Energie

Hauptversammlung in Essen
Evonik plant weitere Übernahmen

Durch das gute vergangene Jahr sind die Spielräume für Zukäufe größer geworden. Auf der Hauptversammlung wollte Evonik-Chef Engel aber keine Namen nennen. Die Anleger interessierte indes eher der Aktienkurs.
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EssenMit einer prall gefüllten Kasse im Rücken macht sich der Chemieriese Evonik auf die Pirsch nach Zukäufen. „Wir halten Ausschau nach Übernahmezielen, unser Finanzprofil gibt uns die Möglichkeit dazu“, kündigte Vorstandschef Klaus Engel auf der Hauptversammlung am Dienstag in Essen an. Evonik wolle bei der Konsolidierung der Branche „nicht an der Seitenlinie stehen“.

Ein gutes Jahr nach dem Börsengang sei der finanzielle Spielraum für Zukäufe sogar größer geworden. Denn durch den Verkauf von Immobilienbeteiligungen stand zum Jahreswechsel ein Nettofinanzvermögen von 0,6 Milliarden Euro zu Buche. Aktionärsvertreter monierten indes, der Kurs der Evonik-Aktien dümpele deutlich unter der Erstnotiz von 33 Euro im April 2013. Am Dienstag notierten die Anteilsscheine leicht im Plus bei 28,16 Euro.

Engel betonte, mögliche Zukäufe müssten zu Evonik passen und ein „Potenzial zur Wertsteigerung“ bieten. Eine Vorlage bei der Hauptversammlung könnte zudem bei Übernahmen helfen: Diese sah einen Vorratsbeschluss für eine milliardenschwere Kapitalerhöhung vor. Namen möglicher Übernahmekandidaten wolle er aber nicht nennen, sagte Engel auf entsprechende Fragen von Anteilseignern. Diese wollten vor allem wissen, wie der Vorstand dem Aktienkurs auf die Sprünge helfen will. Weite Teile der Frage- und Antwortrunde beherrschte aber ein Aktionär, der sich darüber erregte, ein „Lümmel“ des Sicherheitsdienstes habe ihn zunächst nicht eingelassen.

Evonik habe zu Jahresbeginn „keinen Raketenstart“ hingelegt, räumte Engel ein. Der auch durch seine Partnerschaft mit dem Fußballclub Borussia Dortmund bekannt Chemiekonzern kämpft mit dem Preisverfall bei wichtigen Produkten und hatte deshalb im ersten Quartal deutlich weniger verdient als vor Jahresfrist. 2014 werde „kein einfaches Jahr für Evonik“, bekräftigte Engel. Doch rechne er im Jahresverlauf mit Besserung. Engel erwartet 2014 weiter Umsätze leicht über Vorjahreshöhe und ein bereinigtes Ebitda in einer Spanne zwischen 1,8 und 2,1 Milliarden Euro - 2013 kam der Konzern hier auf zwei Milliarden Euro. Er könne mit dieser Prognose „ruhig schlafen“, betonte der Manager.

Größter Anteilseigner bei Evonik ist die RAG-Stiftung, die rund 68 Prozent der Anteile hält. Sie soll für die Folgekosten des auslaufenden subventionierten Steinkohlebergbaus in Deutschland aufkommen und ist dazu auch auf Dividenden des Essener Chemiekonzerns angewiesen. Für 2013 schüttete Evonik einen Euro je Anteilsschein aus - nach 0,92 Euro für das Jahr davor.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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