Energie

IEA-Weltenergieausblick

„Um Kohle zu ersetzen, brauchen wir Gas“

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Warum Elektroautos das Klima nicht retten
Die zehn größten Öl-Deals der Welt
Platz 10: Exxon/Bass Family - 5,6 Milliarden Dollar
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Einer der größten Öl-Deals der Welt wurde zwischen dem Ölmulti ExxonMobil und einer der reichsten Familien der USA geschlossen. Die Brüder Sid, Edward, Robert and Lee Bass kommen laut Forbes auf ein Vermögen von 8,2 Milliarden Dollar. Der Verkauf von Vermögenswerten an Exxon brachte ihnen im Januar 2017 einen Milliardenbetrag ein.

Platz 9: Rosneft/Russischer Staat - 6,1 Milliarden Dollar
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Mit Gerhard Schröder hat der russische Staatskonzern Rosneft einen deutschen Bundeskanzler als Aufsichtsrat. Mit dem russischen Staat ist das Unternehmen eng verwoben. Rosneft gilt als kremltreues Unternehmen, Russland ist mit 50 Prozent plus einer Aktie der Mehrheitsaktionär. Ein Aktienrückkauf über 6,1 Milliarden Euro gehört zu den zehn größten Öldeals der Welt.

Platz 8: Total/Maersk - 7,5 Milliarden Dollar
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Mit diesem Deal wurde der französische Energieriese Total zum zweitgrößten Player in der Nordsee: Im August 2017 übernahm Total die Ölsparte der dänischen Containerreederei Moeller-Marsk. Der Wert der Transaktion lag bei 7,5 Milliarden Dollar - es ist der achtgrößte Öl-Deal weltweit.

Platz 7: EQT Corporation/Rice Energy - 8,1 Milliarden Dollar
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Die Übernahme des amerikanischen Energieunternehmens Rice Energy hat sich der US-Erdgasförderer EQT Corporation einiges kosten lassen: 8,1 Milliarden Euro zahlten die Amerikaner Mitte 2017 für den Konkurrenten. Mit dem Zukauf erhofft sich EQT, seine Förderkapazitäten auf den Erdgasfeldern auszubauen.

Platz 6: Canadian Natural Resources/Shell - 8,5 Milliarden Dollar
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Das kanadische Energieunternehmen Canadian Natural Resources ist einer der größten staatsunabhängigen Ölforderer weltweit. Im März 2017 übernahmen die Kanadier Anlagen im Wert von 8,5 Milliarden Dollar von Shell.

Platz 5: Repsol/Talisman Energy - 13 Milliarden Dollar
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Mit diesem Deal stieg das spanische Unternehmen Repsol in die Gruppe der 15 größten privaten Mineralölkonzerne weltweit auf: Repsol kaufte seinen kanadischen Gegenspieler Talisman Energy für 13 Milliarden Dollar. Damit konnte Repsol seine Präsenz auf dem nordamerikanischen Markt verstärken.

Platz 4: Cenovus Energy/Conoco Phillips - 13,3 Milliarden Dollar
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Dieser milliardenschwere Öl-Deal kam eigentlich nur zustande, weil Schulden abgebaut werden mussten. Anfang des Jahres 2017 übergab der US-Ölkonzern Conoco Philipps einen Großteil seines Öl- und Gasgeschäfts in Kanada für 13,3 Milliarden Dollar an den kanadischen Energieproduzenten Cenovus Energy. Cenovus konnte mit diesem Deal seine Tagesfördermenge verdoppeln.

Mit der zunehmenden Bedeutung wird auch der Gashandel professioneller. Schwankt sein Preis heute noch mit dem Ölpreis, könnten sich am Gasmarkt künftig ähnliche Benchmarks etablieren, wie es sie mit Brent (Nordseeöl) und WTI (nordamerikanisches Leichtöl) schon seit Jahren am Ölmarkt gibt. Überdurchschnittlich dürfte davon das Geschäft mit sogenanntem LNG profitieren – „Liquified Natural Gas“. Der Begriff steht für Erdgas, das auf minus 160 Grad heruntergekühlt und dadurch verflüssigt wird. In diesem Aggregatzustand lässt sich das Gas dann ähnlich wie Öl in riesigen Tankern über die Meere transportieren.

