Energie

Gewinn geht zurück
Starker Euro setzt Linde zu

Der Münchner Industriegasekonzern Linde erleidet einen spürbaren Gewinnrückgang. Grund sei der starke Euro. Die Linde-Zahlen liegen dennoch im Rahmen der Erwartungen, die Jahresprognose wird bestätigt.
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FrankfurtDer Münchener Industriegase-Hersteller Linde findet auch unter seinem neuen Konzernchef Wolfgang Büchele noch kein Rezept gegen die anhaltende Eurostärke. Der Kursanstieg der Einheitswährung zum US-Dollar, zum australischen Dollar und zum südafrikanischen Rand bremste den weltgrößten Industriegase-Konzern im zweiten Quartal. Umsatz und operativer Gewinn sanken, wie das Dax-Unternehmen am Dienstag mitteilte. Linde-Chef Büchele, der im Mai das Ruder von seinem Vorgänger Wolfgang Reitzle übernahm, zeigte sich dennoch zufrieden: „Wir haben Stabilität bewiesen“, sagte er. Am Ausblick für das Gesamtjahr hielt Büchele fest. Er bestätigte zudem die Mittelfristziele.

An der Börse kam das gut an: Die Linde-Aktie gewann 0,6 Prozent auf 154,80 Euro. „Obwohl sich das konjunkturelle Umfeld schwächer als erwartet darstellt, bestätigt der Vorstand seinen Ausblick für das Gesamtjahr“, kommentierten die Analysten der NordLB.

Linde machte zu schaffen, dass der Euro beispielsweise zum US-Dollar auf Jahressicht mehr als fünf Prozent an Wert gewann, zum südafrikanischen Rand sogar rund 13 Prozent. 50 Millionen Euro Ergebnis brachen Linde wegen Währungseffekten im Quartal weg. Das Unternehmen erzielte von April bis Juni einen operativen Gewinn von 969 Millionen Euro - ein Minus von 4,3 Prozent. Währungsbereinigt hätte das Ergebnis leicht zugenommen. Der Konzern, der Chemie- und Stahlfirmen mit Gasen versorgt und Medizingase für die Gesundheitsbranche herstellt, setzte 4,17 Milliarden Euro um - ein Minus von 1,3 Prozent. Der Konzerngewinn sank im zweiten Quartal um 2,3 Prozent auf 334 Millionen Euro.

Wie schon sein Vorgänger stellte Büchele für das Gesamtjahr ein "solides" Umsatzwachstum und eine „moderate“ Verbesserung des operativen Konzerngewinns in Aussicht. Darunter versteht Linde ein Umsatzplus von bis zu 6,5 Prozent und einen Anstieg des Ergebnisses von 3,5 bis 5,5 Prozent. 2013 hatte der Konzern 16,66 Milliarden Euro umgesetzt und einen operativen Gewinn von 3,97 Milliarden Euro erzielt. Der neue Linde-Chef bekräftigte zudem die Mittelfrist-Ziele: 2016 soll ein operativer Gewinn von mindestens fünf Milliarden Euro erreicht werden. Das ist für den ehemaligen BASF-Manager keine einfache Aufgabe. Denn bliebe der Euro so stark wie zuletzt würde dies nach Einschätzung von Linde das Ergebnis um 400 Millionen Euro schmälern. Die von Reitzle hinterlassenen Fussstapfen sind groß - hatte sich doch in seiner mehr als elfjährigen Amtszeit der Börsenwert von Linde auf rund 28 Milliarden Euro versiebenfacht.

Im wichtigen Asiengeschäft, das bei Linde zuletzt zu den Ergebnisstützen zählte, profitierte der Konzern im zweiten Quartal von einer starken Nachfrage in China. In Europa entwickelte sich vor allem das Geschäft mit der Versorgung von Industriekunden vor Ort positiv - Großbritannien stach heraus. Das Geschäft mit Flaschen- und Flüssiggasen in der Eurozone wurde allerdings von der nach wie vor eher flauen Konjunktur gebremst. Insgesamt sank das operative Ergebnis in der Gassparte im Quartal leicht. Im kleineren Anlagenbaugeschäft nahm der operative Gewinn sogar 14,6 Prozent ab.

Am Donnerstag legt auch der Rivale Air Liquide aus Frankreich seinen Zwischenbericht vor. Der US-Wettbewerber Air Products hatte im dritten Quartal seines Geschäftsjahres 2013/14 den Gewinn um neun Prozent auf 314 Millionen Dollar gesteigert. Air Products grenzte aber seinen Gewinnausblick ein, was Firmenchef Seifi Ghasemi mit einer schwachen Industriekonjunktur in Lateinamerika begründete. /14 von kräftiger Nachfrage nach Flaschen- und Flüssiggasen. Der Gewinn nahm um neun Prozent auf 314 Millionen Dollar zu. Auch höhere Preise trugen zu dem Gewinnanstieg bei.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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