Energie

Halliburton und Baker Hughes

Milliarden-Fusion in der Ölbranche ist geplatzt

Die 28 Milliarden Dollar schwere Fusion der beiden Öldienstleister Halliburton und Baker Hughes ist geplatzt. Beide Konzerne sagen den Deal ab. Der Fall zeigt: Kartellwächter machen immer öfter Front gegen Großfusionen.
Update: 02.05.2016 - 13:39 Uhr
Die 28 Milliarden Dollar schwere Fusion mit Baker Hughes ist gescheitert. Quelle: Reuters
Halliburton

Die 28 Milliarden Dollar schwere Fusion mit Baker Hughes ist gescheitert.

(Foto: Reuters)

New YorkDie 28-Milliarden-Dollar-Fusion der beiden US-Öldienstleister Halliburton und Baker Hughes ist geplatzt. Nach heftigem Widerstand der Kartellbehörden in Amerika und Europa gaben die Konzerne, die weltweit den zweiten und den dritten Platz in dem Industriezweig belegen, ihr Vorhaben auf. Sie verwiesen zudem auf die aktuelle Branchenkrise infolge des Ölpreisverfalls. Dieser drückt auf die Aktienkurse, was den Wert von Halliburtons einst knapp 35 Milliarden Dollar schwerer Übernahmeofferte für den kleineren Rivalen deutlich verringerte.

US-Justizministerin Loretta Lynch, die aktuell auch andere Großfusionen blockiert, feierte die Absage als „Sieg für die US-Wirtschaft und für alle Amerikaner“. An der Wall Street herrschte hingegen Katerstimmung: Halliburton-Aktien brachen am Montag im vorbörslichen US-Handel um gut 17 Prozent ein, Baker Hughes verloren rund vier Prozent.

Halliburton-Chef Dave Lesar erläuterte, es sei schwierig gewesen, grünes Licht von den Wettbewerbshütern zu bekommen. Zuletzt hatten beide Seiten über Verkäufe von Geschäftsbereichen beraten. Am Ende seien die Fusionspartner zu dem Schluss gekommen, "dass eine Vertragsauflösung die beste Vorgehensweise ist", führte Lesar aus.

Die Unternehmen hatten ihre Pläne bereits im November 2014 bekanntgegeben. Es folgten langwierige Verhandlungen mit den Behörden. Sie fürchteten Lynch zufolge ein Duopol von zwei dominanten Anbietern. Demnach hätten der neue Branchengigant und der einzige bedeutende Rivale Schlumberger in vielen Märkten als Zulieferer und Dienstleister der großen Ölkonzerne den Ton angegeben. Für die Verbraucher wurden als Folge höhere Energiepreise befürchtet. Das US-Justizministerium hatte daher Anfang April Klage gegen den geplanten Zusammenschluss eingereicht.

Die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager sprach von erheblichen Wettbewerbsbedenken. Kunden der beiden Öldienstleister hätten sich an sie gewandt, erklärte Vestager nun. Die Prüfung der Kommission sei in enger Abstimmung mit den Behörden unter anderem in den USA, Brasilien und Australien erfolgt.

Das sind die dicksten Deals des Jahres
„Batman“ wird Chinese
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China verleibt sich erstmals ein Hollywood-Filmstudio ein. Für 3,2 Milliarden Euro kauft der Mischkonzern Dalian Wanda die Mehrheit am „Batman“- und „Godzilla“-Produzenten Legendary Entertainment. Wanda-Chef Wang Jianlin will das im Jahr 2000 gegründete Filmstudio mit der eigenen Sparte zusammenlegen und dann an die Börse zu bringen. „Wanda Cinema ist in China bereits enorm gewachsen, aber das reicht nicht“, sagte der reichste Mann der Volksrepublik. „Kinounterhaltung ist ein globales Geschäft, und wir wollen mitreden.“

Quelle: Bloomberg

Wang Jianlin hat große Pläne
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Der in der Hafenstadt Dalian gegründete und inzwischen in Peking ansässige Konzern ist bereits der weltweit größte Kino-Betreiber und auch schon in der US-Unterhaltungsindustrie präsent. 2012 übernahmen die Chinesen für 2,6 Milliarden Dollar den zweitgrößten Kinobetreiber Nordamerikas, AMC Entertainment. Der neue Zukauf ist für Wanda bislang der größte im Ausland. Er soll den Konzern, der auch beim spanischen Fußballclub Atletico Madrid engagiert ist, vom schwächelnden Immobiliengeschäft unabhängiger machen.