Der Nachteil dieser Form: Sowohl für die Verflüssigung als auch für die erneute Umwandlung in Gas werden aufwendige Prozessanlagen gebraucht. Dennoch glaubt die IEA, dass der Handel mit LNG rapide steigen wird. Im Jahr 2040 werde LNG schon fast zwei Drittel des Gashandels ausmachen. Vor allem in Asien werde die Nachfrage am stärksten steigen.

Kommt es so, dürften die Amerikaner jubeln. Kein anderes Land wird in den kommenden Jahren seine Gasproduktion stärker steigern, schätzt die IEA. „Die USA werden 2025 schon 30 Prozent mehr Gas fördern als Russland“, erläutert Birol. Neben den Australiern zählen die USA zu den Ländern, die derzeit am stärksten auf LNG setzen. Möglich hat es in den USA die Schiefergas-Revolution gemacht und die ist noch längst nicht vorüber, glaubt die IEA. Auch Analysten, wie etwa die der Société Générale, rechnen damit, dass eine der wichtigsten Benchmarks „Henry Hub“ sein wird – und der steht für Gas aus den USA.

Das Land ist noch lange nicht an der Grenze seiner Möglichkeiten, ist IEA-Chef Birol sicher: „Die USA sind heute schon der wichtigste Öl- und Gasproduzent der Welt und werden das in den kommenden Jahren auch unangefochten bleiben.“ Bis 2025 werde 80 Prozent allen zusätzlichen geförderten Öls aus den USA kommen, erklärt der Türke, der auch schon für die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) gearbeitet hat.

Seinem ehemaligen Arbeitgeber bietet er passable Aussichten: Zwar ist die IEA wesentlich weniger optimistisch, was das Nachfragewachstum angeht, als die Opec – während die Förderer damit rechnen, dass die Ölnachfrage bis 2040 von aktuell 97 auf 111 Millionen Barrel Öl pro Tag klettert, rechnet die IEA nur mit einem Anstieg auf 105 Millionen Barrel pro Tag. Allerdings vermuten die IEA-Experten, dass künftig mehr Öl von der Opec gefragt wird als heute, sofern der Schieferöl-Boom in den USA nicht erneut die Märkte überrascht.

Peak Oil Demand, also einen Höhepunkt der Nachfrage, vermag IEA-Chef Birol übrigens nicht abzusehen. In dem Zusammenhang werde immer wieder das Elektroauto angeführt, erläutert der 59-Jährige. Die IEA glaubt auch, dass sich deren Verbreitung ausweitet. Tatsächlich haben die Pariser ihre Elektroauto-Prognose im Vergleich zum Vorjahr sogar nahezu verdoppelt.

2040, so schätzen die Energieexperten aktuell, könnten 280 Millionen E-Autos auf den Straßen der Welt unterwegs sein. Von den dann zwei Milliarden Autos stellen sie trotzdem nur 14 Prozent. „Insgesamt werden sie den CO2-Ausstoß von Fahrzeugen gerade einmal um ein Prozent reduzieren können“, unterstreicht Birol. In anderen Worten: Das Weltklima werden sie nicht retten.

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12 Kommentare zu "IEA-Weltenergieausblick: Ohne Gas geht’s nicht"

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  • G. Nampf - 14.11.2017, 11:22 Uhr

    Dass Elektrofahrzeuge so sauber oder so dreckig sind, wie die Kraftwerke, von denen Sie den Ladestrom beziehen, ist trivial. Das weiß jeder.

    Es wäre schon interessant, auf Basis welcher Randbedingungen die Zahlen von Birol ermittelt wurden. So einfach 1% CO2-Reduktion bei einem E-Mobil-Anteil von 14% weltweit zu verbreiten, ist arg dünn.

  • @ G. Nampf14.11.2017, 13:32 Uhr

    noch besser, die unsinnige Abschaltung der AKW's rückgängig machen und diese wie ursprünglich beplant laufen lassen.

  • @Heinz Keizer 14.11.2017, 12:30 Uhr

    "Wenn wir schon die AKW's abschalten, dann sollten wir die Braunkohlekraftwerke aufrüsten, damit sie umweltfreundlicher werden."


    Nein. um Braunkohle zu gewinnen, müssen ganze LAndstriche üngepflügt werden. Da wächst dan über JAhrzehnte nichts mehr. Und Braunkohle ist der schmutzigste Energieträger gleich nach den AKW.

