Energie

Japanischer Investor für Tennet
Mitsubishi steigt in Offshore-Netz-Ausbau ein

Es ist ein Lichtblick bei der Leitungsanbindung von Offshore-Windparks: Der Netzbetreiber Tennet bekommt Unterstützung vom japanischen Investor Mitsubishi. Für das niederländisch-deutsche Unternehmen war es höchste Zeit.
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DüsseldorfDer niederländisch-deutsche Netzbetreiber Tennet und die japanische Mitsubishi Corporation haben Verträge über zwei Offshore-Netzanbindungsprojekte in der deutschen See geschlossen, wie Deutschlands größter Netzbetreiber am Mittwoch mitteilte. Der japanische Investor beteiligt sich mit 240 Millionen Euro an den Projekten BorWin1 und BorWin2 und mit 336 Millionen Euro an den Projekten HelWin2 und DolWin2.

Die Umsetzung dieser Projekte spielt eine große Rolle in der Strategie der Bundesregierung zur Umstellung der deutschen Energieversorgung auf erneuerbare Energien: Die geplanten Netzanbindungen verfügen über eine Gesamtkapazität von 2,8 Gigawatt. Das entspricht annähernd 30 Prozent des Ziels der deutschen Bundesregierung für Offshore-Windkraft in der Nordsee.

Es wurde höchste Zeit, dass Tennet finanzielle Unterstützer für seine Netzerweiterung bekommt. In der Vergangenheit hatte sich die Entwicklung von Offshore-Windparks verzögert, weil Tennet mit der Finanzierung der Netzanbindung nicht hinterher kam. So legte etwa der Energieversorger EnBW im vergangenen Jahr sein Projekt „Hohe See“ in der Nordsee auf Eis. Eigentlich sollte der 1,5 Milliarden Euro teure Park mit 80 Windrädern schon im übernächsten Jahr ans Netz gehen. Doch Tennet konnte bisher keinen Termin für die Stromnetzanbindung gewährleisten.

Auch der Essener Energiekonzern RWE wartet noch auf den Anschluss seines Offshore-Windparks „Nordsee Ost“ vor Helgoland. RWE wollte die ersten Windräder ursprünglich bereits im vergangenen Jahr anschließen, inzwischen rechnet der Konzern mit Mitte bis Ende 2014 und erwägt eine Schadensersatzklage gegen Tennet wegen der Verzögerung. Der Netzbetreiber verweist auf Probleme bei den Zulieferern.

Laut Informationen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ war Tennet wegen seiner Finanzierungsschwierigkeiten sogar für den 30. Januar ins Bundeswirtschaftsministerium geladen worden. „Dann wollen wir wissen, ob Investoren da sind oder nicht“, habe es aus der Regierung geheißen. Dementsprechend erfreut zeigte sich Wirtschaftsminister Rösler: „Das ist eine großartige Nachricht“, sagte er.

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  • Gibt es das, umweltfreundliche Kernkraftwerke?

    Das wäre mir neu. Meines Wissens sind radioaktives Strontium, Jod und Cäsium sowie ds Supergift Plutonium alles, nur nicht gesund. Die Kinderkrebsrate in AKW-Nähe ist nachweislich erhöht.

    Dr. Eduard Belotti, Augsburg

  • Es hat ziemlich lange gedauert bis unser Wirtschaftsministerium das Gesetz zum Bundenetzplan fertigt hatte. Am 14.12. letzten Jahres hat es auch der Bundesrat abgenickt, so dass es am Jahresanfang in Kraft treten konnte. Ohne diese Gesetz hat, bzw. hätte man keine Investoren gefunden. Man ist erst im Juni richtig angefangen sich Gedanken über den Netzplan zu machen. Dann drohen die Bundesländer mit Verstaatlichung. Das hätte auch nichts gebracht. Es hätte alles schneller gehen müssen bei Rössler & Co.

  • Hi Badener...Die geplante HGUe Verbindung hat eine max. Kapazität von 1400MW. Das ist für das kleine Norwegen viel. In Deutschland entspricht dies einem umweltfreundlichen Kernkraftwerk.

    Das Geschäftmodell dürfte demjenigen zwischen Norwegen und Dänemark entsprechen. Bei starkem Wind liefert Dänemark wertlosen Windstrom für Lau. Bei Strombedarf liefert Norwegen Strom zu guten Preisen.

    Vandale

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