Energie

Innogy RWE-Tochter kassiert Prognosen für 2017

Die RWE-Tochter Innogy korrigiert ihre Prognosen für das laufende Jahr nach unten. Schuld sind mal wieder Probleme auf dem britischen Markt. Die Aktie reagierte kräftig. Aber immerhin gibt es einen neuen Chefkontrolleur.
Update: 13.12.2017 - 15:30 Uhr Kommentieren
Innogy: RWE-Ökostromtochter kassiert Prognosen für 2017 Quelle: Reuters
Innogy-Zentrale in Essen

Die RWE-Ökostromtochter senkt ihre Prognose für das laufende Geschäftsjahr.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf/EssenManchmal reichen kleine Korrekturen aus, um die Anleger zu beunruhigen. Energiekonzern Innogy senkte am Dienstagnachmittag seine Prognose für das laufende Jahr auf den ersten Blick nur leicht ab. Die Aktie brach aber zwischenzeitlich um mehr als acht Prozent ein.

Nach einer Sitzung des Aufsichtsrats teilte das Unternehmen mit, dass es für 2017 beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nur noch mit 4,3 Milliarden Euro rechnet, also mit 100 Millionen Euro weniger als bisher. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wird mit 2,8 Milliarden Euro gerechnet, ebenfalls 100 Millionen Euro weniger als bisher. Für 2018 wird mit einem weiteren Rückgang des Ebit um 100 Millionen Euro auf 2,7 Milliarden Euro gerechnet. Auch das um Sondereffekte bereinigte Nettoergebnis wird dann vermutlich um 100 Millionen Euro auf 1,1 Milliarden Euro sinken.

Vermutlich dürften vor allem die weiteren Aussichten für 2018 die Anleger enttäuschen. Die Ergebnisse des neuen Unternehmens, das erst im Oktober 2016 nach der Abspaltung von RWE an die Börse gegangen war, wird dann seit der Gründung im operativen Geschäft und beim bereinigten Nettoergebnis stagnieren.

Wie das Unternehmen erklärte, liegt das vor allem an der britischen Tochter N-Power: „Dies ist vor allem auf das anhaltend schwierige Marktumfeld im britischen Vertriebsgeschäft zurückzuführen“. Die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen reichten nicht aus, um negative Markteffekte auszugleichen.

Die Tochter bereitet schon seit Jahren Probleme. Zuerst verlor das Unternehmen durch Missmanagement Hunderttausende Kunden. N-Power hatte durch veraltete IT und Fehler bei der Abrechnung Kunden verprellt. Dann wurde der Sanierungskurs durch den harten Wettbewerb und die scharfe Regulierung auf dem britischen Markt erschwert.

Innogy-Chef Peter Terium hat vor kurzem die Reißleine gezogen und eine Fusion der Tochter mit den Vertriebsaktivitäten des Konkurrenten SSE angekündigt. Es soll ein komplett neuer Versorger entstehen, der an der Börse gelistet sein wird und von dem sich Innogy komplett trennen dürfte.

Neben den Problemen in Großbritannien wird das Ergebnis 2018 aber auch durch höhere Investitionen gedämpft werden, wie Innogy erklärte. Es seien höhere Ausgaben für Zukunftsprojekte wie Digitalisierung sowie Investitionen in zukunftsträchtige Geschäftsfelder wie Elektromobilität, erneuerbare Energien und Breitband geplant.

„Hohe Wachstumsambitionen haben kurzfristig ihren Preis, zahlen sich aber langfristig aus“, sagte Terium: „Auch wenn das kurzfristig unser Ergebnis belastet, bin ich überzeugt: Das ist die richtige Strategie, um Innogy für die Zukunft optimal aufzustellen. Im Vergleich zum laufenden Jahr sollen die Investitionen um mindestens 25 Prozent auf mehr als 3,0 Milliarden Euro steigen.

Der Essener Energieversorger Innogy hat in dem ehemaligen Eon-Finanzvorstand einen Nachfolger für den scheidenden Aufsichtsratschef Brandt gefunden. Quelle: dpa
Erhard Schipporeit

Der Essener Energieversorger Innogy hat in dem ehemaligen Eon-Finanzvorstand einen Nachfolger für den scheidenden Aufsichtsratschef Brandt gefunden.

(Foto: dpa)

Der Aufsichtsrat klärte am Mittwoch auch die Nachfolge von Werner Brandt an der Spitze des Aufsichtsrats. Neuer Chefkontrolleur wird zum ersten Januar Erhard Schipporeit. Der 68-Jährige war von 2000 bis 2006 Finanzvorstand bei Eon.

Brandt hatte vor einem Monat überraschend seinen Rückzug aus „persönlichen Gründen“ angekündigt. Inzwischen ist auch klar, was er damit meinte: Brandt zieht in den Aufsichtsrat von Siemens ein. Er bleibt aber weiter Aufsichtsratschef beim RWE-Konzern, der noch immer 77 Prozent der Innogy-Anteile hält.

Dort sitzt aktuell auch noch Schipporeit. Es blieb zunächst unklar, ob der neue Innogy-Chefkontrolleur das Mandat behalten will. Der ehemalige Eon-Manager hat ohnehin viele Aufsichtsratsposten: Er sitzt zudem in den Kontrollgremien von BDO, Deutscher Börse, Fuchs Petrolub, SAP, Talanx und bei der Talanx-Tochter Hannover Rück.

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