GE-Hausgeräte gehen an Haier
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Die chinesische Haier-Gruppe will ihre globale Präsenz mit dem Erwerb der Hausgerätesparte des US-Konzerns General Electric ausbauen. Der Konzern aus der ostchinesischen Stadt Qingdao zahlt für GE Appliance 4,9 Milliarden Euro. Mit dem US-Konzern vereinbarte Haier zugleich eine strategische Partnerschaft für eine Kooperation in Sparten wie Internet oder medizinisches Gerät.

Haier will edel werden
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Haier ist bereits der weltweit größte Hersteller von Haushaltsgeräten, doch will er sein Image als Billigmarke abstreifen und über diesen Zukauf auch in ein höherwertiges Segment einsteigen.

Müll-Fusion in Nordamerika
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Der kanadische Müllentsorger Progressive Waste Solutions schließt sich mit dem US-Konkurrenten Waste Connections zusammen. Der Wert des Aktiendeals liegt bei 7,2 Milliarden Euro.

Abbott übernimmt Alere
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Das US-Unternehmen Abbott Laboratories will für 7,4 Milliarden Euro den Diagnostik-Spezialisten Alere kaufen, wie Abbott am Montag ankündigte. Mit Alere will der Konzern aus der Nähe von Chicago sein Geschäft mit Schnelltests ausbauen, die direkt in Arztpraxen Hinweise auf eine Erkrankung geben. Alere stellt solche Untersuchungs-Sets unter anderem für Aids und Malaria her.

Johnson Controls kauft Tyco
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Noch in diesem Jahr wollen sich Johnson Controls und Tyco zusammenschließen. Der US-Autozulieferer kauft den irischen Mischkonzern Tyco, der zu den führenden Brandschutz-Anbietern zählt, für umgerechnet 26,4 Milliarden Euro. Wenn alles nach Plan läuft, sollen die bisherigen Johnson-Aktionäre etwa 56 Prozent der Anteile des neuen Unternehmens halten.

Halliburton setzen wie der Konkurrenz die stark gefallenen Ölpreise zu, da Kunden ihre Ausgaben zurückgefahren haben. Allein im ersten Quartal strich das Unternehmen 6000 Stellen. Baker Hughes gab jüngst einen überraschend hohen Quartalsverlust bekannt. Für den Verzicht auf die Übernahme zahlt Halliburton eine Vertragsstrafe von 3,5 Milliarden Dollar an Baker Hughes. Das Unternehmen will das Geld teils für Aktienrückkäufe und zur Schuldenreduzierung nutzen. Auch bei den beteiligten Beraterbanken Goldman Sachs, Credit Suisse und Bank of America dürfte es lange Gesichter geben. Normalerweise kassieren sie um die ein Prozent des Dealvolumens an Gebühren.

Die US-Regierung zeigt bei Fusionsprojekten derzeit eine harte Haltung. Justizministerin Lynch und die Wettbewerbsbehörde FTC reichten in den vergangenen Monaten mehrere Klagen gegen große Deals ein. Nach Angaben Lynchs gibt es derzeit ungewöhnlich viele solcher Vorhaben. Ein Schwenk der US-Regierung in Steuerfragen führte zu einem Aus für den zweitgrößten Firmenzusammenschluss aller Zeiten. Diesen hatten die Pharmariesen Pfizer und Allergan vereinbart. Gegen eine Hochzeit der Büroartikel-Konzerne Staples und Office Depot läuft eine Klage der FTC.

  • rtr
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