Energie

Kartellamt ermittelt
Razzia bei Vorständen von Thyssen-Krupp

Thyssen-Krupp ist bei Kartellabsprachen ein Wiederholungstäter. Jetzt durchsuchten Beamte auch die Privatwohnungen von Vorständen. Auslöser war eine anonyme Anzeige, in der erstaunlich viele Details offengelegt werden.
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DüsseldorfDas Bundeskartellamt hat bei ihren Ermittlungen gegen Thyssen-Krupp das Topmanagement des Ruhrkonzerns ins Visier genommen. Bei den Razzien vor anderthalb Wochen seien auch die Privaträume von einem Bereichsvorstand und einem früheren Vorstand der Stahltochter Thyssen-Krupp Europe durchsucht worden, wie das Handelsblatt aus Kreisen von Thyssen-Krupp erfahren hat. Die Behörde geht dem Verdacht nach, wonach Thyssen-Krupp mit Voestalpine und Arcelor-Mittal die Stahlpreise zulasten ihrer Automobilkunden illegal abgesprochen haben.

Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch eine anonyme Anzeige. In dieser sei sehr detailliert festgehalten, wie das Kartell funktioniere, heißt es in informierten Kreisen. Am 28. Februar schlugen die Beamte des Kartellamtes dann zu. In Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen durchsuchten sie zeitgleich Räume der drei Unternehmen – und eben auch die Privatwohnungen der zwei Thyssen-Krupp-Vorstände.

Einer von den beiden Managern war im Herbst bei Thyssen-Krupp ausgeschieden, er arbeitet inzwischen für einen Autozulieferer.

Thyssen-Krupp lehnten einen Kommentar dazu ab. Die Manager waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Es ist nicht der erst Kartellverdacht gegen die Firmen: Thyssen-Krupp wurde bereits für Kartelle in den Märkten Edelstahl, Aufzüge und Schienen zu Millionenstrafen verurteilt. Auch die österreichische Voestalpine und Weltmarktführer Arcelor-Mittal hatten ihre Kunden durch Absprachen übervorteilt.


Kommentare zu " Kartellamt ermittelt: Razzia bei Vorständen von Thyssen-Krupp"

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  • Ich arbeite bei ThyssenKrupp ( noch ). Die anonymen Anzeigen werden die Folge haben, das Tausende Beschäftigte mit ihren Familien in eine unsichere Zukunft durch Verkauf und Schließung von Werken entlassen werden. Die, die das zu verantworten haben, haben fast alle schon die Kurve gekratzt, mit z.Teil schönen Abfindungen oder sie sind bei der Konkurenz untergekommen. Ausbaden müssen es die Beschäftigten die jeden Tag ihre Arbeit gemacht haben. Wenn das soziale Marktwirtschaft ist - dann gute Nacht Deutschland und vielen Dank an die anonymen Anzeiger.

  • "Auslöser war eine anonyme Anzeige, in der erstaunlich viele Details offengelegt werden."

    Ist doch bestimmt auch abgesprochen, Stahl soll weg.

  • warum lässt sich das Kartellamt nicht gleich ein paar Zimmer im ThyssenKrupp HQ geben. Dann können die sich Fahrtkosten sparen.

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