Energie

Handelsblatt-Energietagung
„Die Energiewende ist längst geschafft“

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel wähnt die Umstellung des Energiemarkts – weg von Atom und Kohle, hin zu Solar und Wind – auf gutem Weg. Volkswirtschaftliche Experimente lehnt er ab. Dennoch treibt ihn eine Sorge.
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BerlinAls Sozialdemokrat müsse er Pläne ja eigentlich lieben, witzelte Sigmar Gabriel. Aber bei einem „Masterplan“ für die Energiewende und den Kohleausstieg sei er vorsichtig. „Die Zukunft für das Jahr 2050 präzise beschreiben zu wollen, empfinde ich als ambitioniertes Vorhaben“, erklärte der Wirtschaftsminister am Dienstag auf der 23. Handelsblatt-Energietagung in Berlin. Natürlich gehe es darum, Ordnung in den Umbau des Energiesektors zu bringen, aber im Zentrum dieses Bemühens stehe „mehr Markt, weniger Staat“, so der Vizekanzler.

Volkswirtschaftliche Experimente habe es in der Vergangenheit schon eine Menge gegeben. „Wir müssen aufpassen, dass wir sie nicht beliebig oft wiederholen“, sagte Gabriel. Nur der Markt sei in der Lage, die rund eineinhalb Millionen Stromerzeugungsanlagen in Deutschland mit dem Energiebedarf von Industrie und Bevölkerung zu koordinieren.

Vor der versammelten Elite der deutschen und europäischen Energiebranche skizzierte Gabriel seine Vorstellungen, wie die Baustellen der Energiewende bestmöglich abgearbeitet werden können. Und davon gibt es viele. Schließlich befindet sich das Elektrizitätssystem in einem beispiellosen Umbruch.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien schreitet rasant voran. „Die Energiewende ist längst geschafft“, sagte Gabriel. Schließlich beträgt der Anteil von Biomasse, Solar-, Wind-, und Wasserkraft an der Stromproduktion bereits mehr als 33 Prozent. Bis 2020 dürfte Anteil auf rund 40 Prozent ansteigen.

Gleichzeitig lohnt sich die Stromerzeugung durch fossile Kraftwerke kaum noch. Die beiden größten Energieversorger in Deutschland, Eon und RWE, ziehen aus diesem Umstand radikale Konsequenzen und spalten die Unternehmen auf. Es könne auch in Zukunft noch große Stromkonzerne geben, erklärte Wirtschaftsminister Gabriel. Nachsatz: „Aber vielleicht ohne ein einziges Kraftwerk zu besitzen.“

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Gabriel will Strommarkt fitmachen

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  • Kernkraft ist doch ein riesen Klotz den man Genrationen mit sich rumschleppt! Wie lange bauen die den schon Stade in Hamburg ab? 20 Jahre? Da kriegt eine ganze Generation im Umland Arbeit von! Und wohin mit dem Müll, im Bergwerk verrotten lassen und die Umländer umsiedeln? Und was wenn es gar nicht mehr so billig ist? Dann immer noch bauen? die neuen Teile in Finnland und Frankreich stürzen ihre Konzerne grade an den Rand der Solvenz. Ich wäre da vorsichtiger Kernkraft ist etwas was den Horizont des Menschen einfach übersteigt, dafür kann keiner Verantwortung übernehmen. Ne Windmühle ist in einer Woche umgeschmissen wenn mal was besseres gibt!

  • Herr Lehmann,
    was glauben Sie denn, was der Grudn dafür ist, dass es gerade in der Welt dermassen drunter und drüber geht.

    Die Gründung dieser Konkurrenzbank, die den Dollar-Imperialisten bei der weiteren Befriedung der Welt das Heft aus der Hand zu nehmen droht, ist dort als Kriegserklärung verstanden worden. Mir schwant Böses.

  • Die andere Seite ist aber auch das die Versorgung den Händen von 4 großen Spielern entrissen wurde und auf etliche kleiner Unternehmen, Genossenschaften und Privatleute verteilt wurde!

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