Juwi-Gründer: Gericht plant kurzen Prozess für Matthias Willenbacher

Energie

Juwi-Gründer
Gericht plant kurzen Prozess für Matthias Willenbacher

Weil er einen Amtsträger bevorteilt haben soll, muss der Gründer des Windparkbauers Juwi im März vor Gericht. Die Strafkammer plant zunächst mit einem einzigen Verhandlungstag. Der Unternehmer hält sich für unschuldig.

MeiningenDie Mitteilung aus Thüringen ist kurz: Montag, den 07.03.2016, 9.00 Uhr, Saal A 145. An diesem Termin will die erste Strafkammer des Landgerichts Meiningen das Korruptions-Verfahren gegen den ehemaligen Juwi-Vorstand Matthias Willenbacher verhandeln. Von weiteren Verhandlungstagen ist nicht die Rede.

Willenbacher soll als damaliger Vorstand der Juwi AG mit dem früheren Thüringer Innenminister Christian Köckert (CDU) einen Beratervertrag abgeschlossen haben. Köckerts Auftrag: „Betreuung verschiedener, relevanter politischer Entscheidungsträger“. Das Problem: Gegenstand des Vertrages sollen auch mögliche Amtshandlungen von Köckert in seiner Eigenschaft als ehrenamtlicher Beigeordneter der Stadt Eisenach gewesen sein.

Die Staatsanwaltschaft Erfurt sah darin eine unerlaubte Vorteilsgewährung von Willenbacher an Köckert – und klagte beide im Sommer 2013 an. Während der Ex-Innenminister bereits höchstrichterlich für schuldig befunden wurde, hält sich der Unternehmer für unschuldig. Ein Juwi-Sprecher sagte Ende 2015: „Die Juwi AG, Herr Willenbacher und die Verteidiger sind zuversichtlich, die bislang nicht geprüften, individuellen tatsächlichen und rechtlichen Argumente zu einem positivem Ausgang in diesem Verfahren vorzubringen.“

Angesichts so vieler Argumente überrascht der offenbar geplante kurze Prozess. Im Fall Köckert hatte das Meininger Landgericht um den Jahreswechsel 2013/14 mindestens fünf Tage verhandelt. Zwar zählte zu dem Prozess auch ein von Juwi unabhängiger Komplex. Die Vorgänge um den Windparkbauer füllten im Urteil dennoch weit mehr als 30 Seiten.

Einstellung gegen Auflage weiter möglich

Im Verfahren gegen Willenbacher soll alles schneller gehen. Am Montagnachmittag bestätigte ein Gerichtssprecher dem Handelsblatt, dass für die Hauptverhandlung nur ein einziger Tag vorgesehen sei. Und nicht nur das: Bislang seien auch keine Zeugen geladen.

Die geplante kurze Prozessdauer lässt vermuten, dass die Richter weiter für eine Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflage offen sind. Wie das Handelsblatt berichtete, versuchte Matthias Willenbacher über viele Monate, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen. Bislang soll die am Widerstand der Staatsanwaltschaft gescheitert sein. In der Zwischenzeit hat die Meininger Strafkammer das Hauptverfahren zwar eröffnet – doch der Fall könnte auch am ersten Prozesstag noch gegen eine Auflage eingestellt werden.

Einen ausführlichen Report zum Korruptionsfall um Juwi lesen Sie hier.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%