgesamt 2000 Stellen weniger besetzt werden, als bislang geplant. Aktuell beschäftigt Total mehr als 98.000 Menschen. „Wir haben uns entschlossen, unsere Einstellungen einzufrieren“, sagte Vorstandschef Patrick Pouyanné bei der Bekanntgabe der Bilanzzahlen.

Gleichzeitig kürzt das Unternehmen sein Investitionsbudget um zehn Prozent. Statt zuletzt 26,4 Milliarden Dollar, plant Total in diesem Jahr nur noch mit 23 bis 24 Milliarden.

Mehr finanziellen Spielraum sollen zudem weitere Verkäufe von Unternehmensteilen bringen. So sollen allein im laufenden Jahr fünf Milliarden Dollar eingenommen werden. Bis 2017 planen die Franzosen gar mit zehn Milliarden. Auf der Liste der Verkäufe steht unter anderem ein 20-Prozent-Anteil am nigerianischen Offshore-Feld Usan.

Der Bilanzsturz des nach BP zweitgrößten europäischen Ölkonzerns reiht sich ein in die Meldungen der Konkurrenten aus den vergangenen Wochen. Sowohl BP, Exxon-Mobil als auch Shell verzeichneten teils starke Gewinnrückgänge. Conoco-Philipps gab gar Verluste bekannt. In der Folge reagierten die Konzerne mit Stellenstreichungen und kürzen ihre Investitionsbudgets. Das Analysehaus Cowen & Co rechnet gar mit einem Einbruch der Investitionen von mindestens 116 Milliarden Dollar.

Grund für die schlechten Bilanzen ist der massiv gesunkene Ölpreis. Lag der Preis für ein Barrel der Sorte Brent im Juni 2014 noch bei über 110 Dollar, halbierte er sich in den innerhalb weniger Monate auf aktuell knapp 54 Dollar.

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