    "Wieviel CO2 haben die ganzen Teilnehmer am Gipfel in Bonn eigentlich produziert?"

    Mit der heißen Luft, die Politiker tagein tagaus produzieren, wäre die Energiewende ein Klacks - wenn man sie denn nutzen könnte.

  • Auch bei den GrünInnen geht es nicht ohne Gas - dort ist es allerdings STANDGAS.

  • Wenn wir schon die AKW's abschalten, dann sollten wir die Braunkohlekraftwerke aufrüsten, damit sie umweltfreundlicher werden. Mit weiteren Gaskraftwerken machen wir uns komplett abhängig von Russland. Allein mit sog. erneuerbarer Energie werden wir unseren Bedarf nicht decken. Deutschland sollte es mit der CO2-Einsparung nicht so eng sehen. Wir können nicht annähernd soviel einsparen, wie in den nächsten Jahren in anderen Länder zusätzlich produziert wird. Wieviel CO2 haben die ganzen Teilnehmer am Gipfel in Bonn eigentlich produziert? Die sind ja wohl nicht alle mit dem Fahrrad gekommen und schlafen in unbeheizten Zelten? Da könnte leicht soviel zusammen kommen, wie 10 Bundesbürger in ihrem ganzen Leben produzieren.

  • @ G. Nampf14.11.2017, 11:44 Uhr

    Ja, Gas, statt Kohle, sehe ich genauso. Nur die EU-Kommission scheint mit (Russen-) Gas ein Problem zu haben, würde Sie doch Nord Stream 2 am allerliebsten beerdigen, fragt sich nur, wieso:

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/nord-stream-2-eu-kaempft-weiter-um-gaspipeline-einfluss-/20481140.html

  • Ohne Gas geht es nicht.......

    Gilt n i c h t für die "Grünen" in Deutschland und deren Gefolge und mittlerweile
    auch deren Lobbyisten.

  • @ Rainer von Horn 14.11.2017, 11:31 Uhr

    Ich halte es für prinzipell richtig, zumindest aus der Braunkohle auszusteigen, denn dann könnte man auf den geplanten riesigen Tagebauflächen Strom mit erneuerbaren Stromquellen (Wind/Solar) erzeugen, ohne die ganze Landschaft umzupflügen und die dort lebenden Menschen zu enteignen/umzusiedeln.

    Weiterhin könnte man Energie aus Gas forcieren, denn Gas gibt es - in Form von Methanhydrat in den Meeren - mehr als genug. Dieses Methanhydrat muß ohnehin verbrannt werden, denn wenn auch die Meere sich wirklich erwärmen (wonach es derzeit aussieht) und das Metan in die Atmosphäre entweicht , wird es den Planeten wesentlich stärker aufheizen als das daraus entstehende CO2.

    Und Gas zu vebrennen ist immer besser als Kohle verbrennen.

  • @ G. Nampf14.11.2017, 11:22 Uhr

    Bei Marcel kommt der Strom aus der Steckdose und der ist wahrscheinlich grün, weil er bei einem Anbieter einen Ökotarif abgeschlossen hat. Ausserdem kennt er die schwedische Studie nicht, wonach alleine mit den höheren CO2-Emissionen beim Bau des Akku-Autos ein Verbrennerauto bis zu 80.000 KM fahren kann.. :)

    http://www.focus.de/auto/elektroauto/e-auto-batterie-viel-mehr-co2-als-gedacht_id_7246501.html

    Zitat:
    "Auch anderen Ölmultis wie Total-Konkurrenten Shell oder BP setzen auf den Rohstoff, der vor Jahren noch als Abfallprodukt bei der Ölförderung abgefackelt wurde."

    Sehen Sie Marcel, man hat mein Thema mit den "Begleitgasen" (mein Kommentar von vor ein parra Wochen) schon freudig aufgenommen..... :)

  • @Marcel Europaeer 14.11.2017, 10:53 Uhr

    Wenn E-Autos mit Strom aus fossilen Brennstoffen fahren, sind sie genauso klimaschädlich wie Verbrenner. Falls sie mit Kohlestrom fahren, sind sie sogar noch klimaschädlicher, den der Kohlenstoffanteil bei allen Kohlearten ist nunmal größer als bei Benzin/Diesel.


    Alternativ könnte man E-Autos mit Atomstrom laden, daber den will (zu Recht!) keiner mehr - außer vielleicht Herr Narrog.... ;-) .

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