Energie

IG-Metall-Vorstand Urban
Große Unsicherheit bei Salzgitter-Beschäftigten

Der Aufsichtsrat des Stahlkonzerns Salzgitter berät am Donnerstag über ein umfassendes Sparprogramm. Bis zu 1500 Stellen wackeln. Der stellvertretende Chefaufseher Hans Jürgen Urban will die Sanierung aus eigener Kraft.
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DüsseldorfDer stellvertretende Aufsichtsratschef des Stahlherstellers Salzgitter erhofft sich von der Donnerstag anstehenden Aufsichtsratssitzung des MDax-Konzerns ein Signal zur erfolgreichen Umstrukturierung. „Über die Mitbestimmung haben wir einen breiten Konsens für den nötigen Umbau des Unternehmens gefunden. Wenn der Aufsichtsrat am Donnerstag darüber entscheidet, dann können wir mit der Optimierung der Strukturen starten,“ sagte IG-Metall-Vorstand Hans-Jürgen Urban dem Handelsblatt (Mittwochausgabe)

Urban sitzt als Vertreter der Gewerkschaft im Aufsichtsrat von Salzgitter und hat das Sparprogramm mit dem Vorstand ausgehandelt. Salzgitter produziert neben Stahl auch Röhren und Maschinen. Mit einem Jahresumsatz von zuletzt 10,4 Milliarden Euro schrieben die Niedersachsen einen Fehlbetrag von 100 Millionen Euro. Auch für 2013 wird ein Verlust erwartet. „Salzgitter befindet sich in einem sehr schwierigen Umfeld, hat aber das Potenzial, diese Krise zu meistern“, zeigte sich Urban überzeugt. Der Konzern verfüge über hinreichende Liquidität und eine ansehnliche Eigenkapitalquote

Der Gewerkschafter wehrt sich gegen die Zahl von 1.500 Stellen, die der Vorstand als Sparziel genannt hat. „Es gibt keine absehbare oder gar vereinbarte Zahl – das ist uns wichtig“, betonte er. Im Zukunftsvertrag habe man Instrumente für die Restrukturierung vereinbart. „Diese reichen von Altersteilzeit, der Förderung des internen Arbeitsmarktes über mögliche Aufhebungsverträge bis hin zu Vereinbarungen zu betrieblichen Qualifikationsmaßnahmen. Welche Auswirkungen der Umbau auf die Personalentwicklung hat, wird dann gemeinsam festzustellen sein. Die entscheidenden Schritte werden im Jahr 2014 stattfinden“, so Urban

Die Situation bleibt aus Sicht des IG-Metall-Vorstands aber angespannt. „In der Belegschaft gibt es Zukunftsängste und große Unsicherheit, wohin die Reise gehen soll“, betonte Urban. „Es ist die Aufgabe des Vorstandes, jetzt mit klaren Botschaften der Belegschaft aufzuzeigen, wie Salzgitter aus der schwierigen Situation herauskommen kann“, forderte er

Eine engere Kooperation mit Konkurrenten wie ThyssenKrupp lehnt der stellvertretende Aufsichtsratschef ab. „Wir sehen darin keine sinnvolle Perspektive. Als Vertreter der Arbeitnehmer unterstützen wir die Eigenständigkeit des Unternehmens“, sagte der IG-Metall-Vorstand. „ Ich sehe nicht, wie durch Kooperationen oder gar Fusionen die Bewältigung der anstehenden strukturellen Probleme innerhalb des Konzerns besser gelingen könnte.“

Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur

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