Energie

Insolventer Energiehändler
Flexstrom kann nicht mehr liefern

Vier große Netzbetreiber haben dem insolventen Energiehändler Flexstrom gekündigt – der kann jetzt keinen Strom mehr liefern. Doch die Versorgung der rund 500.000 Kunden bleibt gesichert.
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BerlinDer insolvente Energiehändler Flexstrom kann seine rund 500.000 Kunden nicht mehr mit Strom beliefern. Die vier überregionalen Netzbetreiber Tennet TSO, 50Hertz Transmission, Amprion und TransnetBW hätten ihre Verträge mit Flexstrom fristlos gekündigt, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Christoph Schulte-Kaubrügger am Freitag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Die bisherigen Flexstrom-Kunden erhalten nun Strom vom örtlichen Versorger. Das 2003 gegründete Berliner Unternehmen Flexstrom hatte vor einer Woche Insolvenz angemeldet.

Schulte-Kaubrügger hat nach eigenen Worten Kontakt zu potenziellen Investoren aufgenommen. Ziel sei es, Flexstrom zu sanieren, was aus seiner Sicht möglich sei. Die 700 Mitarbeiter erhielten bis 30. Juni Insolvenzgeld, sagte er.

Flexstrom hatte seine Kunden vor allem mit günstigen Tarifen geworben. Im Gegenzug mussten sie vierteljährliche oder jährliche Vorauszahlungen leisten. Nach der Insolvenz müssen sie befürchten, davon nicht mehr viel zurückzubekommen. Seit November 2012 wurde über Zahlungsschwierigkeiten von Flexstrom berichtet. Diese Meldungen haben laut Flexstrom dazu geführt, dass viele Kunden ihre Rechnungen nicht mehr pünktlich bezahlt haben. Zuletzt seien Kunden mit rund 100 Millionen Euro bei Flexstrom und den Tochtergesellschaften Optimal-Grün und Löwenzahn Energie im Rückstand gewesen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Man kann jedoch beim örtlichen Versorger einen "Normaltarif" ab diesem Zeitpunkt beantragen. Dieser liegt in der Regel erheblich unter dem Preisniveau der Eratzversorgung. (kleiner Tip)

  • Und mal wieder sind die Kunden die Leidtragenden. Wenn Kunde sich § 5 EnWG durchliest, könnte man sich fragen, warum die Bundesnetzagentur bzw. die Landesregulierungsbehörden nicht früher eingeschritten sind. Bei Teldafax war es z.B. den Finanzbehörden schon vor der Pleite bekannt, dass die Firma ihren steuerlichen Zahlungspflichten nicht mehr nachkommt. Zwar gilt auch hier das Steuergeheimnis, aber die Gerüchte köchelten da schon und die Regulierungsbehörden hätten Teldafax um eine Bestätigung des Hauptzollamtes bitten können, dass bisher alle Steuern und Abgaben ordnungsgemäß entrichtet wurden. Jeder Hauskäufer muss z.B. eine Quittung über die gezahlte Grunderwerbsteuer vorlegen, wenn er einen Grundbucheintrag begehrt.

  • Beim Grundversorger zahlt man in manchen Regionen locker das Doppelte und bekommt garantiert nichts zurück. Grundversorger enviaM (RWE) verlangt hier stolze 0,302 EUR/kWh "ohne Risiko". Da amortisiert sich ein Wechsel schon nach 6 Monaten. Ich hatte bei Flexstrom einen Pakettarif bis 28.Feb. und müsste für den Mehrverbrauch etwas nachzahlen, die schicken aber keine Endabrechnung. An eine insolvente Firma darf man normalerweise auch nichts zahlen, da kommt dann ein gelber Brief von Amtsgericht "Zahlungsverbot" ...

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