Energie

Kampf um K+S
Potash schwächelt im Übernahmepoker

Potash bleibt an K+S dran. Allerdings ist noch unklar, wie eine mögliche Übernahme vonstatten gehen soll. Die schwachen Quartalszahlen helfen dabei nicht. Der Gewinn des kanadischen Konzerns sinkt um gut elf Prozent.
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FrankfurtMitten im Übernahmepoker um den Salz- und Düngemittelhersteller K+S kämpft der kanadische Rivale Potash mit sinkenden Gewinnen. Vor allem wegen niedrigerer Stickstoffpreise fiel der Überschuss des Düngemittelriesen im zweiten Quartal um gut elf Prozent auf 417 Millionen Dollar. „Auch wenn wir kurzfristig Gegenwind vom Markt spürten, sind wir von der Stärke der weltweiten Kali-Nachfrage ermutigt“, gab sich Potash-Chef Jochen Tilk am Donnerstag dennoch optimistisch.

Zur geplanten Übernahme des Kasseler Konkurrenten ließ er sich nicht in die Karten schauen und bekräftigte nur, konstruktive Gespräche mit dem K+S-Vorstand anzustreben. Potash habe Zusagen hinsichtlich der Sicherung von Standorten und Arbeitsplätzen gemacht. Ob der Konzern eine formale Offerte für K+S vorlege, sei jedoch noch nicht entschieden.

Die Bundesregierung plant einem Bericht zufolge keine Abwehrmaßnahmen im Übernahmekampf. Es werde kein Einstieg in das Kasseler Dax-Unternehmen vorbereitet, um die Übernahme durch den Rivalen zu verhindern, berichtete „Die Welt“ (Donnerstag) unter Berufung auf informierte Kreise. Die Regierung wollte den Bericht nicht kommentieren.

Nach Veröffentlichung der Potash-Zahlen ging es für die Aktien von K+S weiter bergab. Sie verloren in der Spitze 1,8 Prozent auf 35,44 Euro, nachdem sie zuvor rund ein Prozent schwächer notiert hatten.

K+S-Vorstandschef Norbert Steiner hat die Avancen der Kanadier, die 41 Euro je Aktie zahlen wollen, strikt zurückgewiesen. Neben einem höheren Preis fordert K+S auch Zusagen zum Erhalt von Standorten und Stellen. Potash hat sich dazu grundsätzlich bereiterklärt - die Versprechen der Nordamerikaner sind aus Sicht des K+S-Managements aber noch nicht verbindlich genug.

Potash wollte die aktuelle Offerte, die K+S mit knapp acht Milliarden Euro bewertet, bislang nicht aufstocken. Tilk bekräftigte nur, der Vorschlag von Potash wahre eine gute Balance zwischen den Interessen der Investoren, der Mitarbeiter und der Gemeinden, wo K+S tätig sei.

Im zweiten Quartal setzte Potash 1,73 Milliarden Dollar um, ein Minus von 8,5 Prozent. Analysten hatten mit 1,89 Milliarden Dollar deutlich mehr erwartet. Im zweitgrößten Geschäftsfeld mit Stickstoffdüngern ging der Absatz um zwei Prozent auf 1,6 Millionen Tonnen zurück, der durchschnittliche Preis je Tonne sank um 15 Prozent auf 334 Dollar. Die Kali-Produktion stagnierte bei 2,5 Millionen Tonnen.

Für das Gesamtjahr engte Potash seine Absatzprognose auf 9,3 bis 9,6 von bislang 9,2 bis 9,7 Million Tonnen ein. Tilk rechnet zudem nur noch mit einem Gewinn je Aktie in diesem Jahr von 1,75 bis 1,95 Dollar statt wie bisher von 1,75 bis 2,05 Dollar. Von April bis Juni lag dieser bei 50 Cent je Aktie.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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