Energie

Günstige Energie Wo der Fracking-Boom versandet

Die Reserven an Schiefergas und -öl beflügeln den Aufschwung der USA. Das Land lockt Investoren mit billiger Energie. An Deutschland zieht der Boom weitgehend vorbei – er beschert aber überraschende Nebenwirkungen.
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Arbeiter in einer Fracking-Anlage: Der Export von Schiefergas ist in den USA umstritten. Quelle: ap

Arbeiter in einer Fracking-Anlage: Der Export von Schiefergas ist in den USA umstritten.

(Foto: ap)

DüsseldorfVom All aus betrachtet lag der US-Bundesstaat Nord Dakota vor zehn Jahren noch völlig im Dunkeln, während Ballungsräume wie Chicago, Boston oder New York auf Satellitenbildern als gleißende Lichtflecke funkeln. Doch heute leuchtet inmitten der schwarzen Leere eine helle Insel: Die Förderanlagen in der sogenannte Bakken-Formation erhellen die Nacht. Weit über 100 Unternehmen pressen hier Erdöl und Gas aus den Tiefen des Schiefergesteins.

Nord Dakota ist neben Texas das Zentrum des Fracking-Booms der USA. Bei dieser Methode wird ein Mix aus Wasser und Sand in die Tiefe gepresst und das im Fels gebundene Öl und Gas herausgelöst. „Die Förderung der Schiefergasvorkommen in Nordamerika mischt definitiv die Karten am Energiemarkt neu“, sagt Josef Packowski, Managing Partner der Unternehmensberatung Camelot Management Consultants. Die durch das Fracking erschlossenen Vorkommen bescheren den USA geradezu eine Energie-Hausse.

Doch in Deutschland kommt dieser Boom nicht an – allenfalls indirekt und nicht immer mit erwünschten Auswirkungen. Denn die USA führen die geförderten Energieträger nicht aus. „Bislang fehlt in den USA die Infrastruktur, um Schiefergas und –öl im großen Stil zu exportieren“, erläutert Packowski.

So profitiert das Land nahezu allein von den neu erschlossenen Vorkommen. Lediglich zu den Nachbarn Mexiko und Kanada führen Pipelines. Der Preis für Erdgas ist in Nordamerika in den vergangenen Jahren deutlich gefallen. Das Land deckt seinen Energiebedarf zunehmend selbst.

Dagegen schickt sich China an, die USA als größter Netto-Importeur von Rohöl zu überholen, wie die US-Energiebehörde (EIA) jüngst schätzte. Von 2011 bis 2014 werde die Ölproduktion der USA um 28 Prozent steigen und dann 13 Millionen Barrel am Tag erreichen, heißt es in der Prognose. Zudem wächst in der Volksrepublik die Nachfrage, während in den USA der Rohöl-Bedarf stagniert.

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49 Kommentare zu "Günstige Energie: Wo der Fracking-Boom versandet"

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  • Manchmal habe ich den Eindruck, dass die USA unbedingt nach einer Methode suchen, das große Erdbeben künstlich auszulösen, dass den St.Andreas-Graben aufreißen und das Silicon Valley plattmachen wird. Fracking fällt für mich genau in diese Kategorie...

  • Ich bin dafür, dass jede neue Technologie erst einmal ihre völlige Ungefährlichkeit beweisen muss, bevor sie zugelassen werden kann. Das sollte für die Chemietechnologie, Medizintechnik, Medikamente Herstellung und die Gentechnologie auf jeden Fall gelten!

    Die Beweiserbringung hat in jedem Fall der Hersteller zu führen!

  • Genau das meine ich...

  • Naja. Dadurch, dass die USA weniger Gas importieren sollte auch der Gaspreis weltweit sinken bzw. weniger stark steigen lassen. Daher profitiert Deutschland langfristig. Und das ohne, dass hier das Grundwasser untrinkbar gemacht wird.

    Am besten so lange abwarten, bis es sichere Fracking-Methoden gibt und der Gaspreis wieder gestiegen ist, da die USA ihre letzten Reserven aufgebraucht haben.

  • Es ist nur eine Frage der Zeit, wann Fracking in »D« für unbedenklich und beherrschbar er klärt wird (schon nach der Wahl?). Siehe Fukushima. Aber solche Katastrophen passieren immer nur den Anderen.

  • Es ist nur eine Frage der Zeit, wann Fracking in »D« für unbedenklich und beherrschbar er klärt wird (schon nach der Wahl?). Siehe Fukushima. Aber solche Katastrophen passieren immer nur den Anderen.

  • Ich möchte nur darauf hinweisen, das man inzwischen an neueren Fracking-Methoden arbeitet, die ohne Wasser auskommen.
    "Water free fracking" könnte sogar dazu dienen CO2 unter die Erde zu pressen! Der dazugehörige Artikel vom MIT:
    http://www.technologyreview.com/news/512656/skipping-the-water-in-fracking/

  • @falx: Genau, Fracking ist doch Teufelszeugs!

    Glauben Sie allen Ernstes, die USA würden in grossem Stil ihre Umwelt auf's Spiel setzen? Die US-Amerikaner sind einfach pragmatischer und in der Lage eine Kosten/Nutzen/Risiko Relation vernünftig abzuschätzen.

    Die seit Jahrzehnten andauernde Öko Panik der Grünen basiert auf der Strategie der Angst. Angst kommt immer vor Verstand und damit regieren unseren Grünen Vortänzer.

  • @ TimoE

    Zitat : Was einem wichtiger ist, ist nunmal Ansichtssache. Die einen sehen die billige Energie für die breite Bevölkerung als wichtiger an (http://www.finanzen.net/rohstoffe/Natural-Gas-Preis), die anderen sehen mehr den Umweltschutz.

    - Man kann hier nicht den Umweltschutz gegen Energiekosten ausspielen, das ist nun mal der groesste Quatsch !
    Das ist der gleiche Quatsch, wie mit den Windmühlen und Solarpaneelen. Die verschandeln zwar unsere Landschaften, murksen Vögel ab, aber man wollte doch kostengünstige Energie : die Sonne und der Wind schicken keine Rechnung…?

    Und wie billig ist diese ERNEUERBARE Energie geworden ? Die kann sich jeder Verbraucher auf seiner Rechnung von den Stadtwerken ( so, die schicken weiterhin die Rechnungen….:-) ablesen !

    Weil diese Erneuerbaren Energien der gleiche utopische Quatsch sind, wie auch Fracking ! Fuer 13 Jahre Frackinggas unsere Landschaften in Industriejauchen verwandeln ? Unsere Straßen und Autobanen durch die notwendigen LKW-Transporte ( Wasser, Sand, Anlagen ) verdonnern ?

    Wer das will, der muss aber gehörig ein Rad ab haben !

  • Das Spotgas ist billiger. die Russen verkaufen zu sehr hohen Preisen durch die Ölpreisbindung. Zum Glück gerät das Prinzip durch das globale Mehrangebot unter Druck (RWE und co). Gazprom spürt das bereits schmerzlich in den neusten Halbjahreszahlen. Die dt. Anbieter sehen sich neu um, vereinbaren Lieferverträge mit Kanada etc, eben weil Gazprom sie über den Tisch zieht. Aber die Verhandlungsmacht von Gazprom schwindet... zum Glück :)

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