Insolventer Stromanbieter: Was Flexstromkunden jetzt beachten müssen

Energie

Insolventer Stromanbieter
Was Flexstromkunden jetzt beachten müssen

Fast alle Kunden von Flexstrom haben in Vorkasse bezahlt, nun ist das Unternehmen insolvent. Ob und wie die Kunden nun an ihr Geld kommen und was Verbraucher bei der Anbieterwahl beachten sollten.
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DüsseldorfDie Flexstromkunden sind geschockt: Ihr Stromanbieter ist zahlungsunfähig. Dabei hat der größte Teil von ihnen bereits in Vorkasse bezahlt. Günter Hörmann, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Hamburg, macht wenig Hoffnungen, dass sie ihr Geld je wiedersehen. Dass ihre Vorauszahlungen weg seien, sei „sehr wahrscheinlich“, sagte er gegenüber Handelsblatt Online. Er rät Kunden, erst einmal abzuwarten und das gekaufte Stromguthaben zu verbrauchen, so lange man noch von Flexstrom oder dessen Insolvenzverwalter beliefert werde. Allerdings sollten Kunden, die einen befristeten Vertrag haben, jetzt wechseln.

Im Laufe der nächsten Zeit gibt es dann mehrere Optionen: Wird Flexstrom etwa von einem anderen Unternehmen übernommen, rutschen die Flexstromkunden automatisch zum neuen Inhaber. Solange das Unternehmen jedoch noch nicht liquidiert ist, habe man noch einen Vertragspartner und müsse keine Angst haben, im Dunkeln zu stehen.

Selbst wenn das Unternehmen komplett ausfällt: Die deutsche Gesetzgebund sieht vor, dass alle Menschen mit Strom versorgt werden müssen, niemand muss Angst haben im Dunkeln zu stehen.

Es ist ein harter Kampf um den Stromkunden, in dem manchmal auch zu unfairen Mitteln gegriffen wird. Noch nie waren so viele Stromversorger auf dem Markt wie zur Zeit. „Der Strommarkt ist extrem hart umkämpft und die Tarife werden immer komplexer“, sagte Dagmar Ginzel vom Vergleichsrechner Verivox erst vor kurzem Handelsblatt Online. „Neue Anbieter haben nur wenige Möglichkeiten, um sich zu positionieren: Entweder bieten sie beispielsweise ein Nischenprodukt an, das besondere Öko-Kriterien erfüllt, oder sie bieten besonders günstige Preise.“

Die Verbraucherzentralen warnen vor Sorglosigkeit bei der Auswahl des Stromanbieters. Man sollte „nicht nur auf den Preis gucken“, sagt Verbraucherschützer Hörmann. Vergleichsportale könnten zwar zur Orientierung dienen, allerdings sollten sie nicht als einzige Informationsquelle genutzt werden. Wenn man auf einen Stromanbieter trifft, der durch besonders niedrige Preise auffällt sollte man sich nicht davor scheuen, sich bei der Verbraucherzentrale über dessen Seriosität zu erkundigen.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Insolventer Stromanbieter: Was Flexstromkunden jetzt beachten müssen"

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  • Hallo JD25 und norbert,

    wir begrüßen grundsätzlich alle Beiträge, die sich mit unserem Unternehmen und unserem Service beschäftigen. Ihre Kommentare in Bezug auf die Flexstrom-Insolvenz möchten wir jedoch ergänzen.

    Verivox hat Flexstrom bereits seit 2011 nicht mehr vermittelt, da der Anbieter nicht den strengen Verbraucherschutzkriterien von Verivox entspricht. Flexstrom wurde lediglich noch in dem nicht voreingestellten Bereich „Alle Tarife“ angezeigt, da dort der komplette Markt abgebildet wird. Darüber hinaus kämpft Verivox schon seit 2010 auch vor Gericht für die Auszahlung des Neukundenbonus an Flexstromkunden.

    Verivox hat nach Bekanntgabe der Insolvenz durch Flexstrom selbst umgehend reagiert und die Tarife aus dem Tarifrechner genommen. Auf verivox.de werden im ersten Schritt nur faire Tarife angezeigt, die den strengen Verbraucherschutzkriterien von Verivox entsprechen: Tarife ohne Vorauskasse, ohne Kaution, keine Pakete, nur kurze Vertragslaufzeiten, kurze Kündigungsfristen, natürlich mit einer Preisgarantie und mit einer positiven Kundenweiterempfehlungsquote von mindestens 70%.

    Falls Sie von der Flexstrom-Insolvenz betroffen sind, können sich gerne an unsere kostenfreie Service-Nummer wenden: 0800 80 80 890 oder per E-Mail Kontakt zu uns aufnehmen: strom@verivox.de

    Ihr Verivox Team

  • Flexstrom hat 10 Jahre Kunden betrogen, da ist genug Geld bei Seite geschafft für eine neue Firma. Verivox hat auf Provisionbasis mitverdient. verivox hat auch total versagt, aber verdient.

  • Genau das war doch schon lange abzusehen. Die Politik schaut zu, der Verbraucherschutz spielt keine Rolle.
    Von den über eine Millionen Kunden von Flexstrom und Teldafax ist doch bestimmt der größte Teil durch Verivox vermittelt worden. Super, dass die dann bier die Hinweise zum Verbraucherschutz geben dürfen.

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