Energie

Innogy
Terium gelingt Befreiungsschlag in Großbritannien

Innogy gründet mit dem Versorger SSE ein Gemeinschaftsunternehmen im britischen Strom- und Gasvertrieb. Für Konzernchef Peter Terium ist das ein Coup – denn die Sparte fährt seit Jahren Verluste ein.
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DüsseldorfDer Energiekonzern Innogy hat sich mit dem Versorger SSE auf die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens im britischen Strom- und Gasvertrieb verständigt. Innogy werde an der börsennotierten Gesellschaft 34,4 Prozent der Anteile halten, SSE den Rest, teilte der Konzern am Mittwoch mit. SSE zufolge soll die Transaktion bis Ende 2018/Anfang 2019 über die Bühne gehen.

Das neue Unternehmen wäre eine Macht auf dem britischen Markt. Alleine N-Power versorgt in Großbritannien fast drei Millionen Kunden mit Strom und zwei Millionen mit Gas. SSE hat dort 7,7 Millionen Kunden.

Für Innogy-Chef Peter Terium ist das ein Befreiungsschlag: Innogy kämpft seit Jahren im britischen Vertriebsgeschäft mit Verlusten. 2016 setzte Innogy dort 6,1 Milliarden Euro um. Das waren aber fast 14 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das Ergebnis war vor Steuern und Zinsen mit 110 Millionen Euro weiter negativ.

Dabei hatte schon der RWE-Konzern, der im vergangenen Jahr das Vertriebsgeschäft gemeinsam mit den erneuerbaren Energien und dem Netz in Innogy abgespalten hat, einen harten Sanierungskurs bei N-Power eingeschlagen. Das Unternehmen hatte unter anderem durch massive IT-Probleme Kunden zu Hunderttausenden verprellt. Anfang des Jahres berichtete Terium zwar über Fortschritte, verwies aber auch auf schwierige Rahmenbedingungen. Der britische Strommarkt gilt als einer der härtesten in Europa.

Über eine – zumindest teilweise – Trennung vom britischen Geschäft wird schon länger spekuliert. Terium heizte diese vor kurzem an, als er seine Strategie neu justierte. Dabei stellte er klar, dass Innogy bis 2025 in allen relevanten Märkten zu den drei führenden Anbietern und den ertragsstärksten Unternehmen der Branche gehören wolle. Ansonsten werde sich das Unternehmen auch von Aktivitäten trennen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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