Energie

Kalimarkt im Umbruch
K+S muss Gewinnrückgang verkraften

Auch vor der Ankündigung eines großen Konkurrenten, Kali-Mengen mit großem Preisabschlag in den Markt zu drücken, lief es für den Düngemittel- und Salzkonzern K+S nicht rund. Der Quartalsgewinn des Dax-Unternehmen fällt.
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FrankfurtDer Düngemittel- und Salzhersteller K+S hat im abgelaufenen Quartal unter anderem wegen geringerer Preise für Kali- und Magnesiumprodukte ein Viertel weniger verdient. Der Betriebsgewinn (Ebit I) sei von April bis Juni im Vorjahresvergleich um ein Viertel auf 162,6 Millionen Euro gesunken, teilte das Kasseler Unternehmen am Dienstag mit.

Analysten hatten im Schnitt mit 165 Millionen Euro gerechnet. K+S setzte von April bis Juni 874,5 Millionen Euro um – ein Minus von einem Achtel. Wegen der jüngsten Turbulenzen in der Kalibranche hatte Konzernchef Norbert Steiner erst vor einer Woche die Geschäftsziele für dieses Jahr gekippt. Eine neue Prognose für das Gesamtjahr wagte Steiner nicht. K+S bekräftigte aber, das große Minenprojekt in Kanada schreite planmäßig voran.

Die Kündigung der russisch-weißrussischen Kali-Allianz durch den russischen Konzern Uralkali hatte Ende Juli für ein Erdbeben im globalen Düngemittel-Markt gesorgt. Uralkali-Chef Wladislaw Baumgertner hatte stark fallende Kali-Preise prognostiziert. Daraufhin waren die Kurse der großen Kali-Produzenten weltweit in den Keller gestürzt. Die K+S-Aktie sackte von 26,50 Euro Ende Juli bis auf 15 Euro. Gestern hatten die Titel bei 18,59 Euro geschlossen.

K+S meldete für das zweite Quartal einen durchschnittlichen Verkaufspreis für Kali-Produkte in Höhe von 309 Euro (412 Dollar) nach 341 Euro (454 Dollar) im Vorjahr. „Verglichen mit dem außergewöhnlich hohen Absatz des Vorjahresquartals kam es im zweiten Quartal zu einer Normalisierung der Düngemittelverkäufe bei deutlich unter dem Vorjahr liegenden Preisen“, sagte Steiner.

Der Umsatz der Kali- und Magnesiumsparte ging um 18 Prozent auf 548 Millionen Euro zurück. Die Entscheidung von Uralkali hatte Befürchtungen ausgelöst, die Preise könnten bis auf 350 oder sogar 300 Dollar absacken.

Eine solche Preisentwicklung könnte auch ein K+S-Projekt in Kanada in Frage stellen. Dort soll ab 2016 Kali gefördert werden. Insgesamt investierte K+S von April bis Juni 191 Millionen Euro nach 78 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg geht auf das Projekt in Kanada und Investitionen in den Gewässerschutz in Hessen und Thüringen zurück. Die Arbeiten in Kanada schritten wie geplant voran.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Kalimarkt im Umbruch: K+S muss Gewinnrückgang verkraften"

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  • Ich würde mich nicht wundern wenn Uralkali solange mit grossen zusätzlichen Mengen auf die Preise drückt bis K&S das Minenprojekt in Kanada aufgibt und andere Projekte anderer Gesellschaften aufgegeben werden.

    Vandale

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